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Die VfR-Fußballmannschaft er Saison 1955/56
Die VfR-Fußballmannschaft er Saison 1955/56

Die Erfolge im Fußball prägen die Geschichte des VfR Frankenthal. Aber auch in anderen Sportarten waren Athleten aus den Reihen des VfR erfolgreich.

Der VfR Frankenthal entstand 1938 durch die Fusion der Vereine FV Kickers 1914 und FV 1900/02, der aus der Fusion des FV Palatia 1902 mit dem VfB 1900, der am 22. Juni 1900 als FC 1900 Frankenthal gegründet worden war, hervorging. Von 1969 bis 1975 hieß der Verein VfR Pegulan Frankenthal, wegen der finanziellen Förderung, die er durch die Pegulan-Werke bekam.

Der FV 1900/02 Frankenthal errang in der Saison 1913/14 die Meisterschaft des zweiten Bezirkes des Mittelrheingaues in der Klasse A. Er scheiterte jedoch in den Aufstiegsspielen zur Liga-Klasse, denn der SV Waldhof stieg auf. Ansonsten spielten die Vorgängervereine des VfR im Fußball keine Rolle. Das bedeutendste Ereignis war im DFB-Pokal 1936/37 in der 1. Runde das Spiel FV Kickers 1914 gegen Schalke 04, das am 29. August 1937 im Ostparkstadion stattfand und die Heimmannschaft mit 1:3 verlor.

FV entwickelte sich zur Leichtathletik-Hochburg

Nach dem 1. Weltkrieg kamen beim FV Frankenthal neben Fußball die Abteilungen Handball, Leichtathletik und Schlagball hinzu. Der FV führte zahlreiche Leichtathletik-Sportfeste durch und entwickelte sich zu einer Hochburg der Leichtathletik. Bei den Süddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Ludwigshafen am 29. und 30. Juli 1922 siegte die 4 x 100 Meter Staffel in 44,0 Sekunden vor Eintracht Frankfurt, deren Staffel seit zwei Jahren ungeschlagen war.

1927 wurde mit dem Bau des Ostparkstadions begonnen. Heinz Scheibbs war vor dem 2. Weltkrieg ein sehr guter Mittelstreckenläufer und lief 1932 in Berlin deutsche Jugendbestzeit über 3000 m. Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 14. und 15. August 1948 in Nürnberg kam er im 3000 m Hindernislauf auf den fünften Platz in 10.20,6 Minuten.

Den Lebenslauf schöngefärbt

Adolf Metzner, der 1929 zu Eintracht Frankfurt wechselte, wurde am 9. September 1934 in Turin über 400 m in 47,9 Sekunden und in der 4 x 400 m Staffel in 3.14,1 Minuten Europameister. Studenten-Weltmeister wurde er im selben Jahr über die 400 m Strecke in Darmstadt. Schon 1931 und 1932 war er über 400 m Deutscher Meister geworden. 1932 und 1936 nahm er an den Olympischen Spielen teil. Bedauerlich ist, dass er nach dem 2. Weltkrieg seinen Lebenslauf schönfärbte. Er war Mitglied der NSDAP und SS. Bis heute ist nicht bekannt, was er in der Zeit von 1940 bis 1945 tat. Man kennt nur seine Beförderungen.

Werner Schanzenbecher wurde 1937 in Nürnberg über 800 m Jugendmeister und 1939 in Darmstadt Juniorenmeister. Beim Leichtathletik-Länderkampf Deutschland – Belgien am 26. August 1939 in Krefeld wurde er im 800 m-Lauf Dritter in 1.57,7 Minuten, den Rudolf Harbig in 1.55,4 Minuten gewann. Elfriede Miketta-Möller stand bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin im 200 m Endlauf.

Die große Fußballära des VfR beginnt 1939

Die erfolgreiche Zeit des VfR im Fußball begann 1939, als man in die Gauliga Südwest, Staffel Saarpfalz, später Gauliga Westmark, aufstieg. Der Spielbetrieb wurde nach der Saison 1943/44 kriegsbedingt eingestellt. Die beste Platzierung war der dritte Rang, den man 1940 und 1944 erreichte. Der 2. Weltkrieg riss große Lücken in die Reihen des VfR und zahlreiche Sportkameraden verloren ihr Leben, darunter die unvergesslichen Rudi Reinhardt und Fritz Ittel.

