Frankenthal Frankenthal: Firma Olker konnte noch einmal wachsen

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Mit inzwischen mehr als 40 Mitarbeitern zählt die Ingenieurbüro Olker GmbH in Deutschland durchaus zu den größeren Spezialisten im Tragwerksbau.

„Beratung mit Plan“ – der Slogan auf dem Schild vor dem 2014 eingeweihten Firmengebäude von Olker Ingenieure in der Adam-Opel-Straße im Industriepark Nord vermittelt in aller Kürze, was das Selbstverständnis des Büros seit dessen Gründung vor gut 45 Jahren prägt: Können und Wissen einerseits, Kundenorientierung andererseits. Was die mehr als 40 Mitarbeiter können und wissen, das ist für Laien nicht immer zu erkennen, steckt aber in vielen Gebäuden in der Rhein-Neckar-Region und darüber hinaus. „Beim Stichwort Tragwerksplanung wissen tatsächlich die wenigsten, was wir genau machen“, sagt Pascal Bison. Er und Uwe Reichert bilden als Doppelspitze die Geschäftsführung der hundertprozentigen Tochter der imo Hüther GmbH. Der Anspruch an die betreuten Projekte ist immer derselbe: Egal ob es um Brücken, Schulen, Sporthallen oder die Stahlkonstruktion eines Werks in der chemischen Industrie geht: „Das Gebäude soll möglichst wenig kosten, gut aussehen und sicher stehenbleiben, solange es genutzt wird“, bringt es Bison auf den Punkt. Allerdings seien die Anforderungen gerade im Industriebau wie bei der BASF sehr viel komplexer, weil beispielsweise Vibrationen oder starke Temperaturschwankungen berücksichtigt werden müssten. Eine zusätzliche Herausforderung: Inzwischen sei bei vielen Vorhaben aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Effizienz bereits eine baubegleitende Planung üblich. Bison verdeutlicht: „An Details wird noch gearbeitet, während der Bagger schon das erste Loch aushebt.“ Um den Ansprüchen des Markts gerecht zu werden, bedarf es den Geschäftsführern zufolge einer gewissen Größe, weil abhängig vom Umfang eines Auftrags bis zu zehn Leute für ein Projekt eingespannt würden. Mit seinen nach der Übernahme eines Frankenthaler und eines Mannheimer Ingenieurbüros zu Jahresbeginn mehr als 40 Mitarbeitern zählt Olker in Deutschland bereits zu den größeren Akteuren in einer ansonsten eher kleinteiligen Branche: Nur zehn Prozent der Büros mit dem Schwerpunkt Tragwerksplanung in Deutschland haben mehr als zehn Beschäftigte, berichten Bison und Reichert. Und diese Arbeitgeber buhlen um eine offenbar immer kleinere Anzahl von geeigneten Bewerbern: Die Einführung der Bachelor-Studiengänge auch in den technischen Fächern sehen die Olker-Chefs überwiegend kritisch: „Wir sind mit diesem System alles andere als glücklich. Es braucht schon mindestens den Master, um zu können, was ein Diplom-Ingenieur kann“, erklärt Uwe Reichert. Ähnliche Schwierigkeiten sehen er, sein Kollege Bison und Frank Hüther als Vertreter der Eigentümer auch bei Kandidaten für Ausbildungsplätze zum Beispiel als technischer Zeichner. Die genügten oft nicht dem „gewissen Anspruch“ des Ingenieurbüros. Genauigkeit und Sorgfalt seien oft vernachlässigte Aspekte. „Näherungsweise Ergebnisse gehen bei einer Tragwerksplanung eben nicht. Wenn ein Maß gefordert ist, dann brauchen wir dieses Maß und nicht ungefähr dieses Maß“, verdeutlicht Hüther. Trotz dieser Hemmnisse betont Uwe Reichert: „Wir bilden aus und unsere Azubis gehören regelmäßig zu den besten in Rheinland-Pfalz.“ Wirtschaftlich steht das Unternehmen nach eigenen Angaben auf solider Grundlage: „Wir blicken auf eine seit längerer Zeit zufriedenstellende Ertragslage zurück“, sagt Frank Hüther. Genaue Umsatzzahlen möchte er nicht nennen, gibt als Größenordnung aber einen Wert von im Schnitt drei Millionen Euro im Jahr an. Dieser Wert schwanke allerdings abhängig von der Auftragslage. Die in „lockeren, entspannten Gesprächen“ angebahnte Übernahme des Frankenthaler Büros Hoffmann habe sich von der Struktur her angeboten, weil beide im Industriebau einen ähnlichen Kundenkreis bedient hätten. Die zweite Neuzugang – das Mannheimer Büro Zahnleiter – sei mit seiner 90-jährigen Geschichte ein eingeführter Name in der Branche. Nach Einschätzung Hüthers hat Olker Ingenieure damit eine Größe erreicht, „die uns recht unabhängig macht von möglichen Konjunkturschwankungen“.

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