Frankenthal Geld für Schulen in Ghana

Um Geld für Schulen im afrikanischen Ghana zu sammeln, ging die Botschafterin von Opportunity International, Marta Binder, Ende Juli in Warendorf mit dem Fahrrad auf Spendentour durch Deutschland. Am Mittwoch machte sie Station in Frankenthal, wo sie von Juwelier Jens Scholz, ebenfalls Opportunity-Botschafter, empfangen wurde.
„Heute bin ich nach 14 Tagen das erste Mal nass geworden“, berichtete Marta Binder, als sie gegen Abend nach 102 geradelten Kilometern in der Fußgängerzone eintraf. Ihre Zwischenstopps liegen neben Frankenthal unter anderem in Halle, Bielefeld, Böblingen, Bad Kreuznach. Endstation ist Köln, an die 1400 Kilometer will sie bis dahin bewältigt haben. Für ihr Ziel, die Lage in vielen Schulen Afrikas zu verbessern, habe sie auf ihrer Tour bereits viele Spenden und Mikrokredite erhalten, so Binder. „Ich bin bei vielen Opportunity-Botschaftern auf meiner Reise für eine Nacht untergekommen, die alle etwas zu dem Projekt beigetragen haben“, erläuterte Binder. Auch Banken und private Unterstützer hätten Kredite zur Verfügung gestellt. „Ich freue mich über jede Spende“, sagte Binder. Favorisierte Geldgeberin bleibe aber ihre achtjährige Enkelin Roja, die für jeden gefahrenen Kilometer einen Cent dazugeben wolle. Überall, wo Binder Rast macht, bietet sie Informationen und Materialien über Opportunity International an. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in Entwicklungsländern mit Mikrokrediten aus der Armut zu helfen. Geld fließt auch in den Bau von Klassenräumen, Sanitäreinrichtungen, Schulbüchereien und -gärten. Binders Ziel ist es, die Abbrecherquote in den Schulen Ghanas zu senken und die Alphabetisierungsquote zu erhöhen. „Bildung ist der Schlüssel gegen Armut“, betonte die Opportunity-Botschafterin. Schon bei ihrer ersten Spenden-Radtour durch Norddeutschland im vergangenen Jahr setzte sich Binder für das Opportunity-Programm Microschools ein, nachdem sie sich in Ghana ein Bild von den katastrophalen Bildungsbedingungen gemacht hatte. 2013 erradelte sie über 11.000 Euro. Dieses Jahr soll es sogar noch mehr werden. „Ich fahre schon lange und gerne Rad“, erzählte Binder. „Doch auf die Idee, damit Spenden für Ghana zu sammeln, bin ich erst durch meinen Sohn Jan gekommen.“ Dieser war Opportunity-Pressesprecher, bevor er bei einem Unfall in Ghana tödlich verunglückte. Marta Binder möchte den Einsatz ihres verstorbenen Sohnes für Ghana fortsetzen. Außerdem will die Opportunity-Botschafterin das Bewusstsein von Schülern in Deutschland für die Probleme der dortigen Kinder schärfen. (bgz)