Nach Genehmigung des Spielbetriebs durch die Militärregierung trug der VfR sein erstes Fußballspiel, das ein Freundschaftsspiel war, gegen FV Weisenheim aus. Der gewann 11:2. Nach Kriegsende gelang dem VfR eine gute Platzierung in der Zonen-Oberliga Hessen-Pfalz-Saar, die im Herbst 1946 durch die Einführung der Zonen-Oberliga Mittelrhein-Pfalz-Hessen abgelöst wurde, und in der die saarländischen Vereine nicht mehr vertreten waren. Zu Beginn des Jahres 1947 wurde die Ehrenliga eingeführt, was damals die zweithöchste Spielklasse war. Der VfR hatte sich für die Zonenliga qualifiziert, musste aber seinen Platz für einen Saarlandverein räumen. Auch in der Ehrenliga musste der VfR seinen Platz freimachen und spielte ab Oktober 1947 in der Landesliga. Dieser gehörte er bis zur Saison 1950/51 an.

VfR feiert Erfolge im Pokal

Der VfR wurde Pokalsieger der vorderpfälzischen Landesliga und musste nun gegen den Pokalsieger Rheinhessen-Nahe, die SG Gonsenheim, und gegen den Pokalsieger der Westpfalz, die SG Pirmasens, angetreten. Beide Spiele gewann der VfR und wurde Südwest-Pokalsieger. Nun musste der VfR gegen die Spfrd. Herdorf aus dem Rheinland auf dem Platz von Hassia Bingen, antreten. Das Spiel endete nach Verlängerung 2:2, wobei der VfR am Ende nur noch neun voll einsatzfähige Spieler auf dem Platz hatte. Das Wiederholungsspiel im Koblenzer Stadion gewann der VfR mit 2:0 und qualifizierte sich damit für die Aufstiegsrunde zur Oberliga Südwest, die aus zwei Gruppen aus je vier Vereinen, bestand. Der VfR wurde Sieger der Gruppe 1 und musste gegen den Sieger der Gruppe 2, die SpVgg Weisenau, in Worms antreten. Das Spiel gewann der VfR mit 4:1 Toren und stieg damit in die Oberliga Südwest auf.

Sieg über 1. FCK beschert den Klassenverbleib

Der VfR Frankenthal gehörte ab der Saison 1951/52 wieder dem Fußball-Oberhaus an. Dem VfR gelang ein überraschender 0:1 Sieg beim amtierenden deutschen Meister 1. FC Kaiserslautern und damit der Klassenerhalt. Nach dem ersten Spieltag der Saison 1952/53 wurde der VfR durch das DFB-Bundesgericht in die zweite Liga verbannt, weil in der vorherigen Saison ein Bestechungsversuch ermittelt worden war. Nach einem Jahr stieg der VfR als Gruppenzweiter in die Oberliga Südwest auf und spielte in der Saison 1953/54 wieder im Oberhaus und blieb darin bis zur Saison 1960/61. Nach einem Jahr der Zugehörigkeit in die 2. Oberliga Südwest stieg der VfR als Gruppenzweiter zur Saison 1962/63 wieder in die Oberliga Südwest auf. Danach wurde die Fußball-Bundesliga eingeführt.

Die beste Platzierung in der Oberliga Südwest gelang dem VfR in der Saison 1956/57, als er unter Trainer Fritz Pliska mit zwei Punkten Rückstand zum Tabellenzweiten, der um die deutschen Fußball-Meisterschaft spielen durfte, Dritter wurde. Pech war für die VfR-Mannschaft, dass der Spielmacher Heinz Kraußer wegen einer Gehirnhautentzündung für lange Zeit ausfiel, was eine erhebliche Schwächung bedeutete.

Beste Platzierung unter Hans Pilz erreicht

Nach Einführung der Bundesliga spielte der VfR in der Regionalliga Südwest ab der Saison 1963/64 bis zur Saison 1968/69. Zwar gelang dem VfR der sofortige Wiederaufstieg, aber nach zwei Jahren war der Abstieg wieder nicht zu vermeiden. Nach der Zugehörigkeit in verschiedenen Amateurklassen spielt der VfR heute in der A-Klasse Rhein-Pfalz. Die beste Platzierung in der Regionalliga Südwest erreichte der VfR in der Saison 1965/66 als unter Trainer Hans Pilz der siebte Tabellenplatz belegt wurde. In der 1. DFB-Pokalrunde schied der VfR am 16. Januar 1965 mit 0:5 gegen den VfB Stuttgart und am 1. September 1976 gegen Union Solingen mit 0:1 nach Verlängerung aus. Zuvor hatte man sich am 8. August 1976 in Solingen mit 1:1 nach Verlängerung getrennt. Damit kam es zum Wiederholungsspiel in Frankenthal.

