Frankenthal Günter Dreher und die besondere Körpererfahrung

Ein Hauch von „Rocky“ weht durch Frankenthal. Die Hollywood-Box-Legende hat ja Massen fasziniert. Auf Show setzt Profi Firat Arslan zwar nicht, aber mit seinen 43 Jahren ist er eben auch schon ein alter Haudegen im Ring und hat dennoch ein großes Ziel: Er will mit Günter Drehers Hilfe und dessen Geräten im Tonus-Sportstudio wieder Weltmeister im Cruiser-Gewicht (bis 90,7 Kilo) werden. Von 2007 bis 2008 hatte er den Titel bereits inne. Und was hat nun ein seriöser Boxer mit einem Leinwand-Helden gemeinsam? Nun: Beide wollen auch in einem nicht mehr ganz typischen Leistungssportalter noch oben angreifen. Und wie der Filmboxer muss der im Raum Stuttgart wohnende Arslan eine saftige Niederlage verdauen: Denn im Januar hatte er im Weltmeisterschaftskampf gegen Marco Huck vor rund 11.000 Zuschauern in der Stuttgarter Schleyer-Halle per K.o. das Nachsehen. Doch Firat Arslan hält an seinem Ziel fest. „Ich wäre dann der älteste Box-Weltmeister aus Europa“, sagt der 43-Jährige. Geht sein Plan auf, kommt er sogar in die Ruhmeshalle, denn bislang waren nur die Legenden Foreman, Hopkins und Holyfield ältere Weltmeister. Ein ganz schön erlauchter Kreis. Ist ja schön und gut, mag man nun denken. Aber was hat Firat Arslan mit Frankenthal am Hut? Ganz einfach: Er trainiert jetzt ab und zu hier und hofft, dass ihm Günter Dreher den nötigen körperlichen Feinschliff geben kann. „Mir geht’s um ein Gesamtkonzept. Wann laufe ich, wann kommt Krafttraining, wann ist Boxen an der Reihe. Das auszuarbeiten, ist Günters Part“, beschreibt Arslan die Idee der Zusammenarbeit. Am Mittwoch war der Box-Profi im Tonus und hat mit Dreher alles durchgesprochen. Blicken ließ sich dort dann auch mal Gamesch Rwil aus Bobenheim-Roxheim. Er ist aktuell der einzige Profi-Boxer in der Region, kennt Dreher und Arslan und hat so den Kontakt hergestellt. Dreher freut sich natürlich über seinen neuen Schützling und die Herausforderung. Sein Konzept basiere darauf, den Körper über Bewegungen zu trainieren. „Firat hat eine enorme Physis, da müssen wir nichts machen. Jetzt geht es darum, seine Athletik so zu verbessern, dass er sich filigraner bewegen kann.“ Als ein Beispiel drückt Dreher dem Boxer eine Kettlebell (eine Kugel-Hantel) in die Hand. „Hier trainiert man über die Dynamik, weil man schwingt. Der ganze Körper arbeitet und vor allem der Rumpf wird so stabil, was ja für Boxer ganz elementar ist“, sagt der Fitnessexperte. Ihm gehe es darum, Arslan eine „ganz neue Körpererfahrung“ zu verschaffen. Der Boxer wiederum freut sich auf alles: „Ich will neue Reize.“ Ted Lackner ist Arslans Krafttrainer und war in Frankenthal mit dabei: „Wir haben zu Günter Dreher ein großes Vertrauensverhältnis, sonst wären wir gar nicht erst hier.“ Er und Arslan wollten von seinem „Wissen rund um den Körper“ profitieren und so die nötigen paar Prozent herauskitzeln. Arslan hofft auf seinen nächsten Kampf am 7. Juni. „Die Verhandlungen laufen aber noch.“ Es wird dann noch nicht um die Weltmeisterschaft gehen. „Nach meiner Niederlage muss ich mich erst wieder hocharbeiten und ein-, zweimal beweisen“, so der 43-Jährige. Um den WM-Gürtel soll es Ende 2014/Anfang 2015 gehen. „Dann wollen wir Geschichte schreiben“, kündigt Arslan an. Klappt alles, wird Dreher mächtig stolz am Ring sitzen, darf sich als „Mit-Weltmeister“ fühlen und hat auch beste Werbung für sein Studio.