Donnersbergkreis Was für ein Affentheater!

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In Katzweiler ist eine Horde Affen unterwegs! Offenbar eine größere Gruppe, die zwar gut gelaunt, aber alkoholisiert zu sein scheint. Diese Meldung in den Amtsblättern, geteilt auf Facebook, erschütterte die Westpfalz. Doch die RHEINPFALZ kann Entwarnung geben: Die Affenbande ist ungefährlich.

Allein bis zum Mittag gingen rund 200 bis 300 Anrufe unter der in der Anzeige genannten Telefonnummer, dem „Beobachtungs- und Sorgentelefon ,Visio’“, ein. Dort sollten „Augenzeugen und besorgte Bürger 24 Stunden“ Hilfe finden. Doch an der anderen Seite der Leitung hing weder ein Polizist noch der Ortsbürgermeister oder gar ein Primatenforscher, sondern ein Werbefachmann. Von der Agentur „Visual Partner“ in Ramstein-Miesenbach, geführt von der Architektin Allmuth Winkler und Andreas Woog. Dieser Andreas Woog, der sich am Telefon meldete, ist also tatsächlich der Affenexperte? Ja. Zwar nicht im zoologischen Sinn, aber er kann die affige Anzeige durchaus erklären. Er selbst hat die Primaten nach Katzweiler geschickt, Ende November, und er hat sogar ein Beweisvideo davon. Ab Sonntag wird es auch für die Öffentlichkeit zu sehen sein, zumindest zehn Sekunden davon. „Die Anzeige ist eine Ankündigung eines Werbeclips für eine Ausgehplattform im Internet“, erläutert Woog, „das Ganze ist eine virale Kampagne.“ Unter www.visio-germany.com soll der Partymensch von heute demnächst seine passenden Location für die Freizeitgestaltung finden, „bundesweit“. Für jenes Landstuhler Unternehmen „Visio“ hat Woog die Affen zusammengetrommelt. Ende November drehte Woog einen Film in Katzweiler, der eine Gruppe Frauen zeigt, die ausgehen will, aber in einer Bar landet, in der „nur Affen sind – Männer in Affenkostümen, die sich so verhalten, dass die Frauen auf dem Absatz kehrtmachen“, erläutert Woog. Solch ein Missgeschick soll dem modernen Menschen von heute mit Hilfe der Plattform „Visio“ künftig nicht mehr passieren. Insgesamt vier Clips hat die Werbeagentur für „Visio“ gedreht; immer mittwochs erscheint eine Anzeige wie die jetzige, erklärt Woog, am Sonntag darauf im Internet auf Seiten wie Youtube und Facebook ein „Zehn-Sekunden-Teaser“ und ab dem 20. Dezember dann der „finale Werbeclip in voller Länge“. Ein Teil der Erlöse soll in zwei Organisationen fließen, die sich für die Flüchtlingshilfe einsetzen, „jedes Mal, wenn ein Clip im Netz geteilt wird“, schiebt der Werbefachmann hinterher. Ein Teil des Konzepts scheint jedenfalls aufgegangen zu sein – mit der großen Anzahl der Anrufer hat Andreas Woog nicht gerechnet, als er „vielleicht etwas blauäugig“ die Durchwahl seiner Agentur veröffentlichte. „Ich werde alle Nummern zurückrufen!“, verspricht er. Damit wird er wohl eine ganze Weile beschäftigt sein.

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