Frankenthal Abschied vor dem Abriss

Spielen hier ein letztes Mal mit „ihren“ Kindern: Cornelia Walber (links) und Elke Schweitzer-Fornoff. Die beiden Erzieherinnen
Spielen hier ein letztes Mal mit »ihren« Kindern: Cornelia Walber (links) und Elke Schweitzer-Fornoff. Die beiden Erzieherinnen verlassen die Kita Löwenzahn und gehen in den Ruhestand.

Mit Elke Schweitzer-Fornoff und Cornelia Walber hat die protestantische Kindertagesstätte Löwenzahn in Bobenheim-Roxheim zwei langjährige Erzieherinnen in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wurden in der Kita die Sachen gepackt. Denn das Gebäude im Raiffeisenring wird im neuen Jahr abgerissen und danach größer neu gebaut.

Fürs Gespräch mit der RHEINPFALZ kehren Elke Schweitzer-Fornoff und Cornelia Walber noch mal an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Beide sind sichtlich gerührt, weil Kinder leicht vorwurfsvoll fragen: „Wo wart ihr denn?“ Auch packt die beiden Erzieherinnen die Wehmut beim Anblick leerer Wände und in dem Wissen, dass es der letzte Öffnungstag „ihrer“ Kita Löwenzahn ist. Nachmittags würden die ersten Kisten gepackt, berichtet Carina Haag (30), die am 1. Januar die Leitung der Kindertagesstätte übernimmt. Vorgängerin Elke Schweitzer-Fornoff (63) leitete die Geschicke der protestantischen Einrichtung 13 Jahre lang. Während dieser Zeit hat die gebürtige Nordhessin und studierte Sozialpädagogin viele Veränderungen erlebt und vorangetrieben, zum Beispiel längere Öffnungszeiten, Ganztagsbetreuung und die Aufnahme Zweijähriger. Seit 1992 war sie in der Kita tätig, und genauso lange arbeitete sie mit der Roxheimerin Cornelia Walber. Als Mutter eines Kindergartenkindes hatte Walber vor vielen Jahren mal im Löwenzahn ausgeholfen, weil Personalmangel herrschte. Den darauf folgenden Schritt, eine Ausbildung zur Erzieherin zu beginnen, hat die heute 63-Jährige nie bereut. Ihr Beruf sei eine Berufung gewesen, betonen beide, und man spürt, mit wie viel Herzblut sie sich eingebracht haben müssen. An das Diakonie-Projekt „Der Kindergarten als Nachbarschaftszentrum der Gemeinde“ erinnern sich die beiden Frauen besonders gern. Wie nachhaltig ihr damaliges Engagement war, beweisen Pfarrer Ralf Hettmannspergers Worte aus dem Abschiedsgottesdienst: „Mit angeregt habt ihr Familiengottesdienste, Krabbelgruppen in der Kita, Stammtische und den ökumenischen Singkreis, in dem ihr heute noch mitsingt.“ Auch der Sozialverein Kunterbunt sei nicht zuletzt aufgrund der damaligen Arbeit in der Kita Löwenzahn entstanden. Ebenso maßgeblich beteiligt waren die beiden Erzieherinnen an der Umgestaltung des Außengeländes. „Unvergessen bleibt die Geschichte, als man bei Baggerarbeiten im Eifer des Gefechts die Wasserleitung vergaß und das Gelände kurzfristig in eine Seenlandschaft verwandelte“, erzählt Elke Schweitzer-Fornoff lachend. Ins Schmunzeln kommt Cornelia Walber bei der Erinnerung an frühere Theateraufführungen der Erzieherinnen. „Oh, wie schön ist Panama“ stand genauso auf dem Programm wie der Räuber Hotzenplotz. Noch heute sieht sich Elke Schweitzer-Fornoff als Kröte in einem den Unkenpfuhl darstellenden Planschbecken sitzen, bevor sie sich in die schöne Fee Amaryllis verwandelt. Nach den Weihnachtsferien werde Quartier auf der Rathauswiese bezogen, erzählen die Frauen und meinen damit die Unterbringung des Kindergartenbetriebs in jene Container, in denen bislang die Kinder und Erzieher vom neuen „Haus der kleinen Füße“ auf den Bau ihrer neuen Gemeindekita warteten. Die Löwenzahnkinder werden ein deutlich größeres Gebäude bekommen, in dem vier Gruppen Platz finden. Bisher können nur zwei Gruppen betreut werden. Aufgrund des ebenerdigen Neubaus müsse man allerdings Einbußen bei der Größe des Außengeländes hinnehmen, bedauert Cornelia Walber. Auch ein benachbartes Kirchengrundstück, das für den Neubau herangezogen werde, könne den Flächenverlust nicht ganz ausgleichen. Große Freude herrsche jedoch in Erwartung der geplanten eigenen Küche und wegen der Aussicht auf das von einer Hauswirtschaftskraft frisch zubereitete Essen aus regionalen Produkten. Bis zum Stichtag 1. Januar 2019 soll die neue Kindertagesstätte fertig sein.

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