Frankenthal „Bin gespannt wie ein Flitzebogen“

Die Frankenthaler Altenpflegerin Ramona Sedlmeier steht im Finale der RTL-Casting-Show „Deutschlands schönste Frau“ (DSF). Am Mittwoch, 18. März, 20.15 Uhr, geht es für sie ums Ganze. Birgit Karg hat mit ihr darüber gesprochen.
Nein, absolut nicht, aus Spaß wurde Ernst. Wie kamen Sie auf die Idee, sich zu bewerben ? Ich hab’ den Einspieler gesehen, hab’ ein Foto hingeschickt und bekam im September eine Einladung zum Casting nach Köln. Es war der letzte von mehreren Casting-Terminen, dort waren voll die Granatenfrauen, ich wollte fast schon gehen. Kurz zuvor hatte ich mir noch schnell ein Make-up gekauft. Schminktechnisch sind bei Wimperntusche und Kajal sonst meine Grenzen. Mit dem Puderpinsel umzugehen war echt knifflig. Ich glaub, ich sah aus wie ein Streifenhörnchen. Sie haben nicht aufgegeben… Aufgeben ist für mich keine Option. Es kam dann zum zweiten Casting mit Video-Dreh. Danach gab es mehrere Telefon-Interviews und den ersten von insgesamt vier Drehs in Frankenthal. Dreharbeiten in Frankenthal? Ja, viermal war ein RTL-Team in unserer Stadt, und es war immer spannend und überraschend. Der erste Dreh war in Nadyas Beauty Lounge. Dort lag ich zugekleistert mit einer Anti-Aging-Maske mit Pads auf den Augen, plötzlich hörte ich eine Stimme, und Guido Maria Kretschmer (der Moderator) stand vor mir. Ich hab’ gequietscht vor Freude. Wie ist Guido Maria Kretschmer so – lieb und nett, oder kann er auch gemein sein ? Er ist wirklich nur lieb. Wie war das, sich zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen ? Ein komisches Gefühl, fast unwahr, es ging zuerst nicht in meinen Kopf. Man denkt dann gleich „o Gott, wie komm ich rüber“. Von Sendung zu Sendung hat sich Ihr Bekanntheitsgrad erhöht. Werden Sie auf der Straße oft angesprochen? Ja, oft, nicht nur in Frankenthal, auch in Mainz und in Mannheim. Gedreht wurde in einer Villa auf Mallorca – wie haben Sie das erlebt? Wir waren fünf Wochen lang dort. Ohne Handy und Außenkontakte. Es gab einen strengen Zeitplan. Wir wussten in der Regel nicht, was von Tag zu Tag auf uns wartet. Es hieß höchstens mal, leichtes Tages-Make-up, Badesachen oder warme Kleidung mitnehmen. Jeder Tag war voller Überraschungen. Da sind oft die Tränen gekullert, nicht nur vor der Kamera. Am schlimmsten war die Trennung von daheim, von meinen Kindern. Auf meiner Arbeit haben mich Freundinnen und meine Tochter vertreten. Was war Ihre größte Herausforderung – vor und außerhalb der Kamera? Mit 19 anderen Frauen unter einem Dach zu wohnen ist schon ein Wechselbad der Gefühle. Wir waren nach Alter in zwei Gruppen aufgeteilt, U30 und Ü30, und hatten unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen. Aber (überlegt) ich bin noch nicht wirklich an meine Grenzen gekommen. Besonders toll waren das Flyboarding (eine Art Wasserski auf einem fliegenden Brett) mit Top-Model Lena Gercke, das Fotoshooting mit Starfotograf Wolfgang Klein und Yoga mit Sonja Kirchberger. Was stand bei den Dreharbeiten im Vordergrund? Das Aussehen der Kandidatinnen oder ihre Story? Ich glaube, es war das Gesamtpaket, innen und außen schön zu sein. Alle 20 Kandidatinnen waren und sind starke Frauen, und jede bringt ihre eigene Geschichte mit. Ich arbeite ja als Vollzeitkraft in Frankenthal im Haushalt von Fritz Ledig. „Der Fritz“. wie wir ihn nennen, ist zu einer Art Ersatz-Opi für mich und meine Kinder geworden. Wir haben eine besondere Beziehung zueinander, die aus Geben und Nehmen besteht. Er ist mein größter Fan und war schon bei den Dreharbeiten dabei. Für ihn bin ich gerne so etwas wie ein Alltags-Engel. Formate wie DSF stehen in der Kritik wegen „Tränenmeer“ und „Zickenkrieg“– wie sehen Sie das? Die Tränen sind alle echt. Man muss das verstehen durch die Umstände, die gesamte Situation. Vorigen Mittwoch, am Tag des Halbfinales, waren wir morgens noch auf Malle, stiegen dort in einen Privatjet und standen mittags in Paris vor dem Eiffelturm. Alles geht schnell, man lebt intensiver, das ist echt Jet-Set-like. Wie definieren Sie selbst Schönheit? Ganz klassisch als ein Strahlen von innen nach außen. Jede Frau ist auf ihre Weise schön. Schönheit hat nichts zu tun mit Maßen oder Gewicht. Frauen sind schön, wenn sie mit einem Lächeln durchs Leben gehen. … und wie sollte die „schönste Frau Deutschlands“ vom Wesen her sein? Sie muss Herz haben und Mitgefühl, Natürlichkeit, Offenheit und Freundlichkeit. Welche Promis verkörpern für Sie dieses Ideal? Sandra Bullock, Julia Roberts, Sophia Thomalla, Verona Pooth und Nena – die ist der Wahnsinn. Was tun Sie für Ihre Schönheit? Ehrlich gesagt, nicht viel, denn ich hab dazu kaum Zeit, bei drei Kindern, einem sozialen Beruf und als Mama von Zwergpinscher „Peanut“, unserem jüngsten Familienmitglied. Mal schnell Augenbrauen zupfen, Wimperntusche, Kajal. Meine Nägel lass ich mir im French Style machen. Dadurch sind sie widerstandsfähiger bei der Arbeit. Und ich gehe gerne in die Sauna. Was hat Ihnen die Teilnahme an DSF persönlich gebracht? Durch DSF habe ich gelernt, mich anders wahrzunehmen. Man wird sich ja der eigenen Wirkung oft erst bewusst durch die Rückmeldung von anderen. Wie geht es für Sie nach DSF weiter? Ich bin offen für das, was das Leben bringt. Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, würde ich mich wieder bewerben. Und das Allerwichtigste zum Schluss: Was dürfen die Zuschauer beim Finale am Mittwochabend erwarten? Wir wissen noch nicht, was, ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Wer DSF gewinnt, das entscheiden ausschließlich die Zuschauer mit ihren Anrufen. Natürlich will ich gewinnen, aber dazu brauche ich die Unterstützung aller, besonders der Frankenthaler und der Pfälzer. Also: Ruft für mich an!