Zellertal RHEINPFALZ Plus Artikel Wieso die Vorstellung der Briegel-Biografie auch FCK-Trainer Torsten Lieberknecht begeistert hat

Kongeniales Duo: Autor Wolfgang Stephan (links) und Hans-Peter Briegel haben sich bei der Vorstellung der Biografie „Die Walz au
Kongeniales Duo: Autor Wolfgang Stephan (links) und Hans-Peter Briegel haben sich bei der Vorstellung der Biografie »Die Walz aus der Pfalz« perfekt die Bälle zugespielt. Im Niefernheimer Saal Mattinger erzählten sie etliche lustige Anekdoten aus dem Leben des Fußball-Nationalspielers.

Gemeinsam mit Autor Wolfgang Stephan hat FCK-Ikone Hans-Peter Briegel in Zellertal seine Biografie vorgestellt. Warum es das Buch ohne seine Ehefrau Petra nie gegeben hätte.

Die Stimmung war grandios. Der Saal Mattinger im Zellertaler Ortsteil Niefernheim war mit 110 Besuchern ausverkauft, die Vorstellung der von Wolfgang Stephan verfassten Biografie „Hans-Peter Briegel. Die Walz aus der Pfalz“ wurde am Montagabend zu einem unvergesslichen Erlebnis. „Wir nehmen nicht nur ein Buch mit, sondern das Ganze des Abends“, schwärmte die Zellertaler Ortsbürgermeisterin Sonja Stoll-Merkel.

Überrascht begrüßte Hans-Peter Briegel die Ehrengäste. Aus Dannenfels kam der stellvertretende FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Erfurt, aus Stetten der langjährige FCK-Kapitän Jean Zimmer, daneben saß sein einstiger Jugendtrainer Gunther Metz, jetzt Co-Trainer der deutschen U18-Nationalmannschaft. Mit Riesenbeifall begrüßt wurde FCK-Trainer Torsten Lieberknecht. Briegel, die FCK-Ikone, fand anerkennende Worte: „Heute lob’ ich mal den Torsten. Er hat so viele Punkte mit einer Mannschaft geholt, die nicht so einfach zu händeln ist.“

Zimmer, Metz und Lieberknecht sitzen im Publikum

Gastgeber der Buchvorstellung war der Fußball-Förderverein der TSG Zellertal, dessen Vorsitzender Lothar Wandel mit beherzten Willkommensworten FCK-Idol Briegel und den aus St. Martin stammenden Journalisten Wolfgang Stephan samt der Überraschungsgäste begrüßte. Wandel wünschte Lieberknecht – der wie Briegel, Zimmer und Metz ungezählte Autogrammwünsche zu erfüllen hatte, als Fotomodell geduldig und freundlich bereit stand –, dass sein Herzenswunsch, mit seinem Herzensverein aufzusteigen, „irgendwann in Erfüllung gehen möge“.

Illustre Gästeschar: Hans-Peter Briegel (Zweiter von rechts) freute sich besonders über den Besuch des aktuellen FCK-Trainers To
Illustre Gästeschar: Hans-Peter Briegel (Zweiter von rechts) freute sich besonders über den Besuch des aktuellen FCK-Trainers Torsten Lieberknecht, des einstigen Jugendtrainers der Roten Teufel Gunther Metz und des ehemaligen Kapitäns Jean Zimmer.

Wolfgang Stephan erzählte die Entstehungsgeschichte der Biografie – die Idee wurde bei einem eher zufälligen Kennenlernen auf Marbella geboren. Erst zierte sich der im vorigen Oktober 70 Jahre alt gewordene Briegel noch. Erst als Petra Briegel, seit 36 Jahren mit dem Ex-Fußballer verheiratet, drohte, „wenn er das nicht macht, dann schreib’ ich über mein Leben mit der Walz aus der Pfalz“, sagte er Ja zum Buch.

Briegel kann vieles – nur nicht vorlesen

„Hans-Peter Briegel kann vieles, auf dem Rasen alles. Das Einzige, was er nicht kann, ist aus Büchern vorzulesen. Deshalb mach’ ich das“, erklärte Autor Stephan, der noch immer als Sportreporter aktiv ist. 80 Stunden dauerten die Gespräche zwischen Autor und Ex-Fußballer, die gepaart mit Interviews mit Wegbegleitern wie Uli Stielike, Friedhelm Funkel, Lothar Matthäus und Karl-Heinz Rummenigge in dem 327 Seiten starken Werk mündeten. „Ich weiß jetzt ziemlich viel über Hans-Peter, und fast alles steht in dem Buch“, warb Stephan. Er las einige Passagen vor, beispielsweise über Briegels Debüt im Dress von Hellas Verona samt seiner Top-Leistung gegen den damals wohl weltbesten Offensivspieler Diego Armando Maradona.

Immer wieder gab es Riesenbeifall für die witzig-tiefgründigen Dialoge zwischen Autor und Fußballer. Immer wieder gab es Lachsalven, wenn Briegel erzählte. Über die (irrwitzige) Mutprobe mit dem Sprung aus 5,80 Metern Höhe aus dem zweiten Stock im Elternhaus in Rodenbach. Oder den Vertragspoker mit Neapel und dem Ja zu Verona. „Von dem Verein hab’ ich damals zum ersten Mal in meinem Leben gehört und musste erstmal gucken, wo das liegt.“ Am Ende stand sensationell die italienische Meisterschaft!

Wie früher Netzer und Delling – nur besser

Hans-Peter Briegel, von Erich Ribbeck entdeckt, sieht in Kalli Feldkamp den komplettesten seiner Trainer. Mit Otto Rehhagel ist er längst versöhnt. Herrlich die Episode von der Feier nach dem 5:0 gegen Real Madrid – die endete erst am nächsten Morgen um 8 Uhr. „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen“, riet der Ehrenspielführer des FCK. Stephan und Briegel – das war so wie früher Netzer und Delling in der ARD. Nur besser. „Briegel könnte auch als Comedian die Heute-Show bereichern“, zeigte sich Zuhörer Roland Stilgenbauer ebenso begeistert wie Jean Zimmer („Ein lustiger und unterhaltsamer Abend“), Gunther Metz („Ich hab’ nicht gewusst, das Hans-Peter so witzig und lustig ist“) oder Torsten Lieberknecht, der mit seinem Besuch Briegels Wirken würdigen wollte. Briegel sprach aber auch mit großer Empathie über eine behütete Kindheit: „Im Herzen spüre ich, für was ich den Eltern ewig dankbar bin. Man muss wissen, wo man herkommt.“

Eine Neuauflage der Lesung im Zellertal ist angedacht – darüber herrschte Einigkeit beim Absacker bei Dirk Himmel im Weingut Schwan. Live dazu gab’s den Sieg der deutschen Handballer gegen Spanien mit Zimmer-Freund David Späth im Tor.

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