Donnersbergkreis
Warum Bürger aus sieben Donnersberger Dörfern eine gemeinsame Stiftung gründen wollen
Am 20. Februar soll in der Gemeinschaftshalle Dreisen die Gründungsversammlung der „Bürgerstiftung Donnersberg“ stattfinden. Mit dabei sind Initiativen aus Bennhausen, Börrstadt, Dreisen, Gonbach, Jakobsweiler, Lohnsfeld und Steinbach. In diesen Ortsgemeinden arbeiten seit mehreren Monaten Bürgerinnen und Bürger intensiv an diesem Projekt. Ihr Ziel ist es, Kräfte zu bündeln und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft der Region zu übernehmen.
„Bürgerstiftungen bringen eine interessante Struktur mit sich, die sich auf ganze Regionen ausweiten lässt“, sagt Reiner Bauer aus Steinbach, ehrenamtlicher Initiator der Stiftung. Sie sei ein Zusammenschluss von Bürgern für Bürger, entwickele Ideen, fördere Projekte und stärke das gesellschaftliche Miteinander vor Ort. Dabei wolle man keinesfalls in Konkurrenz oder Wettbewerb zu Vereinen und politischen Gremien stehen. Gerade größere Vorhaben scheiterten häufig an fehlenden finanziellen Fördermitteln oder komplizierten Vergabeverfahren. Da setzten Bürgerstiftungen an, von denen bereits mehrere im Kreis existieren: Durch private Zustiftungen – etwa in Form von Geld oder Immobilien – entstehe ein Kapitalstock, dessen Erträge zweckgebunden für gemeinnützige Projekte in den Gemeinden eingesetzt werden könnten.
Auch Bürger kleinerer Gemeinden sollen an Stiftung teilnehmen können
Organisatorisch wird die Stiftung von einem gewählten Vorstand geführt, begleitet von einem Kuratorium aus Bürgern. Fachlich unterstützt wird sie von der Bürgerstiftung Pfalz, unter deren Dach sich zahlreiche regionale Stiftungen zusammengeschlossen haben. Ziel der „Bürgerstiftung Donnersberg“ ist es, entsprechende Initiativen aus gleich sieben Gemeinden unter einem Dach zu vereinen. Hintergrund ist auch die notwendige finanzielle Grundlage: Für die Gründung der Stiftung werden mindestens 50.000 Euro Startkapital benötigt. Durch den Zusammenschluss sollen auch Interessenten aus kleineren Gemeinden die Möglichkeit erhalten, Teil dieses Modells zu sein.
In zahlreichen gemeinsamen Sitzungen haben die Initiatoren in den letzten Monaten eine Satzung erarbeitet – ein zentrales Dokument, das derzeit den letzten Schliff erhält. Bis Mitte Januar soll die Satzung in ihrer endgültigen Fassung vorliegen und als Grundsatzpapier bei der Versammlung der Stifter vorgestellt werden. Sie regelt nicht nur die Anerkennung der Gemeinnützigkeit, sondern auch die Ziele der Bürgerstiftung sowie die demokratischen Entscheidungsstrukturen. Hieraus ergeben sich steuerliche Vorteile für Stifter und Spender. Ein wesentliches Prinzip ist die strikte Trennung von kommunaler Politik und Stiftungstätigkeit. Ortsbürgermeister oder -beigeordnete dürfen keine Funktionen im Vorstand übernehmen.
Suche nach weiteren Stiftern läuft
Vorgesehen ist, dass in jeder Gemeinde ein Dorfvorstand mit fünf bis zwölf Mitgliedern gebildet wird, der wiederum jeweils eine Person in den Regionalvorstand entsendet. Dort hat jede lokale Ortsgruppe eine Stimme. Darüber hinaus können auch regionale Unternehmen und private Förderer als Stifter auftreten. Sie sind auch im sogenannten Stifterrat vertreten, der gemeinsam mit den Ortsvertretern den Regionalvorstand der Bürgerstiftung wählt. Ergänzt wird die Struktur von einem Kuratorium mit zehn bis zwölf Mitgliedern. Dieses Gremium soll als Ideengeber, Kontrollorgan und Unterstützer fungieren.
Bevor die Gründungsversammlung stattfinden kann, müssen noch weitere Stifter gefunden werden. In den kommenden Wochen werden daher Mitglieder der örtlichen Initiativkreise auf Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zugehen, um für das Projekt zu werben. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die „Bürgerstiftung Donnersberg“ schon bald an den Start gehen mit dem Ziel, ein starker Motor für bürgerschaftliches Engagement in der Region zu werden – getragen von der Idee, gemeinsam mehr zu erreichen.