Zellertal-Harxheim Wandeltheater mit Christian Klischat: Wechselspiel zwischen Kunst und Klamauk

Vergangenes Jahr präsentierte der aus Kirchheimbolanden stammende Bühnenschauspieler Christian Klischat „Frankenstein“ in Harxhe
Vergangenes Jahr präsentierte der aus Kirchheimbolanden stammende Bühnenschauspieler Christian Klischat »Frankenstein« in Harxheim.

Mit seinem Stück „Franziskus – Gaukler Gottes“ gastiert Christian Klischat am Sonntag, 26. Mai, in Zellertal-Harxheim. Dabei kehrt der Schauspieler mit einem ungewöhnlichen Konzept für sein Soloprogramm zurück in seine Heimatregion.

In Harxheim ist es bereits der sechste Auftritt für den in Wiesbaden lebenden Bühnenschauspieler. Im vergangenen Jahr war er mit seinem Ein-Mann-Stück über Mary Shelleys „Frankenstein“ erfolgreich zu Gast. Organisiert wird der Auftritt wieder vom Verein „Bürger für Bürger“.

Mit seinem als „Wandeltheater“ konzipierten neuen Stück begeben sich Darsteller und Publikum dabei gemeinsam zu verschiedenen Stationen im Leben des Heiligen Franziskus. Das Stück basiert auf der gleichnamigen Vorlage des Italieners Dario Fo, einer Farce über das Leben von Franz von Assisi.

„Was da ist“ als Bühne

Christian Klischat will mit seiner Adaption jedoch kein klassisches Bühnenstück auf die Theaterbühne bringen. Vielmehr wolle er das Publikum lieber wie eine Art Fremdenführer an einzelne Stationen entlang des (Lebens-)Wegs des Heiligen zu wechselnden Schauplätzen innerhalb Harxheims mitnehmen. „Man wandelt sozusagen mit mir – und ich wandele mich dabei auch“, erläutert Klischat.

Ganz dem realen Vorbild nacheifernd, arbeitet der Schauspieler nur mit „dem, was da ist“. Fassaden, Mauern, diverse Plätze in Harxheim würden hier miteinbezogen und dienten wie eine Art „Pop-Up“-Bühnendekoration. Christian Klischat erwandert den Weg durch das Leben des Heiligen Franziskus lediglich in eine Kutte gehüllt und barfuß. Es habe dadurch „ein bisschen was von ,Das Leben des Brian’“, sagt der aus Kirchheimbolanden stammende 55-Jährige. „Es ist ein Wechselspiel zwischen Kunst und Klamauk, das aber dennoch ganz ernsthaft ist“.

Los geht’s an der protestantischen Kirche

Vor schlechtem Wetter bräuchte man dabei keine Angst zu haben. Dem Publikum würde – quasi als Eintrittskarte – bei Bedarf ein Regenschirm ausgehändigt, kündigt er an.

Etwa zwölf Szenen gelte es, mit ihm gemeinsam in dem gut einstündigen Stück abzuwandern. Erste Station und Treffpunkt wird die protestantische Kirche in Harxheim sein. Die Theaterwanderung endet im „Bürger für Bürger“-Garten an der Eisenbahnbrücke. „Wir beginnen an der Kirche mit Musik und das Ganze endet an einer Bar mit dem Tod Franziskus’“, erklärt Klischat.

Das Erzähltheaterstück habe ihn schon lange interessiert, er habe dies auch bereits am Wiesbadener Theater und bei Stadtviertelfesten aufgeführt. Immer wieder sei er in der Vergangenheit auf den „Franziskus“ gestoßen. Persönlich habe Klischat von jeher eine Affinität zu den Themen Theater, Theologie, Kirche und Kunst. Dies gelte auch für von ihm bevorzugte Auftritte in Kirchen und Klöstern. Geprägt sei er hier von seinem verwandtschaftlichen Background, in dem es „Legionen von Theologen“ gebe, so Klischat.

Von Reduziertheit fasziniert

Zu seinem Repertoire am Theater in Wiesbaden gehörten daher Stücke wie „Die Offenbarung des Johannes“. Dass er, besonders mit „Franziskus – Der Gaukler“, auf der Theaterbühne stets frei in der Interpretation sei, verhelfe ihm, ein anderes Licht auf diese „Seelengeschichten, die uns allen gehören“ werfen zu können, wie er sagt.

An der Figur des Franziskus fasziniere ihn dessen Reduziertheit. „Franziskus hat das Evangelium ganz heruntergebrochen und wortwörtlich genommen. Er hatte nur das, was da war“, ergänzt er und fährt fort: „Er war einerseits ein Mann der Symbole, hat aber auch berühmte Texte wie ,Wenn er mit den Vögeln spricht’ und ,Über die vollkommene Freude’ verfasst“, erläutert Klischat. Auch diese seien in sein Spiel mit eingeflossen.

Termin

Das Stück „Franziskus – Gaukler Gottes“ mit Christian Klischat wird am 26. Mai in Zellertal-Harxheim aufgeführt. Die Theaterwanderung beginnt um 15 Uhr an der protestantischen Kirche. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung nicht erforderlich.

Christian Klischat war auch schon als Martin Luther in Harxheim zu erleben.
Christian Klischat war auch schon als Martin Luther in Harxheim zu erleben.
„Man wandelt sozusagen mit mir – und ich wandele mich dabei auch“, erläutert Klischat.
»Man wandelt sozusagen mit mir – und ich wandele mich dabei auch«, erläutert Klischat.
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