Bogenschießen
Viel Lob für die TuS Landsberg Obermoschel
Neuland betrat die Bogenschützenabteilung der TuS Landsberg Obermoschel mit der Organisation und Ausrichtung der dritten Jugendrunde und der Abschlussrunde der Pfalzliga und Oberliga des Pfälzischen Sportschützenverbandes (PSSV). Rund 150 Bogensportler reisten deshalb am Wochenende in die kleinste pfälzische Stadt. Auch zwei „Hoheiten“ machten ihre Aufwartung.
Die sportlichen Wettbewerbe fanden am vergangenen Wochenende auf dem Obermoscheler Fußballsportplatz unterhalb der Moschellandsburg statt, direkt daneben liegt das frühere Tennisgelände, das jetzt von den Obermoscheler Bogenschützen als Trainingsgelände und Vereinsheim genutzt wird; dort findet auch die engagierte und allseits beachtete Nachwuchsarbeit statt. Mitgenutzt wurde am Wochenende auch das TuS-Sportheim.
Akribische Wettkampfvorbereitung
Um ein guter Gastgeber zu sein, bereitete sich die TuS-Bogensportabteilung akribisch auf die Wettkämpfe vor, wie Abteilungsleiter Sascha Sittel berichtete. Aus sieben Personen bestand der Planungsstab, der schon vor Wochen vom Verein ins Leben gerufen wurde und sich um alles kümmerte, was für solche Wettbewerbe benötigt wird, wie zum Beispiel auch die zahlreichen Ständer für die Zielscheiben. Der Zeitaufwand dafür sei gar nicht zu beziffern, so Sittel, der von alleine drei Planungssitzungen, vielen Telefonaten und E-Mails berichtete.
Einiges war für die TuS Obermoschel Neuland – dennoch gelang die Organisation mustergültig, wie alle Teilnehmer unisono schon am Samstag bestätigten. Zudem spielten auch die Wetterbedingungen mit. Insgesamt kümmerten sich an beiden Tagen rund 35 Personen um die Sportgäste, damit alles bestens ablaufen konnte. Auch die Essens- und Getränkeversorgung klappte gut.
„Bei der seit drei Jahren eingeführten Jugendrunde geht es vor allem um die Nachwuchsgewinnung“, berichtet Christian Buhles vom SV Bruchmühlbach, der für den PSSV als Jugendrundenleiter fungiert. Hier können alle Kids, von der Schüler-C- bis zur Jugend-Klasse, aus ganz Rheinland-Pfalz mitmachen, von den Anfängern bis zu den besten Fortgeschrittenen. Das Turnier, das im Sommer im Freien und im Winter in der Halle stattfindet, dient auch der Nachwuchsförderung und -sichtung. „Wir wollen da auch bewusst von den Teilnehmern Wettkampfluft schnuppern lassen, aber sie sollen auch Spaß dabei haben. Olympia in Frankreich mit dem Bogenschießen und dem Gewinn der Silbermedaille hat unserem Sport geholfen“, so der Rundenleiter.
Konzentration und Kondition
In Obermoschel treten die besten Vereine, die eine extrem gute Jugendarbeit leisten, gegeneinander an, so Buhles. Die Bogenschützen müssten neben der Konzentration auch eine gute Kondition haben, spricht der Experte aus seiner Erfahrung. „Der Platz mit dem Wettkampffeld ist hier genial, die Größe optimal“, so der Rundenleiter. Für Buhles war alles perfekt, es gab von ihm für die Obermoscheler ein großes Lob. Auch Thomas Frank, Jugendtrainer des SV Hettenhausen, der mit sieben Kids angereist war, fand die Organisation klasse, der Platz sei top. Trotz Corona sind bei seinem Verein alle Kinder beim Bogenschießen geblieben, sogar Kaderschützen seien darunter, so der Trainer.
Je nach Altersklasse stehen die Ständer mit den Zielscheiben am Samstag in 15, 18, 30 und 50 Metern Abstand zur Abschusslinie, je älter die Sportler sind, desto weiter weg steht das Ziel. Vier Schützen aus unterschiedlichen Vereinen zielen jeweils mit ihren Blank- und Recurvebogen auf eine Zielscheibe, dann wird nach zwei Runden von den Sportlern an der Zielscheibe selbst ausgewertet, die Ringe werden gezählt. Wird man sich intern einmal nicht einig, werden die bereitstehenden Kampfrichter gerufen.
