Meinung
Wenn Kommunikation zur Schwachstelle wird
Es wäre billig, aus der Sperrung des Donnersbergs und ihren Folgen einen Skandal zu konstruieren. Baustellen sind komplex, Fehler passieren. Das eigentliche Problem war auch gar nicht der vermutliche Planungsfehler – sondern der Umgang damit. Denn während der Donnersberg unter der Woche für den Autoverkehr nach wie vor dicht ist, blieb zunächst offen, wie Menschen dorthin kommen sollen, die dort arbeiten. Die zuständigen Stellen äußerten sich zunächst nur vage. Es wurde auf Abstimmungen verwiesen, auf technische Möglichkeiten, auf Pressemitteilungen. Konkrete Lösungsmöglichkeiten wurden erst auf Nachhaken der RHEINPFALZ benannt.
Dabei hätte eine offene Kommunikation vieles erleichtert. Ein klares Eingeständnis, dass im Vorfeld nicht alle Betroffenen erreicht wurden, verbunden mit einer transparenten Darstellung der nachträglichen Lösungen, hätte Vertrauen geschaffen. Stattdessen gab es ausweichende Antworten. Besonders deutlich wird das beim Verweis auf Amtsblatt und Internetseiten – als sei es realistisch, dass Beschäftigte vor jeder Fahrt zur Arbeit prüfen, ob ihr Weg zufällig gesperrt sein könnte. Formal mag damit ja alles abgedeckt sein, tatsächlich prallen hier aber Verwaltungslogik und Lebensrealität frontal aufeinander.
Das Problem scheint inzwischen beseitigt: Der Forst ist ausgewichen, andere Beschäftigte werden von der Baufirma auf den Berg gebracht. Das ändert jedoch nichts daran, dass diese Lösungen offenbar erst im Nachhinein entstanden sind. Die Frage bleibt, warum man das nicht von Beginn an transparent vermittelt hat. So schlimm war das doch alles gar nicht. War es die Angst vor einem Imageschaden? Den vermeidet man aber nicht, indem man kommunikative Nebelkerzen zündet.
