Frankenthal Einwurf: Späte Einsicht

Die Kalkablagerungen im Rhein zwischen Autobahnbrücke und Hofgut Petersau sind ein Musterbeispiel dafür, wie sorglos in der Chemiebranche allgemein und eben auch bei der BASF jahrzehntelang mit umwelt- und gesundheitsgefährdenden Altlasten umgegangen worden ist. Erst wenn das Prinzip Totschweigen nicht mehr funktioniert, entschließt man sich endlich zu einer Sanierung. Nach fast 60 Jahren. Während dieses Zeitraums sind Tausende von Spaziergängern mit und ohne Hund auf dem beschaulichen Uferweg an dem toxischen Material vorbeigepilgert und waren bei Niedrigwasser der Gefahr gesundheitlicher Beeinträchtigungen ausgesetzt. Immerhin reifte bei der BASF vor drei Jahren die späte Einsicht, diesen Bereich abschirmen zu müssen. Der Ernst der Lage ist offenbar erkannt, die Sanierung unausweichlich – auch wenn der im Ausschuss anwesende Vertreter des Chemiekonzerns bezeichnenderweise dazu kein Wort verlor.