Ludwigshafen
Das interkulturelle Festival „So klingt LU“ zieht rund 1000 Besucher ins Stadtzentrum
Mit Musik Grenzen überwinden: Beim Kultur-Festival „So klingt LU“ brachte die magische Kraft der Klänge am Samstag in Ludwigshafen Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen und Muttersprachen zusammen.
Zum dritten Mal hatte der Beirat für Migration und Integration in Kooperation mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz das Festival ausgerichtet - erstmals allerdings an drei Standorten mit sechs „Bühnen“: im Wilhelm-Hack-Museum, in der Staatsphilharmonie sowie im Kulturzentrum „Das Haus“. Damit waren nicht zuletzt größerer Aufwand und Abhängigkeit vom Wetter verbunden, sollten doch mehrere Auftritte unter freiem Himmel stattfinden.
Die Beiratsvorsitzende Dolly El-Ghandour und Jörn Rebholz, der Leiter des Bereichs Integration und Weiterbildung im Sozialdezernat der Stadtverwaltung, zeigten sich erfreut über den guten Besuch schon des Festivalauftakts im „Haus“. Nach der Begrüßung der Besucher im Saal des Kulturzentrums gestaltete dort das „Ensemble Mosaik“ einen „musikalischen Dialog aus anderen Teilen der Welt“. Dazu gehörte auch ein über 1000 Jahre altes Stück aus dem Süden Spaniens.
Viele Festivalbesucher verfolgten kurz darauf indische Tänze unter der Leitung von Pranita Rottmann im Hof des Kulturzentrums. Die gebürtige Inderin und Wahl-Ludwigshafenerin hatte erst einen Solo-Auftritt und präsentierte dann mit ihrer Tanzgruppe Mastani für Bollywood-Filme typische Tanzbewegungen. Zum Abschluss des Auftritts beteiligten sich zahlreiche Besucher an einem kompakten Workshop, bei dem es galt, einfache Gesten auszuführen. Jüngere wie ältere Gäste tanzten dabei friedlich im Takt.
Allein im „Haus“ gab es mehr als ein Dutzend Aufführungen, womit dort ungefähr die Hälfte des Festivalprogramms lief. Von der orientalisch angehauchten Musikschule „U Can Music School“ aus Mannheim (www.ucanmusic.com) und des ebenfalls dort angesiedelten, erst vor einem halben Jahr gegründeten Vereins Stage Dream Rhein-Neckar (www.stagedream.de), der sich dem Thema Musical verschreibt, über die „Metal Band“ aus Ludwigshafen und Musik aus Rumänien mit „Promoroaca“ bis hin zum Tanz der Derwische. Übrigens: Das Wetter hielt trotz dunkler Wolken hier und da das ganze Festival über.
Im Wilhelm-Hack-Museum gab es unter anderen audiovisuelle Einblicke in ein ähnliches Projekt wie „So klingt LU“: Der Film „Als ob die Welt tanzt“ von Regisseur Mario Di Carlo stellt das „Ethno Germany Music Camp“ vor, bei dem sich alljährlich junge Musikerinnen und Musiker aus aller Welt auf der Burg Lichtenberg bei Kusel austauschen. Das Programm, das binnen zehn Tagen dort erarbeitet wird, präsentieren sie dann in Ludwigshafen und in Kusel.
Die 70-minütige Doku hatte vergangenes Jahr Premiere beim Festival des Deutschen Films auf der Parkinsel. Regisseur Mario Di Carlo beantwortete neben Kameramann Klaus Woller nach der Vorführung einer 20-minütigen Kurzfassung verschiedene Fragen der Besucher – etwa nach weiteren Möglichkeiten, den Film anzuschauen. Die ganze Doku wird am 15. Juni beim Inselsommer in LU gezeigt. Weitere Vorführungen in der Chemiestadt und in Mannheim seien geplant.
Bevor „So klingt LU“ mit dem Auftritt des „Ensembles Octans“ der Colourage Orchesterakademie der Staatsphilharmonie einen fantastischen Abschluss fand, ermöglichten Mitglieder des Vereins „Sahaja Yoga Kultur“ den Besuchern ebenfalls im Saal der Philharmonie mit Meditationsübungen zum Mitmachen, zu tiefer Entspannung zu finden (weitere Infos unter www.sahajayoga.de). Derart erfrischt, hatten zahlreiche Gäste genügend Energie, nach Standing Ovations für das Octans-Konzert auch noch die virtuose Jam-Session der acht Musiker mit mehreren musikalischen Gästen bis zum Ende zu verfolgen und ebenfalls mit Beifall und Jubelrufen zu feiern. Insgesamt dürften in diesem Jahr knapp 1000 Besucher die rund 30 Veranstaltungen des Festivals besucht haben, schätzte Jörn Rebholz am Samstagabend.