Frankenthal Blaue Stunde mit Panther und Löwen

Federleicht ließ der Popchor unter Leitung von Matthias Frefat einen Reggae schweben.
Federleicht ließ der Popchor unter Leitung von Matthias Frefat einen Reggae schweben.

Frei nach der Devise „wir können auch Rock und Jazz“ standen die Popularmusik-Ensembles der Städtischen Musikschule Frankenthal am Sonntagnachmittag im Mittelpunkt des musikalischen Dämmerschoppens. Vor voll besetzten Tischen – rund 60 Besucher waren gekommen – boten die jungen Künstler ein vielfältiges Programm zwischen Swing, Musical und Reggae.

Mit einem launigen „Ende Februar mach’ ich mich vom Acker“ begrüßte Hans-Jürgen Thoma die Gäste. Nach 28 Jahren als Musikschulleiter, seit Ende 2017 eigentlich im Ruhestand, unterstützt Thoma zurzeit noch die kommissarische Leiterin Mechthilde Wieder-Fücks. Noch sei nicht entschieden, wer sein Nachfolger werde, so Thoma. Die Stelle solle erneut ausgeschrieben werden. Den Anfang im Programm machte die Band Of Course. Michael Graf (Gitarre, Bass), David Scheer (Schlagzeug) und Jörg Schöllhorn (Piano, Synthesizer) – nach eigenen Worten „alteingesessene Donnerstags-Über“ – verfügen unter anderem als Stammgäste auf den Rheinland-Pfalz-Tagen über etliche Bühnenerfahrung. Acht Songs hatten sie dabei. Sängerin Julia Huth überzeugte mit warmem Timbre und interessanten Übergängen von Kopf- und Bruststimme. Gefühlvolle Balladen wie „Warwick Avenue“ (Duffy) und „Time After Time“ (Cindy Lauper) lagen ihr ebenso wie Rockigeres. Mit „If Time Stands Still“ trug sie einen selbst geschriebenen und von der Band arrangierten Song vor. Ein Eigengewächs der Musikschule ist der Popchor unter Leitung von Matthias Frefat. Zurzeit besteht er aus zehn jungen Frauen, die mit sichtbarem Engagement bei der Sache waren und in drei Liedern eine gewisse Bandbreite ihres Repertoires präsentierten. Auf „Circle Of Life“, dem bekannten Titelsong aus dem Musical „König der Löwen“, folgte „Caresse Sur L’Océan“, eine Filmmusik aus „Die Kinder des Monsieur Matthieu“. Besonders gefiel die eigens arrangierte Chorversion des Anti-Kriegs-Songs „Superior“ des Osnabrücker Reggae-Musikers Gentleman (Tilmann Otto). Der Reggae schwebte federleicht a cappella intoniert und mit dezentem Groove im Raum. Zurzeit im Umbruch befindet sich die Bigband, die nach dem Tod von Frank Olbert seit Herbst von Egbert Lewark geleitet wird. Die Band besteht aus 19 fortgeschrittenen Musikern ab 15 Jahren und wird bei Konzerten von einigen Profimusikern verstärkt. Ihr Repertoire ist zwischen klassischem Jazz, Swing und Funk breit aufgestellt. Auf die beiden Standards „Route 66“ und „Li’l Darlin’“ folgte der Duke-Ellington-Klassiker „C-Jam Blues“. Funkige Bläsersätze und locker intonierte Passagen brachen im Stück „September“ von Earth, Wind & Fire durch. Dass die Band durchaus Humor besitzt, stellte sie in dem Stück „It Had Better Be Tonight“ unter Beweis: Dem Song aus dem Musical „The Pink Panther“ (Musik: Henry Mancini) wurden kurzerhand einige Musette-Walzertakte vorangestellt. Als echte Entdeckung erwies sich Sänger Bernd Sold, der eine starke Interpretation des Pink-Panther-Stücks brachte. Und er brillierte mit einem unter die Haut gehenden „Feelin’ Good“, das zuletzt durch Michael Bublés Interpretation wieder populär wurde. Dass die Akustik im Konzertsaal der Musikschule eher für leise Töne geeignet ist, war vor allem in den vorderen Zuschauerreihen zu spüren. Dennoch war es ein runder musikalischer Frühabend.

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