Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Freibad Frankenthal: Kalte Brause schreckt ab

Schöne Aussichten: Erika Müller und Biggy Vanderlin genießen Seeblick und Sommercocktail an der Beachbar.
Schöne Aussichten: Erika Müller und Biggy Vanderlin genießen Seeblick und Sommercocktail an der Beachbar.

Die Badesaison startet, doch das Freibad ist noch nicht im Top-Zustand, denn die Sanierung lässt auf sich warten. Es droht der Verlust von Badegästen.

Zwei Duschen für 200 Damen. Kein Witz, sondern eine Hochrechnung für das Strandbad, in das an Rekordtagen 5000 Gäste kommen. Der Zustand herrscht seit mehr als zehn Jahren. Denselben Sanierungsstau gibt es in den Herrenduschen. Ganz zu schweigen von verstopften Abflüssen und kaltem Duschwasser, wenn das Bad voll und der Warmwasserspeicher leer ist. So mancher Sportschwimmer wäscht sich lieber daheim.

Den Stammgästen muss es wie Hohn erscheinen, wenn in Frankenthals Freibad an anderen Stellen investiert wird und sie auf eine undatierte Zukunft vertröstet werden. Denn laut Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) muss vor einer möglichen Sanierung erst die Infrastruktur von Hallenbad und Strandbad auf den Prüfstand. Zu klären ist die Frage, ob ein Kombibad sinnvoll ist.

Badegäste, die ab 30 Grad erscheinen und Spaß suchen, kommen hingegen schon jetzt im Strandbad immer mehr auf ihre Kosten. Fairerweise muss man sagen: Auch das hat es seit mehr als einem Jahrzehnt nicht gegeben und irgendwo muss ja bei dem immensen Sanierungsstau angefangen werden. Nicht alles geht auf einmal.

Der Spaßfaktor ist seit einem Jahr gestiegen, genauso Besucherzahlen. Sind das dann nicht mehr Gäste, die duschen wollen? Eine kalte Brause mag man trinken, aber nicht auf der Haut haben. Sonst geht man lieber in andere Freibäder. Die Pflicht muss erledigt werden, dann kommt die Kür.

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