Frankenthal Backbord um die Bojen
«BOBENHEIM-ROXHEIM.» Hoch her ging es am Wochenende bei der zweitägigen Lioner-Regatta auf dem Silbersee bei Bobenheim-Roxheim. Sonne pur und viel Wind sorgten für spannende Wettfahrten und den ein oder anderen Schiffbruch. Der Kanu- und Segelclub Frankenthal (KCF) und der Wassersportverein Roxheim (WSVR) freuten sich als Veranstalter über ein mit 25 Booten stark besetztes Teilnehmerfeld.
Bereits frühzeitig hatte festgestanden, dass die erforderliche Mindestanzahl von 15 Booten bei der traditionellen Lioner-Regatta auf jeden Fall zusammenkommen würde. Somit waren die Ranglistenwertung in der 517er-Bootsklasse und auch die Voraussetzungen für die Wertung bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft gegeben. „Das waren nach den Turbulenzen rund um die Frühjahrsregatta traumhafte Startbedingungen“, sagte Frank Knoch, KCF-Fachwart Wettsegeln, mit Blick auf den schleppenden Verlauf der Meldungen im Frühjahr. Erfreulich aus Sicht der Veranstalter: Letztlich standen am Samstag 25 Boote auf dem Silbersee bereit, um gegen 14.15 Uhr von der Wettfahrtcrew um Hansjürgen Kalweit ins erste Rennen geschickt zu werden. Bei der ersten von insgesamt vier Wettfahrten zeigte sich schnell, wie der weitere Rennverlauf aussehen würde. Bei strahlendem Sonnenschein und Wind um zwölf Knoten waren die Wetterbedingungen zwar fast ideal, doch solche Windstärken bedeuten in einem Revier wie dem Silbersee auch immer, dass die Segelsportler mit Schwankungen und sogar mit Drehern zurechtkommen müssen. „Solche Bedingungen sind aber wesentlich sportlicher, als wenn man auf den Wind warten müsste“, sagte Frank Knoch. Bei den Regattateilnehmern zeigte sich recht schnell, wer mehr Erfahrung mitbringt als andere Segler. Und so bewiesen die alten Hasen einmal mehr das nötige Gespür für den Wind und den besten Kurs. Sie meisterten die zwei Runden mit je einem Dreieck und einer Schleife souverän, wobei alle Bojen backbord zu umrunden waren. Etwas anderes zeigte sich auch: Segelboote sind bei Regatten immer sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Bei einem Revier wie dem Silbersee, das nicht ganz einfach ist, macht sich das besonders bei kräftigerem Wind bemerkbar. Häufig geht dann irgendwo irgendetwas zu Bruch. So war es auch am Wochenende. Schon während oder nach der ersten Wettfahrt mussten einzelne Segler zumindest vorübergehend aufgeben. „Jeder Fehler, jede Fehlentscheidung und jeder Mangel bedeuten automatisch eine schlechtere Platzierung“, erklärte Knoch. Erwartungsgemäß waren es am Ende die Favoriten, die sich ganz vorne platzierten. Bei den 517er-Booten sicherten sich Peter Mehs und Heide Harig vom Yachtclub Saarbrücken (YCSB) den ersten Platz. Das Duo war schon häufig auf dem Silbersee erfolgreich. Knapp dahinter landeten Bernd Kussmann und Christine Dörsam vom WSVR. Heinz Dochnahl (KCF)/Reinhard Harig (YCSB) landeten als „gemischte“ Mannschaft auf Rang drei. Bei den Ausgleichern zeigte Thomas Löffler vom KCF auf Contender mit zwei ersten und zwei zweiten Plätzen die durchgängig beste Leistung. Löffler landete ganz oben auf dem Treppchen. Die Paarung Moritz Richter/Katharina Bernd (KCF/WSVR) belegte auf Flying Dutchman Rang zwei, Tomas Zarate und Thomas Schwender wurden Dritte. Bemerkenswert ist die Solidarität unter den Seglern, die sich vor allem beim Reparieren der in Mitleidenschaft gezogenen Boote zeigte. „Jeder hilft jedem, egal ob mit Rat oder Tat“, betonte Knoch, dessen Fazit positiv ausfiel: „Einige haben sich spontan noch für die Langstreckenregatta Blaues Band Silbersee gemeldet. Das zeigt, dass unser Angebot an Regatten zur Nachfrage passt.“