Frankenthal Auf der Hut vor dem Windloch
«BOBENHEIM-ROXHEIM.» Mit dem Blauen Band vom Silbersee fand am vergangenen Sonntag die letzte Wettfahrt vor der Sommerpause auf dem Silbersee statt. Bei der Langstreckenregatta des Kanu- und Segelclubs Frankenthal (KCF) waren von den Sportlern in den 22 Booten vor allem taktisches Geschick und das Lesen des Winds gefordert.
Dabei sah es zunächst überhaupt nicht nach einem spannenden Rennen aus. Der Grund: Bis zum Meldeschluss am 23. Juni war die Resonanz noch überschaubar. Erst im Laufe der Lioner-Regatta (wir berichteten), die eine Woche vor dem Blauen Band ausgetragen wurde, bemerkten zahlreiche Segler, dass sie schlicht vergessen hatten, sich für die Langstreckenregatta anzumelden. Die Lösung: Es wurden bis Mitte vergangener Woche noch Meldungen angenommen, sodass letztlich 22 Boote auf dem Silbersee ein doch recht imposantes Bild abgaben. „Für die Veranstalter bedeutet so etwas immer Stress und Hektik, da ja auch genügend Helfer bereit stehen müssen“, berichtete Frank Knoch, KCF-Fachwart Wettsegeln. Er hatte dabei vor allem die gemeldeten Kinder und Jugendlichen im Blick. Denn bei denen gelte es ganz besonders, für Sicherheit zu sorgen. Doch auch hier stand eine Lösung parat. „Für die Jüngsten wurde ein Motorboot reserviert, das sie während der Regatta begleitete. Die beiden anderen Motorboote wurden so positioniert, dass sie, wenn nötig, schnell eingreifen können“, erläuterte Knoch. Positiv: Während der Steuermannsbesprechung zeigte sich auch, dass die Windverhältnisse an diesem Nachmittag durchaus eine gelungene Regatta zuließen. Für die Aktiven bedeutete dies, beim Start der Wettfahrt ein optimales Zeitfenster zu erwischen, um die drei Runden à 3,2 Kilometer zu meistern. Die beiden jüngsten Teilnehmer, Nils Kahle und Bastian Eilers (beide KCF), die in ihren Optis starteten, wurden gesondert gewertet und mussten „nur“ zwei Runden segeln. Im Verlauf der Wettfahrt zeigte sich, dass die Mitte der festgelegten Startzeit zwischen 13 und 14 Uhr die aussichtsreichste war, da die Boote zu dieser Zeit am besten vom auffrischenden Wind profitierten. An einigen Stellen waren aber auch die Tücken des Silbersees unübersehbar: Im Bereich der Start- und Ziellinie, die bei jeder Runde zu durchfahren war, deckten Hügel und Bäume den Wind aus Nordwest spürbar ab. „Wer klug war, hielt möglichst Abstand von diesem Ufer und konnte an denen vorbeiziehen, die ins sogenannte Windloch fuhren“, merkte Knoch an. An anderen Stellen gab es bei dem zunehmenden Wind aber auch reichlich Turbulenzen und Böen, die ausgesteuert werden mussten. Das brachte so manches Boot zum Kentern. „Die Hilfsboote eilten zwar herbei, mussten aber nicht eingreifen, da alle ihre Boote aus eigener Kraft wieder aufrichten und weitersegeln konnten“, berichtete Knoch. Durch die individuellen Startzeiten und die verschiedenen Bootstypen war es während der Regatta nicht möglich, eventuelle Favoriten auszumachen. Die berechnete Endzeit und das daraus resultierende Ergebnis der Teilnehmer ergeben sich aus dem Yardstick-Faktor, der „die Geschwindigkeit der verschiedenen Bootstypen ins Verhältnis setzt“, wie Knoch erklärte. So siegte Michael Eilers (KCF) auf Seggerling mit einer berechneten Zeit von 52:21 Minuten knapp vor Eberhard Niehaus (ebenfalls KCF/Seggerling, 52:59). Bei den Jugendlichen erreichten Max Krohn und Philipp Müller (beide WSV Roxheim) auf 420er einen guten achten Platz in der Gesamtwertung und den Sieg bei den Jugendlichen. Bei den Opti-Seglern gewann Nils Kahle vor Bastian Eilers (beide KCF). Auszeit