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Frankenthal

Messerattacke in Frankenthal: Festnahme in der Schweiz

Von Jörg Schmihing

Am Donnerstagabend kurz vor Mitternacht klickten im Schweizer Kanton Nidwalden die Handschellen. Die Auslieferung des mutmaßlichen Messerstechers ist bereits bewilligt.

Am Donnerstagabend kurz vor Mitternacht klickten im Schweizer Kanton Nidwalden die Handschellen. Die Auslieferung des mutmaßlichen Messerstechers ist bereits bewilligt. ( Foto: picture alliance / dpa)

Tatverdächtiger nach Messerattacke gestellt – Ermittler suchen Helfer des 25-Jährigen

Der 25 Jahre alte Mann, der am 8. Januar in Frankenthal einen 51-Jährigen mit mehreren Messerstichen verletzt haben soll, ist am Donnerstag in der Schweiz festgenommen worden. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitagmorgen mitgeteilt. Die Ermittlungsbehörden suchen allerdings inzwischen nach einem Komplizen, der dem Tatverdächtigen geholfen haben soll. Das Motiv für die Attacke vor dem Ostparkbad liegt weiterhin im Dunkeln.

Der Zugriff erfolgte nach Informationen des Leitenden Oberstaatsanwalts Hubert Ströber am späten Donnerstagabend kurz vor Mitternacht im Kanton Nidwalden (Zen-tralschweiz). Den Kanton durchquert die Autobahn A 2 – eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, die von der deutschen Grenze bei Basel bis nach Italien führt. Nähere Angaben zu den Umständen der Festnahme des Tatverdächtigen, eines 25-Jährigen mit türkischen Wurzeln aus Ludwigshafen, machte Ströber nicht. Auch das zuständige Schweizer Bundesamt für Justiz in Bern hielt sich auf Anfrage bedeckt.

Auslieferung nach Deutschland vorbereitet

Derzeit werde die Auslieferung des Mannes, der seit Montagabend mit internationalem Haftbefehl gesucht worden war, nach Deutschland vorbereitet, erklärten Staatsanwaltschaft Frankenthal und Polizeipräsidium Rheinpfalz in einer am Vormittag veröffentlichten gemeinsamen Pressemitteilung. Wann der Tatverdächtige den deutschen Behörden überstellt werde, sei noch offen. „Das liegt in den Händen der Schweizer Behörden, darauf haben wir vor Ort keinen Einfluss“, sagte Chefermittler Ströber.

Nach Angaben eines Sprechers beim Bundesamt für Justiz hat sich der 25-Jährige bei seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft des Kantons am Freitag „mit der sofortigen Auslieferung“ nach Deutschland einverstanden erklärt. Deshalb habe seine Behörde im vereinfachten Verfahren die Auslieferung „unverzüglich bewilligt“. Über Zeitpunkt und Ort der Übergabe an die deutsche Polizei gebe das Bundesamt „wie üblich“ aus Sicherheitsgründen keine Auskunft.

Im Auto geflohen

Erstmals haben die Ermittlungsbehörden am Freitag darüber informiert, dass sie nach einem weiteren Mann fahnden, der dem 25-Jährigen „im Tatzusammenhang“ geholfen haben soll. Über Identität, Alter, Herkunft und Rolle des zweiten Gesuchten gab Hubert Ströber keine Auskunft. Die Staatsanwaltschaft prüfe mit der Polizei die Möglichkeit, in der kommenden Woche die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Suche nach der Person zu bitten.

Nach RHEINPFALZ-Informationen soll der mutmaßliche Täter, nachdem er am Montagabend gegen 20 Uhr vor dem Frankenthaler Ostparkbad auf sein Opfer eingestochen hatte, in ein Auto gesprungen sein, das auf ihn gewartet haben könnte, und dann davongebraust sein.

Keine Infos zu möglichen Hintergründen

Zu möglichen Hintergründen der Gewalttat schweigt der Leitende Oberstaatsanwalt „aus ermittlungstaktischen Gründen“, wie er auf Anfrage am Freitag sagte. Das gelte auch zur Art und Anzahl der Verletzungen, die das 51 Jahre alte Opfer der Messerattacke am Anfang der Woche erlitten hat. Ströber bestätigte lediglich „mehrere Messerstiche“ und den Umstand, dass der Mann nach einer Notoperation direkt nach der Tat und den folgenden Tagen im Krankenhaus weiter in Lebensgefahr schwebe. [Ergänzung: Das Opfer ist seinen Verletzungen mittlerweile erlegen.] Die Tatumstände sprächen allerdings dafür, dass der nun festgenommene 25-Jährige mit Tötungsvorsatz gehandelt oder den Tod seines Gegenübers zumindest billigend in Kauf genommen habe, so Ströber. Nach RHEINPFALZ-Informationen soll er mehr als zehn Mal zugestochen und dabei innere Organe im Bauchbereich schwer verletzt haben.

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