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Freitag, 25. August 2017 Drucken

Frankenthal: Kultur Regional

„Besten Spaghetti meines Lebens“

Interview: Bud-Spencer-Fan Marcus Zölch über Treffen mit dem Star – Doku am 6. September in Frankenthal

Zwei wie Bud Spencer und Terence Hill: Marcus Zölch (links) und Jorgo Papasoglou. Gemeinsam reisen sie quer durch Europa auf den Spuren der Italo-Western-Helden.

Zwei wie Bud Spencer und Terence Hill: Marcus Zölch (links) und Jorgo Papasoglou. Gemeinsam reisen sie quer durch Europa auf den Spuren der Italo-Western-Helden. ( Foto: Film/Frei)

„Ein Fan, der zum Freund wurde“ nennt Bud Spencer Marcus Zölch in seinen Memoiren. Den Versuch Zölchs und seines Partners Jorgo Papasoglou, ihr Idol persönlich kennenzulernen, dokumentiert der Film „Sie nannten ihn Spencer“ im Stil eines Roadmovies. Er läuft am 6. September bei einem Bud-Spencer-Special im Lux-Kino Frankenthal. Wir sprachen mit Zölch, der an dem Abend ins Lux kommt, über die Arbeit an dem Film und seine Beziehung zu dem italienischen Kinostar.

Vom Fan zum Filmstar – wie macht man das?

2009 wurde ich auf einem Campingplatz in Neapel auf mein Bud-Spencer-T-Shirt angesprochen. Ich erfuhr, dass ein Österreicher eine Dokumentation über Bud Spencer drehen will und noch Fans sucht als Laiendarsteller für einen Drei-Minuten-Trailer. Man sollte sich im Internet bewerben mit seiner eigenen Story. Da hab ich mitgemacht und wurde ausgewählt.

 

Welche Story war das?

Im Jahr 2000 hatte ich einen schweren Unfall und war lange im Krankenhaus. Man sagte, ich würde im Rollstuhl landen. Da hab’ ich vom Krankenbett aus die alten VHS-Kassetten mit Bud-Spencer-Filmen angesehen und neuen Lebensmut daraus gezogen. Bud Spencer hat mich motiviert und gestützt, als ich mich durch die Reha kämpfte. Seither hatte ich immer den Wunsch, ihm einmal im Leben die Hand zu schütteln und Danke zu sagen.

 

Wie entstand denn der Film?

Der Regisseur Karl-Martin Pold hatte 2008 die Idee, für seine Diplomarbeit an der Filmhochschule eine Dokumentation über Bud Spencer zu drehen. Doch für Dokus gibt es keine Filmförderung. Also finanzierte er den Film über die Crowdfunding-Plattfom Startnext. Viele Fans, auch ich, haben da Geld reingesteckt. Das Konzept wurde mehrmals geändert. Heraus kam ein neues Genre, eine Mischung aus Roadmovie und Doku, ein Film für und mit Fans. Am Ende hat es dann sogar doch mit der Filmförderung geklappt.

Sie sind blond, blauäugig, eher der Typ Terence Hill …

Ganz genau. Und ich habe im Film einen Partner, der Spencer ähnlich sieht: Jorgo Papasoglou, ein Deutsch-Grieche, der blind ist und im Rollstuhl sitzt. Gemeinsam reisen wir auf den Spuren von Terence Hill und Bud Spencer durch Augsburg, Berlin, Stuttgart, Madrid, Rom. Dazwischen gibt es immer wieder Rückblenden, Filmausschnitte, und Gespräche mit Kollegen und Wegbegleitern.

 

Wie waren die Dreharbeiten?

Jorgo und ich haben einfach uns selbst gespielt. Im Sommer 2012 haben wir ohne Skript vier Wochen lang drauflos gedreht. So kamen rund 1000 Stunden Material zusammen. Der fertige Film ist jetzt 125 Minuten lang und seit 27. Juli in den Kinos. Da landet man zur Weltpremiere unter den ganzen Stars auf dem Münchner Filmfest, das ist schon crazy. Und beim Open-Air-Kino in Dresden steht man vor 3000 Fans.

Carlo Pedersoli, wie Bud Spencer mit bürgerlichem Namen hieß, starb 2016. Haben Sie ihn noch kennengelernt?

Ja, Ende 2015 waren wir mit dem Filmteam in sein Haus in Rom eingeladen. Ich habe meine Geschichte erzählt, mich bei ihm bedankt. Das war sehr emotional, da brachen die Dämme. Es gab natürlich jede Menge Essen. Die „Spaghetti a la Maria“ seiner Frau waren die besten meines Lebens.

Sie sind schon richtig lange Bud-Spencer-Fan, oder?

Ja – und Mitglied in mehreren von 5000 Spencer-Hill-Fanclubs weltweit. Bud Spencer ist Teil meiner Kindheit. In den 1980er-Jahren gab es im Fernsehen noch den „Wunschfilm der Woche“ und Samstagabend saß die ganze Familie gemeinsam auf der Couch und schaute Filme wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“. Er hat viele gute Filme gedreht, ich mag am liebsten seine frühen Western.

 

Sie kommen am 6. September ins Lux-Kino. Haben Sie irgendeinen Bezug zu der Stadt?

Frankenthal ist meine zweite Heimat, meine Mutter lebt hier. Mindestens einmal im Jahr bin ich hier, ich habe hier Freunde, besuche das Strohhutfest.

 

War „Sie nannten ihn Spencer“ jetzt der Auftakt für eine Filmkarriere?

Ich bin ja kein Schauspieler und sehe mich nicht als Star, eher als Dilettant, der die Dinge von Herzen tut. „Sie nannten ihn Spencer“ wird mein erster und letzter Film sein.

 

Termin

Mittwoch, 6. September, Bud-Spencer-Special im Lux-Kino Frankenthal mit der Roadmovie-Doku „Sie nannten ihn Spencer“ und einem Bud-Spencer-Überraschungsfilm. Dazu gibt es Bohneneintopf und Budweiser-Bier. Karten für 17,50 Euro gibt es im Vorverkauf im Internet unter www.lux-kinos.de und an der Kinokasse in der August-Bebel-Straße. | Interview: Birgit Karg

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