Als der Frauenfußball aufkam, lehnte der VfR ihn ab, weil Fußball eine Kampfsportart und damit eine Männersache sei, so die Argumentation. Es gab aber nicht nur die Vertragsspieler-Mannschaft des VfR, sondern auch die VfR-Amateure, die, als der VfR aus der Regionalliga Südwest abgestiegen war, VfR 1 b hieß. Zuerst spielte man in der B-Klasse bis zur Saison 1959/60. Als man Meister geworden war, wurde ab der Saison 1960/61 in der A-Klasse Nord gespielt. 1973 wurde der Pokal des vorderpfälzischen Bezirks gewonnen und man spielte im DFB-Pokal auf regionaler Ebene und schied erst gegen TuS Neuendorf, das in der Regionalliga spielte, im Stadion Oberwerth mit 0:5 aus. Heute spielt der VfR Frankenthal II in der B-Klasse Rhein-Pfalz Nord.

Jugendmannschaften als Aushängeschilder

Ein Aushängeschild des VfR waren die C-, B- und A-Jugendmannschaften. Ehrenvorsitzender der Jugend war Karl Bernad. Diese Jugendmannschaften wurden oft Meister des Kreises Vorderpfalz. Der größte Erfolg war der Gewinn der Südwestmeisterschaft durch die A-Jugend. Etliche Jugendspieler des VfR spielten in der Südwestauswahl. Erst später wurden die jüngeren Mannschaften der D, E und F-Jugend eingeführt. Beim VfR gab es noch eine AH-Mannschaft, die Freundschaftsspiele austrug. Auch muss erwähnt werden, dass sie Fußballspiele, wie auch die Vertragsspieler-Mannschaft, gegen den ESC Colombes, der Partnerstadt von Frankenthal, ausgetragen haben.

Beim VfR wurde aber nicht nur Fußball gespielt, sondern auch Handball und Tischtennis sowie Leichtathletik betrieben. Es gab im Handball eine 1. und 2. Herrenmannschaft sowie ein Frauenteam. Hallenhandball kannte man noch nicht, sondern Feldhandball. Bekanntester Spieler war Richard Weppler, der in der Pfalzauswahl spielte und später Trainer des pfälzischen Handballverbandes war, während die Spielerin Brigitte Schlegel, die vom VfR zum Bundesligisten Südwest Ludwigshafen wechselte, auch in der Nationalmannschaft im Tor stand. Aus der VfR-Handballabteilung ging der HSC Frankenthal hervor.

Aus VfR-Leichtathleten ging LAC Frankenthal hervor

Die Leichtathletik kam beim VfR gegen Ende der 1950er Jahre fast zum Erliegen, als viele Sportler den VfR verließen. Ein Aufschwung trat erst wieder in den 1960er Jahren ein, als Wilhelm Schramm die Leitung der Abteilung und Karl Theobald jun. das Training übernahmen. Mehrere Pfalztitel wurden errungen und etliche Sportler standen in der Pfalzbestenliste. Wolfgang Ziegler erreichte bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften vom 4. bis 6. August 1967 im Stuttgarter Neckarstadion im 100 m Endlauf in 10,4 Sekunden den fünften. Platz. Nicht zu vergessen sind die Sportfeste, die die Leichtathletik-Abteilung durchführte und bei denen nationale und internationale Größen wie Heinz Fütterer auftraten. Aus der Leichtathletik-Abteilung ging der LAC Frankenthal hervor.

Aus der Tischtennis-Abteilung, die es einmal gab, ist die Spielerin Griti Bernhard zu erwähnen, die mehrmals Pfalzmeisterin im Dameneinzel wurde. Später bildeten sich die Tischtennisvereine. Dem VfR ist zu wünschen, dass er im Fußballsport wieder bessere Zeiten erleben und in eine höhere Spielklasse aufsteigen möge. Dafür, dass der VfR einmal der höchsten deutschen Spielklasse angehörte, sollte er sich zum Ziel setzen, die Oberliga Südwest zu erreichen.

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