Gaugrehweiler
Verkehrschaos im Dorf wegen Tankstelle: Andrang und Ausnahmezustand
Wie eine Schlagader durchzieht die L400 als Hauptstraße das etwas mehr als 500 Seelen umfassende Dörfchen Gaugrehweiler in der VG Nordpfälzer Land. An einzelnen Stellen verläuft die Hauptstraße durchaus schmal zwischen den Häuserreihen. Kommen sich an diesen Engpässen zwei Fahrzeuge entgegen, muss eines in der Regel warten. Problematisch ist das für den Verkehrsfluss in der Gemeinde meistens nicht. Denn wie viel Verkehr kann – salopp gefragt – durch ein so beschauliches kleines Örtchen wie Gaugrehweiler schon fließen?
Betreiber: „Teils 20 Cent günstiger als anderswo“
Zumindest seit einigen Wochen liegen im Fall von Gaugrehweiler Annahme und Realität tatsächlich weit auseinander. Zurzeit ist die L400 deutlich stärker befahren, die kleine Gemeinde durch Verkehr hoch frequentiert, wie vonseiten der Bewohner zu hören ist. Hauptursächlich hierfür ist die ED Tankstelle in der Hauptstraße.
An zwei Zapfsäulen können Diesel und Benzin (Super oder Super E10) getankt werden. Zwischen 6 und 22 Uhr ist außerdem der Tankautomat via Kartenzahlung verfügbar. Zur Tankstelle gehört auch ein kleiner Shop. Kühle Getränke, Grundnahrungsmittel, Autozubehör und Zeitschriften gibt es hier beispielsweise. Diese Ausstattung alleine erklärt aber den hohen Andrang in Gaugrehweilers Hauptstraße noch nicht. Was die Tankstelle so besonders macht, sind die derzeit sehr günstigen Spritpreise.
Betreiber Fred Möbus sagt: „Die Leute kommen aus Bad Kreuznach und der gesamten Region zum Tanken hierher. Teilweise waren die Preise zuletzt 20 Cent günstiger als an umliegenden Tankstellen in Alzey oder Bad Kreuznach.“ Laut Möbus zeichnet sich aktuell beinahe täglich folgendes Bild ab: Am Vormittag sind die beiden Tanksäulen fast durchgehend besetzt. Dahinter bildet sich eine Schlange von zwei bis fünf Autos. Viel mehr dürfen es aber nicht auf einmal sein, denn sonst blockieren die wartenden Fahrzeuge die Hauptstraße. Einmal ist das bereits im Verkehrschaos geendet.
Schlange an Zapfsäule: Hauptstraße blockiert
Betreiber Fred Möbus berichtet: „Die Schlange an der Tanksäule verlief bis auf die L400. Dann kam aus Richtung Rockenhausen ein Lkw und aus Richtung Bad Kreuznach ein Kleintransporter.“ Das war zu viel für die ohnehin schon enge Hauptstraße. Für eine knappe halbe Stunde staute sich der Verkehr in der kleinen Gemeinde und blockierte die Strecke.
Wer allerdings erst am Nachmittag durch Gaugrehweiler fährt, könnte durchaus zwei freie Zapfsäulen vorfinden. Denn das Besondere an Möbus’ Tankstelle ist: Hier ist laut dem Betreiber nur bis zum Mittag viel los. Das ist ungewöhnlich, aber doch leicht zu erklären. Seit dem 1. April 2026 dürfen deutschlandweit nur noch einmal am Tag die Spritpreise angehoben werden – nämlich um Punkt 12 Uhr. Dieser Effekt macht sich auch in Gaugrehweiler bemerkbar, wie sich die RHEINPFALZ vor Ort überzeugte.
Sprit wird über Nacht meist wieder günstiger
Am Freitag sind zwischen 11.45 Uhr und 12 Uhr durchgehend zwei bis fünf Autos an der Tankstelle. Um 12 Uhr steigt dann der Preis um acht Cent an. Von 12 Uhr bis 12.15 Uhr: Gähnende Leere – kein Auto tankt in dem Zeitraum bei Fred Möbus. „Das geht aktuell jeden Tag so“, ergänzt der Betreiber. Erst am späten Nachmittag und am Abend nimmt die Nachfrage erneut zu. Über Nacht wird der Spritpreis in der Regel dann wieder günstiger und ab 6 Uhr, wenn die Tankstelle wieder öffnet, ist die Nachfrage abermals deutlich höher – zumindest bis 12 Uhr.
ED ist eine freie Tankstellenmarke und gehört nicht zu den großen Konzernen wie Aral oder Shell. Deshalb haben ED-Tankstellen oft geringere Kosten und mehr Freiheit bei der Preisgestaltung. Wenn der Betreiber günstig einkauft, kann er diesen Vorteil direkt an die Kunden weitergeben. So ist der Sprit dort manchmal deutlich billiger als an Markentankstellen.