Frankenthal Fahnden und forschen

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Die alljährliche Kriminalitätsstatistik – natürlich ist sie so etwas wie die wiederkehrende Leistungsbilanz der Polizei: Haben Kontrollen und Präventionsarbeit einen Effekt auf die Anzahl der Delikte? Gibt es Anhaltspunkte für neue Problemfelder? Die Zahlen einerseits und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger andererseits zu einem Bild zu fügen und damit die eigene Arbeit zu überprüfen – dieses Ziel hat sich die Polizeiinspektion (PI) Frankenthal unter ihrem Chef Heiko Arnd für 2015 gesetzt. Wissenschaftler der Deutschen Hochschule der Polizei werden sich deshalb bis zum Sommer mit den für Frankenthal und Umgebung erhobenen Daten beschäftigen und mit Blick auf die Bevölkerungsstruktur Empfehlungen aussprechen. „Das haben wir im Verkehrsbereich schon erfolgreich praktiziert. Unser Fokus auf die Fahrradfahrer war hier eins der Ergebnisse. Ähnliches erhoffen wir uns jetzt bei der Kriminalität“, sagt Arnd. Im Dienstbezirk seiner Inspektion, zu dem neben der Stadt Frankenthal die Gemeinde Bobenheim-Roxheim sowie die Verbandsgemeinden Lambsheim-Heßheim und Maxdorf gehören, ist die polizeilich registrierte Kriminalität 2014 von 6019 auf 5637 Fälle gesunken (minus 6,4 Prozent). Die Aufklärungsquote nahm laut Polizei um 2,2 Punkte auf 58,1 Prozent ab. Bei der Häufigkeit der Straftaten mit Bezug zur Einwohnerzahl liegt die Inspektion unterhalb der Werte des Landes und des Polizeipräsidiums Rheinpfalz: Deren Häufigkeitsziffer – sie gibt die Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner an – beträgt 7204 (Präsidium) und 6621 (Land). Die PI Frankenthal rangiert bei 6479. Obwohl diese Zahl eine heile Welt suggeriert, gibt es in Stadt und Umland spezielle Probleme, mit denen sich die Polizei vorrangig beschäftigt. Eins davon: die Wohnungs- und Tageswohnungseinbrüche. Rund 150 Taten gab es im vergangenen Jahr. Die vielen Feldrandlagen der Wohngebiete in den Vororten Frankenthals und in den Umlandgemeinden in Kombination mit der guten Verkehrsanbindung zu Autobahnen und Bundesstraßen seien dafür verantwortlich. „Die Täter wollen schnell hin und schnell wieder weg“, sagt der stellvertretende Inspektionsleiter Thomas Jung. Die Polizei hat in dreifacher Hinsicht reagiert: Beamte sind 2014 knapp 170 Sonderstreifen in entsprechend gefährdeten Gebieten gefahren. Präventionsarbeit und Beratung wurden verstärkt. Außerdem sei ein spezieller Flyer entwickelt worden. Den warfen Streifenbeamte überall dort ein, wo sie leichtsinnig geöffnete oder gekippte Fenster beobachteten. Die Zettel enthielten neben der Warnung „Dieses Mal waren wir zuerst hier“ auch das Beratungsangebot der Polizei: „Wir geben gerne Tipps, wie Hauseigentümer den Widerstandswert ihrer Immobilie verbessern können“, betont Heiko Arnd. Was dem Polizeirat und seinen Kollegen im Außendienst zunehmend Sorgen bereitet, ist die Gewaltbereitschaft gegenüber den Ordnungshütern – 42 Taten, die von der Beleidigung bis zur massiven Bedrohung reichten, gab es 2014. „Der Respekt nimmt ab“, konstatiert Arnd. Ein mögliches Mittel, das derzeit in Rheinland-Pfalz getestet wird, sind an der Uniform angebrachte Kameras – die sogenannten Bodycams. Für Brennpunkte hält Arnd, der Mitglied einer hochrangigen Projektgruppe zu diesem Thema war, die Geräte für sinnvoll. „Allerdings im Sinne des Datenschutzes und der Datensparsamkeit räumlich und zeitlich begrenzt“, unterstreicht der Inspektionsleiter. Kontakt Wer online mit der Polizei zu den unterschiedlichsten Themen in Kontakt treten möchte, kann das über die neue Plattform www.pid.polizei.rlp.de.

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