Motorsport
AMC Frankenthal erhält viel Lob für zwei perfekte Renntage
Ein optimal vorbereitetes Gelände und eine hervorragende Organisation sind Garanten dafür, dass die Moto-Cross-Veranstaltung vom AMC Frankenthal so gut angenommen wird und stets mit einem Prädikat versehen ist. Zwei Tage lang wurden in verschiedenen Klassen Punkte zum Südwest-Cup vergeben. Bevor es so weit kam, erlebten die Teilnehmer und Zuschauer spannenden Motorsport auf dem Zweirad. „Hier wird vorbildliche Arbeit geleistet“, lobte Markus Schmidt, der Sportleiter vom ADAC Pfalz und selbst Spezialist auf dem Motorrad im Gelände.
Fleißige Hände haben in den Tagen zuvor die Strecke hervorragend gestaltet, sodass alle Klassen ideale Verhältnisse vorfanden und fairer Rennsport ausgetragen werden konnte. „In Frankenthal gibt es einen solch tollen Boden für den Zweiradsport wie sonst nie“, fügte der erfahrene Sportleiter an. Die Strecke über 1390 Meter hat natürlich ihre Tücken mit den vielen Windungen und den Hügeln, die tolle Sprungvarianten zulassen. Rennleiter Marco Hüther hatte dann auch keine allzu schwere Aufgabe, um die Rennen zeitlich passend und harmonisch über die zwei Tage zu bringen.
Aus dem Kuseler Musikantenland angereist
Stark vertreten war die Jugend und da macht sich das Schnuppertraining des Veranstalters bemerkbar. Interessierte Jugendliche können dabei erste Schritte auf dem Zweirad unternehmen. Viele von ihnen sind dann so begeistert, dass sie sich für diese Sparte des Motorsports entscheiden. So auch Paul-Max Butz aus Breitenbach im Kuseler Musikantenland. „Ich war bei einem Schnuppertraining in Frankenthal und das war so toll, dass ich meinen Vater um ein Motorrad bat. Diesen Wunsch hat er mir erfüllt und dann für den Wettbewerb eine KTM mit 85 Kubikzentimeter Hubraum erworben.“ Schnell fand er sich damit zurecht und kam zu Pokalgewinnen. Überzeugen konnte er auch in Frankenthal in seiner Klasse mit jeweils dem sechsten Platz in beiden Wettbewerben. „Damit bin ich zufrieden, denn die Konkurrenz war recht stark“, resümierte der 14-jährige Fahrer.
In dieser Klasse musste sich auch Sven Weißmann aus dem südpfälzischen Insheim behaupten. Dies tat er mit den Plätzen vier und sieben. „Im ersten Rennen habe ich mich nach einem schlechten Start stetig nach vorne gearbeitet und noch Rang vier erreicht“, freut sich der Pilot, der über die Academy-Ausbildung zum Moto-Cross kam. Der zweite Start war besser und „wir lieferten uns im Dreierpack richtige Positionskämpfe ohne weiter nach vorne zu kommen“. In diesem Trio war der Südpfälzer der schnellere Fahrer, „doch es fehlte dann der letzte Tick zum Überholen“, sagte er zu seinem zweiten Lauf.
Markus Schmidt hält sein Versprechen
Moto-Cross kennt keine Altersgrenzen. Dies machte sich auch in Frankenthal bemerkbar. Gut besetzt waren die Klassen der Senioren und der Oldies am Sonntag. Über vier Jahrzehnte stellte sich Markus Schmidt den Herausforderungen der Wettbewerbe und seine motorsportliche Heimat ist das Sportgelände in Frankenthal. So ließ er sich auch nicht nehmen, bei seiner Heimatveranstaltung an den Start zu gehen.
„Hier nehme ich mir die Zeit um ein paar schnelle Runden zu drehen. Ich bin ehrgeizig und will den Sieg“, betonte er schon lange vor dem Wettbewerb. Vom Start weg machte der 57-jährige Zweiradspezialist deutlich, dass er hier nach dem Sieg greift. Nach zehn Runden überquerte der Experte mit einem Vorsprung von deutlichen 45,009 Sekunden die Ziellinie. Mit diesem Sieg im Rücken „will ich auch den zweiten Erfolg“, gab er unmissverständlich zu verstehen und setzte sein Versprechen auch in die Tat um. Diesmal betrug der Vorsprung 48,237 Sekunden. Karsten Bihrer aus Weisenheim am Berg ahnte schon vor dem Start. „Der Markus ist nicht zu schlagen. Einzig was ich versuchen kann ist, in seiner Spur zu einer guten Platzierung zu kommen“, sagte der Pilot, der vorrangig Enduro-Veranstaltungen fährt und den Wettbewerb als einen vorbereitenden Wettbewerb einstufte.
65 Kubik und 16 Pferdestärken
Moto-Cross ist kein reiner Männersport. Mittendrin die elfjährige Mia Gimbel aus Fischbach im Landkreis Kaiserslautern, die mit großem Spaß in die Wettbewerbe startet. Ihr Motorrad hat 65 Kubikzentimeter Hubraum und der Motor leistet etwa 16 Pferdestärken. „Sie hat ein Gewicht von 52 Kilogramm und der Papa muss mir helfen, die Maschine vom Ständer zu bringen“, verrät die junge Dame mit einem Gewicht von 40 Kilogramm. Im Gelände kommt sie dann alleine ganz gut zurecht und lässt so manchen männlichen Mitstreiter hinter sich.
Groß ist die Kameradschaft unter den Wettbewerbern. „Hannah und ich sind Freundinnen und deshalb stehen unsere Motorräder auch nebeneinander“, erzählt sie. Neun Jahre ist sie alt und gehört zur Familie Heinke, die in Ludwigshafen-Pfingstweide beheimatet sind. „Wir verstehen uns gut und auch unsere Eltern“, sagt sie weiter und freut sich über die bessere Platzierung ihrer Freundin.
Die geschminkten Damen im Fahrerlager sind keine Nummerngirls, sondern Teilnehmerinnen in den Damenrennen. Darunter die 22-jährige Joyce Juhn aus Bobenheim-Roxheim. Die Auszubildende zur Automobilkauffrau „will einfach schnell fahren und auf das Podest kommen“. „Wir haben schnelle Mädels und da muss alles stimmen um in die Erfolgsspur zu kommen“, sagt sie weiter und freute sich letztlich über den dritten Platz in beiden Wettbewerben.