Donnersbergkreis TuS-Jubiläum ist das große Thema beim Umzug

Nach fünf Tagen geht heute die „Bolanner Kerb“ zu Ende: mit Kerwetanz in der Werner-von-Bolanden-Halle, dem traditionellen Kissjes-Tanz und anschließendem Kerwebegräbnis mit Grabredd.

Begonnen hatte alles am Freitag mit dem AH-Fußballspiel des TuS Bolanden gegen die AH aus den Nachbarorten Marnheim und Kirchheimbolanden, der Open-Air-Party auf der großen Bühne mit den Kerweborsch und -mäd sowie dem Feuerwehr-Förderverein in der Dorfmitte. Sie war an dem lauen Abend zur Party-Meile umfunktioniert worden. Später am Abend konnte ein Feuerwerk vom Schlossberg bewundert werden. Dort hinauf zogen mit Fackeln die Kerweborsch auch zum Ausgraben der Kerwe. Samstagnachmittag verfolgten über 250 Zuschauer das Derby TuS Bolanden gegen FC Marnheim. Da der TuS überlegen gewann, war die Vorfreude auf den Abend erst recht ungebrochen. Kerwebesucher hatten die Wahl zwischen einem Essen im Bürgerhaus, Partymusik in der „Scheierbar“ des TuS oder Tanz in der Halle. Höhepunkt am Sonntag war der Umzug mit über 40 Nummern durch die mit Bolander Fahnen geschmückten Straßen, begleitet von der Musikkapelle aus Bolanden, dem Fanfarenkorps Worms mit seinen Fahnenschwenkern, den Dunnerschbejer Wildsau-Fetzern und der Show- und Brassband Rheingold Mainz. Vornweg zogen die Glasmäd, damit jeder sich im Nachgang etwas einschenken lassen konnte, gefolgt vom Kerwestrauß, den Baumträgern und Kerweredner Christian Schäffer mit seinen „Kätzcher“. Was beim Bolander Kerweumzug nicht fehlen darf, sind die Wahrzeichen Klosterkirche Hane und Burg Neu-Bolanden, die auf zwei schön geschmückten Wagen mitfuhren. Der Gemeinderat war in die Kostüme der „Bolander Herren“ geschlüpft. Die Jung-Kerweborsch widmeten sich dem Thema Schwimmbad. Ihren Wunsch „Liebe Verbandsgemeinde, meer wolle mer doch net“ führten sie auf dem Motivwagen als kleines Planschbecken mit. Die Kita Weierhof wiederum wünschte sich „Ich will auch einmal in die Zeitung“; auf dem Fuße folgte der lustigen Truppe „Familie Feuerstein“ mit ihrem Steinzeitauto mit Walzenantrieb. „Voices“ präsentierten sich als junger Chor in Bolanden und warben bereits für ihr Konzert im Herbst unter dem Motto „Die große Filmwelt macht in Bolanden Rast“. Von nun an stand alles im Zeichen des 125. Geburtstags des TuS Bolanden, ins Zeug gelegt hatte sich dafür die Gruppe „Die newerm Rathausbauer“ mit Fränki (Frank Löwenhaupt), Gaga (Markus Rauwolf), Markus Schlimmer und weiteren Helfern. Auf einem stattlichen Motivwagen mit großem Fußball wurde alles gezeigt, was der TuS sonst noch zu bieten hat. Auf einem weiteren Wagen gab’s eine Geburtstagstorte in den Vereinsfarben Blau/Weiß mit vielen Kerzen. Zu Fuß waren unter anderem die männliche Jugend in allen Altersgruppen, der „Fanbus vom TuS“ und die Juniorinnen mit ihrem Trainer unterwegs. In geschmückter Kutsche fuhr der Vorsitzende Arnold Klag mit Prinzessin und Gefolge. Schon von weiten zu hören waren „Die Goschentaler“: Die Bolander Alphornbläser kamen mit ihren 16 Freunden auf einem Floß daher, in ihrem Kielwasser folgte die „Berliner NSA“, ein Motivwagen der „Owwergassmonteuere“. Als putzige Zwerge erschienen die Fuchshofkids. Ihr Motto: „Haltet den Wald stets sauber und rein, dann macht’s auch Spaß, ein Zwerg zu sein“. Grüße aus dem Zellertal überbrachte Weinprinzessin Sofia Weller mit Gefolge in einem Coupe. Mit „Kommando Blau“ und ihrem T-Shirt -Slogan „Schorle inside“ war Spaß uff de Gass angesagt, ihnen schloss sich die Chorgemeinschaft Bolanden/Marnheim an. Bolander Katzen durften im Umzug natürlich nicht fehlen: Es waren Naschkatzen in Pink, auf ihrem Motivwagen „Die süßeste Versuchung, seit es Schokolade gibt“ herrlich anzusehen. Weiter ging es mit den Oldtimern von Renaldo Oberländer und dem Vorstand des Bolander Radfahrvereins im Coupe, denen Fuß- und Fahrradgruppe des RVB folgten. Das Mittelalter war ebenfalls präsent: In einem großen Motivwagen fuhren die alten Reichsdienstmänner von Bolanden, das Burgfräulein und der Bolander Drachentöter. Vom Motivwagen der Hinnergassbuwe hieß es: „Ob owwe uff de Burg oder hinne im Wald, die Gummibärenbande ist überall.“ Mit den Gummibärchen wiesen „die Masken“ unter Regie von Heike Merkel auf ihr zehntes Jubiläum hin. Nach der Showband „Rheingold“ aus Mainz wurde es feuchtfröhlich mit Schnaps der Gruppe „125 Jahre TuS“, gefolgt von den „Bolanner Bierproleten“ mit ihrem Bier-Auto „Bolander Pils“ und dem größten laufenden Bier-Kasten. Mit der Fußtruppe der „kleinen Raupe Nimmersatt“ sowie dem Motivwagen der Biene Maja und Willi „Nico“ von Udos Hinterhoftruppe neigte sich der Umzug dem Ende zu, bevor der Abschluss durch das „1. deutsche Umzugsamt“ aus Bolanden mit Michael Mergel und Co. im Besenwagen die Fußkranken aufsammelte. In der Kerweredd, von Christian Schäffer vorgetragen, wurde so manchem der Spiegel vorgehalten, was mit Beifall, Gelächter oder Schmunzeln honoriert wurde. Danach konnten die Gäste nahtlos zu Kaffee und Kuchen in der Hoflaube des TuS übergehen und mit der Kerwe-Party und Kalli Koppold bis in der frühen Morgen weitermachen. Für die Kinder gab es verschiedene Vergnügungen auf dem Marktplatz. Wer noch Kondition hatte, näherte sich dem zweiten großen Höhepunkt der Bolander Kerb, dem traditionellen Frühschoppen am Montag in der Halle mit dem Duo „Auszeit“, das für oktoberfestliche Stimmung der mehrere Hundert Gäste sorgte. Wer das alles gut überstanden hatte, konnte sich am Nachmittag bei der After-Frühschoppen-Party am Weinstand und in der Scheierbar des TuS weiter vergnügen. (hpa)

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