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Samstag, 25. November 2017 Drucken

Frankenthal

Frankenthal: Zehn Stationen für Leihfahrräder

Von Stephan Pieroth

Rund um die Uhr ausleihbar: die Nextbike-Räder.

Rund um die Uhr ausleihbar: die Nextbike-Räder. ( ARCHIVFoto: KUNZ)

Ab Juni 2018 sollen auch in Frankenthal die blauen Leihfahrräder des Systems Nextbike an zunächst zehn Stationen ausgeliehen und zurückgegeben werden können. Fraktionssprecher im Planungs- und Umweltausschuss begrüßten diesen Vorschlag der Stadtverwaltung. Abschließend hat über das Thema der Stadtrat am 6. Dezember zu entscheiden.

In Städten wie Mannheim, Ludwigshafen oder Heidelberg gehören die blauen Leihfahrräder von VRNnextbike schon zum Alltagsbild. Der Markenname steht für die Partner, die sich hier zusammengetan haben: Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) hatte den Auftrag für ein öffentliches Fahrrad-Verleihsystem europaweit ausgeschrieben; den Zuschlag bekam die in Leipzig gegründete Nextbike GmbH. „Wir sind froh, wenn Frankenthal jetzt als neue Station zwischen Ludwigshafen und Worms dazu kommt“, sagte Frieder Zappe vom VRN vor dem Planungs- und Umweltausschuss. Es gehe darum, verschiedene Formen von Mobilität enger zu verknüpfen und das Angebot zu verbessern.

 

Räder können „städteübergreifend“ genutzt werden

Die robusten Nextbike-Räder mit Sieben-Gang-Schaltung könnten „städteübergreifend“ überall dort genutzt werden, wo das Verleihsystem etabliert sei – und das rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche. „Es gibt schon über 130 Standorte mit 800 Rädern“, sagte Zappe mit Blick auf VRNnextbike. Das Angebot werde gut angenommen, die Nachfrage steige: 2016 habe man 172.800 Ausleihen verzeichnet, im laufenden Jahr bis Anfang November seien es bereits mehr als 193.000.

In Frankenthal würde die Stadtverwaltung das System gerne mit zunächst zehn Verleihstationen einführen, an denen dann 48 Fahrräder zur Verfügung stehen. „Bei einem Erfolg würden wir auch die Vororte einbeziehen und dann mehr Stationen einrichten“, sagte Oberbürgermeister Martin Hebich. Ausdrücklich erwünscht ist laut Stadtverwaltung, dass sich „größere Firmen, Behörden und Hotels“ im direkten Kontakt mit VRNnextbike an dem System beteiligen und selbst weitere Verleihstationen aufbauen.

 

Positive Reaktionen

VRNnextbike ist dann bereit, in Frankenthal an den Start zu gehen, wenn die Stadt die Kosten für die Bereitstellung der Räder und die Abstellanlagen weitestgehend übernimmt. Während der Vertragslaufzeit von zunächst fünf Jahren summieren sich die erwarteten Zuschüsse der Stadt auf 128.860 Euro. Das entspreche „90,52 Prozent“ der genannten Sachkosten, erläuterte Zappe auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Den Rest übernehme der VRN als „Anschubfinanzierung“.

Dazu kommen dann noch geschätzte 13.000 Euro an Kosten für Fundamente oder Bodenplatten der Verleihstationen, die die Stadt zu übernehmen hat. Nachforderungen werde es nicht geben, versicherte Zappe im Ausschuss: Nextbike trage das kaufmännische Risiko des Betriebs auch für den Fall, dass die tatsächlichen Gesamtkosten dann höher liegen sollten als kalkuliert.

Gabriele Bindert (CDU) sprach mit Blick auf das Vorhaben von einem „wichtigen Baustein im VRN-Verbund“. Ihre Fraktion habe die Einführung des Fahrrad-Verleihsystems beantragt; sie hoffe nun, dass das Angebot „gut ankommt“. Bernd Leidig nahm für die SPD die gegebenen Informationen „zur Kenntnis“. Weiteres könne er noch nicht sagen, weil die Verwaltung die entsprechende Drucksache „erst gestern Abend“ zugestellt habe.

David Schwarzendahl (Linke) begrüßte das Projekt. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass der Umgang mit dem System „sehr einfach“ sei. Gerhard Bruder (Grüne/Offene Liste) berichtete von positiven Reaktionen auf die Pläne unter Radfahrern. Er persönlich sei skeptisch, ob das Angebot so gut wie erhofft angenommen werde, sagte Bruder.

„Ich oute mich als Nutzerin“, sagte Marlene Siegel. Sie habe das Leihrad aber als „ziemlich schwer“ erlebt und sei beim Fahren ganz schön ins Schwitzen gekommen, merkte die SPD-Sprecherin kritisch an. Das Rad wiege 23 Kilo, weil es „sehr robust“ sein müsse, sagte dazu Onur Semerci, Projektmanager bei Nextbike. Aber dank der Sieben-Gang-Schaltung sei das Fahren nach seiner Einschätzung doch „sehr leicht“.

Auf eine förmliche Abstimmung verzichtete der Ausschussvorsitzende Hebich. Mit dem Thema befassen sich auch noch der Haupt- und Finanzausschuss und abschließend der Stadtrat.

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