Frankenthal Blitzkarriere im liberalen Lager

Arbeitet mit seinen Parteifreunden aktuell an einem Positionspapier: Thomas Börstler.
Arbeitet mit seinen Parteifreunden aktuell an einem Positionspapier: Thomas Börstler.

Geht es um die politische Zukunft seiner Partei, hat der neue FDP-Kreisvorsitzende Thomas Börstler zwei Ziele klar vor Augen: den Wiedereinzug der Liberalen in den Deutschen Bundestag am 24. September und ein gutes Abschneiden bei der Frankenthaler Kommunalwahl in zwei Jahren, um im Stadtrat erneut in Fraktionsstärke mitmischen zu können.

Börstler räumte im Gespräch mit der RHEINPFALZ ein, dass der derzeitige „Einzelkämpferstatus“ nicht gerade ideal sei, da die FDP in den Ausschüssen (bis auf den Kulturausschuss) nicht vertreten sei und sich die Informationen daher anderweitig beschaffen müsse. „Wir wollen 2019 gestärkt auftreten“, hob er hervor. Derzeit arbeite der Kreisvorstand an einem Positionspapier, bei dem es schwerpunktmäßig um die Themen Verkehr, Radfahrer und Biotonne gehe. Zum Bau einer Flüchtlingsunterkunft werde eine kostengünstigere Alternative vorgeschlagen. Auch die Finanzen der Stadt würden auf Einsparpotenziale abgeklopft. Nach wie vor Sorge mache der Unterrichtsausfall an den Schulen, merkte der FDP-Kreisvorsitzende an. Für ihn sei Bildung ein Kernthema liberaler Politik. Der in Ludwigshafen geborene und in Bobenheim-Roxheim aufgewachsene Thomas Börstler hat bei den Liberalen in rasantem Tempo Karriere gemacht. Zu Studentenzeiten noch CDU-Mitglied, habe er schon immer eine liberale und tolerante Einstellung gehabt und sei Mitte der 90er-Jahre auf FDP-Linie eingeschwenkt, bekennt er. Während des Landtagswahlkampfs 2016 suchte er ganz gezielt einen Informationsstand auf und erklärte, bei der FDP mitmachen zu wollen. Kurze Zeit später wurde Börstler zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden und ein Jahr später zum Chef der Frankenthaler Liberalen gewählt. Inzwischen ist er als Mitglied des Landesfachausschusses Wirtschaft und Verkehr auch öfter in Mainz zugange. Börstler ist mit einer Kinderärztin verheiratet und Vater von zwölfjährigen Zwillingsmädchen. Am Gauß-Gymnasium in Worms, wo zufälligerweise sein verdienter Parteifreund Günther Serfas lange Jahre Schulleiter war, hat er 1989 Abitur gemacht und nach einem kurzen Intermezzo bei der Bundeswehr in Mannheim Betriebswirtschaft studiert. Er hängte vier Semester dran und machte seinen Abschluss als Wirtschaftsingenieur. Dann verschlug es ihn ins Frankenland. Er arbeitete bei der Firma Fresenius Medizintechnik in Schweinfurt, um 2006 in die Kurpfalz zurückzukehren – mit Arbeitsplatz in Mannheim bei der Firma Hutchinson und Wohnsitz in Schifferstadt. Seit 2011 ist der 48-jährige Thomas Börstler Frankenthaler Bürger und mit seiner Familie im Neubaugebiet an der ehemaligen Landwirtschaftsschule heimisch geworden. Als Manager einer Autozuliefererfirma – zuständig für den weltweiten Einkauf – pendelt er seit vier Jahren von der Vorder- in die Westpfalz, nach Enkenbach-Alsenborn. In seiner Freizeit geht der FDP-Mann ins Fitnessstudio oder liest gerne, vorzugsweise Bücher mit geschichtlichem oder politischem Inhalt. Und nach dem Termin mit der RHEINPFALZ ging er am Mittwochabend postwendend in Frankenthal auf Tour, um Plakate für die Bundestagswahl aufzuhängen. Schließlich wolle die FDP ja Regierungsverantwortung übernehmen. „Ich bin sehr zuversichtlich“, meinte Thomas Börstler schmunzelnd.

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