Rockenhausen / Katzenbach Wie die neue, junge Pfarrerin die Kirche in Rockenhausen beleben will

Eva Mähnert freut sich auf Gottesdienste in der sanierten Rockenhausener Kirche – im Sommer sollen die Arbeiten beendet sein. Si
Eva Mähnert freut sich auf Gottesdienste in der sanierten Rockenhausener Kirche – im Sommer sollen die Arbeiten beendet sein. Sie kann sich aber auch Gottesdienste auf dem Spielplatz, einen Wander- und einen Tanzgottesdienst vorstellen.

Seit Jahresbeginn ist Eva Mähnert Pfarrerin in Rockenhausen und Katzenbach. Sie möchte auf Bestehendem aufbauen – plant aber auch ungewöhnliche Gottesdienstformate.

Eva Mähnert kennt ihre neue Gemeinde: Als junge Vikarin absolvierte sie in Rockenhausen mehrere Monate lang ein Praktikum. Die 34-Jährige stammt aus Kerzenheim – und freut sich, mit der Stelle in der Nordpfalzmetropole ihrer Heimat wieder näher zu sein.

Der Kirche fühlt sie sich seit Kindheitstagen verbunden. Nach dem Abitur am Gymnasium Weierhof begann sie in Mainz ein Studium der Politikwissenschaften. „Ich wollte aber mehr mit Menschen zu tun haben“, erklärt sie. Mähnert wechselte zum Theologiestudium. Ihr Spezialvikariat führte sie nach Dresden – eine Station mit nachhaltiger Wirkung. In dieser Zeit habe sie sich intensiv mit der Kirchengeschichte der DDR beschäftigt, erzählt Mähnert. Sie sei aber vor allem von der tiefen Überzeugung der dortigen Kirchenmitglieder beeindruckt gewesen, berichtet sie.

Neue Gottesdienstformate ausprobieren

Gut 2000 Protestanten zählen zur neuen Pfarrgemeinde. „Rockenhausen ist ein Ort mit Standortkraft und einem sehr aktiven Gemeindeleben“, stellt die Pfarrerin fest. Im Sommer soll die Sanierung der Kirche abgeschlossen sein. Sie freue sich darauf, dann wieder regelmäßige Gottesdienste halten zu können.

Die Gestaltung der Gottesdienste ist ihr ein Herzensanliegen – dafür möchte sie neue Formen erproben. So kann sie sich einen Spielplatz-Gottesdienst vorstellen. Dazu inspirierte sie ihr Heimatort, wo ein Spielplatz auf dem Gelände der Kirchengemeinde liegt. „Ein Gottesdienst in einem solchen Umfeld hat gleich eine andere Atmosphäre“, sagt Mähnert.

Auch Wandergottesdienste hat sie bereits in Wolfstein angeboten, wo sie zuvor tätig war. Ein gemeinsamer Spaziergang zum Donnersberg mit Gottesdienst ist für sie gut denkbar. Gleiches gilt für einen Frühstücksgottesdienst. Auch ihr Hobby liefert ihr weitere Ideen: Die leidenschaftliche Tänzerin kann sich auch einen Tanzgottesdienst an einem Samstagabend vorstellen.

Auf Bestehendem aufbauen

Mit der bestehenden Gemeindearbeit ist Mähnert sehr zufrieden. Vieles stehe auf soliden Beinen. Dennoch wolle sie schauen, was sich noch entwickeln lasse, kündigt sie an. In der Jugendarbeit sei man sehr gut aufgestellt. Mähnert selbst ist Dekanatsjugendpfarrerin. Sie habe mit ihren Kollegen Sebastian Leppla und Jugendreferent Philip Lichtenberger gute Unterstützer an ihrer Seite. Die Pfarrerin will sich in der Jugendbetreuung auf die Arbeit mit Konfirmanden konzentrieren – ein Kernbereich der kirchlichen Jugendarbeit.

Einen besonderen Blick hat die Seelsorgerin auf die Generation der 30- bis 50-Jährigen: „Bei dieser mittleren Altersgruppe frage ich mich, wo die Anknüpfungspunkte sind, wenn man zum Beispiel keine oder schon erwachsene Kinder hat.“ Für diese Gruppe wolle sie spezielle Angebote schaffen, die sich auch zeitlich in den Alltag der Menschen integrieren ließen.

„Veränderungen werden zum Teil radikal sein“

In der Neustrukturierung der Kirche sieht Mähnert die größte Herausforderung. „Kirche muss definitiv moderner werden. Wir müssen mit Veränderungen reagieren – und die werden zum Teil radikal sein“, erklärt die Pfarrerin. Dass es die Kirchengemeinden in der jetzigen Form in fünf oder sechs Jahren nicht mehr geben werde, mache vielen Angst, sagt die Seelsorgerin. „Das kann ich verstehen. Aber es ist auch eine Chance, Dinge neu zu definieren.“ Für die Institution und sie selbst bedeute das, einen großen Spagat zu bewältigen. Denn: „Man darf auch die Wurzeln nicht vergessen.“

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