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Dienstag, 29. November 2016 Drucken

Frankenthal: Kultur Regional

Beschwingt in den Advent

Blasorchester Haßloch wärmt den kalten Backstein des ÖGZ Pilgerpfad mit besinnlicher Stimmung auf

Von Maria Vogt

 

Zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit gastierte am ersten Adventssonntag das Konzertante Blasorchester Haßloch im Ökumenischen Gemeindezentrum (ÖGZ) Pilgerpfad. Rund 50 Zuhörer ließen sich beschwingt ins „Winter Wonderland“ entführen.

 

Leere, kahle Backsteinwände. Nur ein Adventskranz erinnert vor Beginn des Konzerts der Initiative Kukuk (Kunst, Kultur, Kirche) der protestantischen Kirchengemeinde an das kommende Weihnachtsfest. Die 30 Musiker des Konzertanten Blasorchesters aus Haßloch, die bereits zum dritten Mal zu Gast sind, sitzen dicht gedrängt in grelles Licht gehüllt im Altarraum.

Und doch kommt schon beim ersten Lied „Pastime with Good Company“, a cappella dargeboten von einem kleinen Chor aus den Reihen der Musiker und dem Dirigenten, besinnliche Stimmung auf. Das Orchester unter der Leitung von Franz Zimnol setzt ein und übernimmt.

Schon sitzt man nicht mehr im Kirchenraum, sondern reitet mit einem Jägertross durch den verschneiten Wald. Immer wieder wird durch die akzentuierten Jagdhörner die Treibjagd befeuert, und die Kirchenbänke erzittern unter den Pferdehufen, die durch den Schnee jagen, den Pauken und großen Trommeln.

Feierlich wird es mit der Suite von William Byrd in drei Sätzen, die an ein friedliches Weihnachtsfest bei Hofe erinnert. Kinder rennen durch die hell erleuchteten Stuben und spielen unterm Tannenbaum. Kleine melodische Passagen darin ähneln etwa der Nussknacker-Suite oder dem „Little Drummer Boy“.

Gerade untypische Weihnachtslieder stehen am Sonntag auf dem Programm, vor allem melancholische Weisen. Weihnachten solle aus dem Herzen komme, und das möge man auch in den Liedern spüren, sagt Zimnol. So singt der kleine Chor „Away in a Manger“, und das Publikum ist ergriffen für einen kurzen Moment, als habe die Welt den Atem angehalten bei Christi Geburt.

Auch deutsche Weihnachtslieder fehlen im Programm nicht. Gerne stimmen die Zuhörer ein bei einem Medley von „O Tannenbaum“, „Alle Jahre wieder“ und „Süßer die Glocken nie klingen“. Mit einem freudig beschwingten „Weihnachtstag“ von Gustav Holst zeigen die Musiker noch einmal ihr Können. Die besondere Weise, wie sich an die tiefen schweren Blechbläser die feine zierliche Oboe schmiegt und mit Triangel und Paukenschlägen einen himmlischen Ausklang des Konzerts kreiert, lässt das Publikum nicht unbeeindruckt. So stimmt es gerne ein bei „O du fröhliche“ als Zugabe.

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