Bei Unklarheiten entscheidet Gila Meinelt
Gila Meinelt aus Waldsee darf auf Grund ihrer Ausbildung beim Bogenschießen national als Kampfrichterin vom Verband eingesetzt werden und entscheidet bei Unklarheiten. Sie hat in Obermoschel sechs, sieben Einsätze, wie sie sagt, und ist schon 25 Jahre aktiv dabei. Zur Auswertung einer Schießwertung zwischen den Schützen aus Bruchmühlbach, Hatzenbühl, Landau und Waldsee wird sie gerufen. Sie entscheidet auf zehn Ringe bei dem fraglichen Schuss. „Das Schießen ist anstrengend in der Sonne“, so Meinelt. „Bei Bewölkung oder Regen schießt es sich einfach anders, es ist dann für die Augen nicht so anstrengend. Bogensport spielt sich zudem zu 80 Prozent im Kopf ab“, sagt die erfahrene Kampfrichterin. Nach der Kampfrichterentscheidung führt Julian Gehm vom SV Bruchmühlbach mit 234 Ringen. Ob er gewinnt, weiß er noch nicht. „Mal abwarten, es sind noch einige Runden zu schießen“, meint er locker. Am Ende gewann er mit dem Recurvebogen die Jugendwertung mit 1611 Ringen souverän vor Jan Halbgewachs (TG Waldsee, 1542) und Julius Hinckel (SV Hatzenbühl, 1434).
Zwiebelprinzessin avanciert zur „Zehner-Königin“
Auch zwei „Hoheiten“ machten Obermoschel ihre Aufwartung: Die Zeiskamer „Zwiebelkönigin“ Lea Schischke und ihre Schwester und Zwiebelprinzessin Lilly Schischke waren vor Ort. Grund: Zwiebelprinzessin Lea Schischke schießt für den SV Bellheim und darf nun nach dem Wettkampf in Obermoschel einen weiteren Titel tragen: Sie ist neue „Zehner-Königin“, hatte bei drei Wettkämpfen die meisten „Zehner“ mit dem Compound-Bogen geschossen und gewann auch ihren Wettbewerb in der weiblichen Jugend-Wertung souverän mit 1807 Ringen. Stolz war auch der Obermoscheler Bogenschütze Jakob Köhler, der mit dem schwierigeren Blankbogen den zweiten Rang beim „Zehner-König“-Wettbewerb erreichte. Überhaupt war in der Jugendrunde auf die Nachwuchs-Bogenschützen der TuS Landsberg Obermoschel wieder einmal mehr Verlass. Sie erreichten am Samstag Top-Platzierungen.
So siegte Jakob Köhler mit 1827 Ringen mit dem Blankbogen bei den Schülern A, in der Jugend-Wertung gewannen, ebenfalls mit dem Blankbogen, Jonathan Haage (1225) und Anna Sophie Erking (1335). Anna Sophie Sittel wurde bei den Schülern A weiblich Dritte mit 1321 Ringen, ihre Schwester Lena Charlotte Sittel erreichte mit 807 Ringen Platz fünf. Bei den Schülern B weiblich wurde Marie Erking von der TuS Landsberg Obermoschel Dritte mit 1338 Ringen.
Sieg mit 601 Ringen
Am Sonntag war beim Oberliga-Wettbewerb mit dem Recurve-Bogen Melnik Paul vom BSV Worms-Pfeddersheim nicht zu schlagen. Er erreichte 601 Ringe. Zweiter wurde Michael Zahm vom SV Bruchmühlbach (600) vor Christian Breust (TG Waldsee) mit ebenfalls 600 Ringen. Bei den Damen erreichte Anna Fath-Streb vom ESV Landau 473 Ringe. Der SV Bruchmühlbach besiegte im Endkampf der besten vier Oberliga-Teams die Mannschaft der TG Waldsee mit 24:23 und holte sich den Oberliga-Titel.
Abteilungsleiter Sascha Sittel von der TuS Landsberg Obermoschel war am Ende überglücklich, dass das erste große, vom Verein ausgerichtete Turnier so reibungslos geklappt hatte. Sein besonderes Dankeschön galt vor allem den zahlreichen Helfern und Helferinnen sowie seiner Ehefrau.
Ergebnisse
Die Sieger der Jugendrunde:
Recurve-Bogen: Schüler A (Jahrgänge 2010/2011): Jonas Halbgewachs, TG Waldsee 1704 Ringe
Schüler A weiblich: Dominique Skroblin, BSC Worms-Pfeddersheim 1220
Schüler B: Jannik Diemer SV Ramsen 1744
Schüler B weiblich: Jule Neubauer, TG Waldsee 1593
Schüler C: Louis Armbrust, SV Ramsen 1643
Schüler C weiblich: Fiona Krauß, SV Ramsen 1770
Jugend weiblich: Anne Schmitz, TG Waldsee 1462
Compound-Bogen: Schüler A: Pascal Gwiazdowski Pascal, SV Bellheim 1648
Schüler A weiblich: Klara Cvitanovic, SV Bellheim 1392
Blankbogen: Schüler A weiblich: Lena Bollhöfer (Gastschützin), BSV Haßloch-Neustadt und Kimberly Jähde, SV Thaleischweiler-Fröschen 1698
Schüler A: Jakob Köhler, TuS Landsberg Obermoschel 1827
Schüler B: Jonathan Sprau SV Bruchmühlbach 1744
Schüler B weiblich: Alina Kögler, SV Alsenborn 1767
Schüler C weiblich: Yara Schäfer, Hettenhausen 943
Schüler C: Johannes Brügel, Hettenhausen 1705
Jugend-Wertung: Jonathan Haage, TuS Landsberg Obermoschel 1225
Jugend weiblich: Anna Sophie Erking, TuS Landsberg Obermoschel 1335