Frankenthal „Der Kommerz ist in der Bundesliga angekommen“

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FRANKENTHAL. Beim Primus-Cup für Traditionsfußballmannschaften am Samstag in der Frankenthaler Sporthalle Am Kanal trafen die Pfalz-Allstars auf die Traditionsteams des 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Nürnberg, SC Freiburg und SV Darmstadt 98. Gerd Backes, der für den VfR Frankenthal in der Regionalliga spielte, fungierte als Trainer an der Seitenlinie. Im Interview spricht er über Tradition, legendäre Fußballer und den VfR.

Herr Backes, Marco Reich, Thomas Riedl, Alexander Bugera sind alle Spieler, denen Ihr Team gleich in der ersten Partie begegnete. Was haben Sie Ihrer Mannschaft vorher gesagt?

Dass der Spaß im Vordergrund stehen soll. Wir haben versucht, uns gut zu verkaufen, und das ist uns gelungen. Das Motto des Turniers lautet „Fußball-Legenden zaubern in der Pfalz“. Wer ist für Sie von den hier anwesenden Spielern eine Legende? Frank Mill, auf jeden Fall. Auch David Odonkor spielt sehr gut. Borussia Dortmund hat viele Leute, die etliche Bundesligaspiele und A-Nationalmannschaftsspiele gemacht haben. Aber in jedem Team sind Spieler, die eine gute Vita haben. Beim Cup spielen Traditionsteams. Was macht für Sie Tradition aus? Tradition rührt aus der Vergangenheit. Der BVB, der FCK aber auch Wormatia Worms und der KSC sind für mich Traditionsmannschaften. Wie stehen Sie dann zu Vereinen wie RB Leipzig, VfL Wolfsburg oder Bayer Leverkusen? Der Kommerz ist in der Bundesliga angekommen. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Die 50+1-Regel muss man aber akzeptieren. Ich glaube, dass es ohne Vereine wie den VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und auch Bayern München nicht mehr geht. Die Vereine dürfen ihre Tradition aber nicht vergessen. Der FCK hat eine tolle Tradition. Ich bin kein Fan, aber ich würde es ihnen gönnen, wenn sie es schaffen, wieder in der Bundesliga zu spielen. Das würde mich auch für die Region freuen, in der so viele sportverrückte Menschen leben. Wenn Sie kein Fan vom FCK sind, für welchen Verein schlägt dann ihr Herz? Für den FC Bayern München. Das kann ich sagen (lacht). Das wissen alle, die mich kennen. Ich bin aber nicht erst Fan seit sie erfolgreich sind, sondern schon mindestens seit 40 Jahren. Sie haben mit dem VfR zweitklassig gespielt. Danach standen Sie 30 Jahre als Trainer an der Seitenlinie von vielen Vereinen in der Umgebung. Wie hat sich der Fußball verändert? Er ist moderner, schneller und aggressiver geworden. Der Fußball hat sich positiv entwickelt. Er ist auch athletischer geworden. Die Stützpunkte, die der DFB vor Jahren ins Leben gerufen hat, und die Talente, die daraus hervorgegangen sind, waren förderlich für den deutschen Fußball. Zurück zum VfR: Verfolgen Sie die Spiele des Vereins noch? Ja, aber mit einer Träne im Knopfloch. Ich würde mich freuen, wenn sie sich wieder fangen.

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