Donnersbergkreis
Ungewöhnlicher Gast im Garten: Die Fledermaus im Sonnenschirm
In meinem „Bullerbü“ hatte ich in Kirchheimbolanden schon öfter unerwarteten Besuch aus der Tierwelt. Im vergangenen August flog mir beim Ausklappen des Sonnenschirms eine Fledermaus entgegen. Offenbar hatte ich den kleinen Kerl in seinem Nachtquartier aufgescheucht. Kurzerhand habe ich ihn in meinen Blauregen gesetzt, nach zehn Minuten war er verschwunden. Wohl ein Zeichen, dass er unverletzt war.
Fledermäuse üben von je her eine Faszination auf uns aus. Sie sind auf bestimmte Weise mysteriöse Wesen. So schlafen sie kopfüber. Ihr klatschendes, schnelles Flattern bereitet uns leicht ein gewisses Unbehagen. Und dann ist da noch die Sache mit dem vermeintlichen Blutsaugen. Und nein, das tun sie nicht. Zeit also, sich mit diesen interessanten Wesen der Nacht etwas näher zu befassen.
Einige Fledermausarten vom Aussterben bedroht
Zunächst war ich erstaunt, dass es in Deutschland gut 25 verschiedene Arten gibt. Alle bei uns vorkommenden Fledermäuse stehen unter strengem Naturschutz. Einige Arten sind zudem vom Aussterben bedroht. Die bei uns heimischen Arten sind eher klein, werden selten größer als fünf Zentimeter. Im Vergleich: Die Australische Gespensterfledermaus erreicht eine Größe von bis zu 14 Zentimetern mit einer Flügelspannweite von mehr als einem halben Meter. Mein „Batman“ im Hof war Gott sei Dank dann doch ein deutlich kleineres Exemplar.
Bekannte Fledermausarten hiesiger Breiten sind beispielsweise Vampir- und Zwergfledermäuse, Glattnasen oder der Große Abendsegler. Und sogar eine Mopsfledermaus sowie das Mausohr gibt es.
Fledermäuse „sehen“ mit ihren Ohren
Fledermäuse sind nicht nur ausgezeichnete Jagdexperten, sondern auch Flugkünstler. Sie sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können, und nutzen dafür ihre Hände. Diese geschickten Jäger orientieren sich mithilfe eines Echoortungssystems, bei dem sie mit ihren Ohren „sehen“. Auf ihrem Speiseplan stehen ausschließlich Insekten. Eine Tatsache, über die wir Menschen uns freuen dürfen. Bis zu 5000 Mücken vertilgt eine Fledermaus im Durchschnitt jede Nacht.
Bei einer Begegnung mit ihnen ist allerdings Vorsicht geboten: Fühlen sie sich bedroht, können sie mit ihren spitzen, scharfen Eckzähnen ganz schön zubeißen. Daher ist es ratsam, bei Berührung Handschuhe zu tragen, auch wegen der möglichen Übertragung von Erregern. Meine Begegnung verlief zwar ohne Handschuhe. Sie ging aber dennoch glimpflich und ohne Bisswunde für mich aus.
Image der Fledermäuse hat sich gewandelt
Das einstmals schlechte Image der Fledermäuse hat in den letzten Jahrzehnten einen Wandel erfahren. Heute gelten die nachtaktiven Jäger als Naturbotschafter und Sympathieträger. In den 1970er Jahren standen Fledermäuse am Rand der Ausrottung. Doch mittlerweile haben sich viele Bestände stabilisiert.
Vielerorts engagieren sich Menschen für die Spezies: Es gibt Fledermausführungen und eine jährlich stattfindende „Fledermaus-Nacht“, an der sich 30 europäische Staaten mit Aktionen beteiligen. In der Populärkultur hat die Figur des „Batman“ mit seinem ikonischen Logo neben der Comicwelt auch erfolgreich die Film- und Fernsehwelt erobert.
Ausführliche Informationen und Tipps, was bei einer Begegnung zu tun ist, findet man im Internet bei der „Stiftung Fledermausschutz“ sowie allen großen Naturschutzorganisationen.
Die Serie
Hobbygärtnerin Jeannette Anthes gibt alle 14 Tage in der Donnersberger Lokalausgabe der RHEINPFALZ Tipps rund ums Gärtnern. Sie lebt in Kirchheimbolanden und hat selbst einen traumhaft schönen Garten – eben wie in Bullerbü.
Hier geht es zur vorherigen Folge der Serie „Tipps aus Bullerbü“:Alleskönner Johanniskraut