Frankenthal Bestseller über Jugend unter Nazis

„Die Bücherdiebin“ des deutsch-australischen Schriftstellers Markus Zusak mauserte sich schnell zum Bestseller der Jugendliteratur in Australien, den USA, in Großbritannien und in Deutschland. Heute ist die Verfilmung in der Reihe Filmalternative im Frankenthaler Lux-Kino zu sehen. Doch die deutsch-amerikanische Kinoadaption trifft nur sporadisch den speziellen Ton der Vorlage. Das Fazit: Für Kinder zu erwachsen, für Erwachsene zu märchenhaft.

Die Geschichte spielt 1938: Liesel, Tochter einer Kommunistin, wird zu Pflegeeltern in ein süddeutsches Dorf gebracht. Das Mädchen, traumatisiert vom Tod seines kleinen Bruders, tut sich anfangs schwer, findet aber in Schulkamerad Rudi einen ergebenen Freund. Und in einer Zeit, in der die Nazis alle Lebensbereiche kontrollieren wollen, entpuppen sich die Hubermanns – er gutmütig, sie harsch – als anständige Leute. Liesel stibitzt heimlich verbotene Bücher, die von der Verbrennung übrig geblieben sind, und klaut auch in der Bibliothek der Frau des Bürgermeisters. Als ihre Pflegeeltern den Juden Max im Keller verstecken, bringt dieser dem Mädchen auch den Geschmack am Schreiben bei. Doch der Nazi-Terror lässt sich bald nicht mehr aussperren – und der Tod, der aus dem Off Liesels Geschichte erzählt, macht reiche Beute. Trotz guter Darsteller und pittoresker Kulisse kann die ideenlose Inszenierung weder die Schrecken jener Zeit noch Liesels inneres Reifen begreiflich machen. Merkwürdig überdies: Die Schrift ist mal englisch mal deutsch. (chy) USA/Deutschland 2013, Regie: Brian Percival, mit Geoffrey Rush, Emily Watson, Sophie Nélisse, Niko Liersch, ab sechs Jahren, 132 Minuten.

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