Sparen mit der Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Solarenergie für jeden nutzbar machen

An seinem Haus in Winnweiler hat Rudolf Franzmann eine Photovoltaik-Dachanlage installiert, die von einer zweiten, kleineren Var
An seinem Haus in Winnweiler hat Rudolf Franzmann eine Photovoltaik-Dachanlage installiert, die von einer zweiten, kleineren Variante am Geländer des Balkones ergänzt wird.

Befeuert durch die anhaltende Energiekrise und die daraus resultierende Kostenexplosion, ist die Frage nach nachhaltiger, umweltfreundlicher Energiegewinnung wieder in den Vordergrund gerückt. Rudolf Franzmann aus Winnweiler hat sich diesem Thema nicht nur persönlich, sondern auch beruflich schon lange verschrieben.

Franzmanns Engagement gilt seit den 1970er Jahren der Förderung von Solarenergie. Diese Art der Energiegewinnung weiterhin bekannt zu machen, zu zeigen, dass diese auch im Kleinformat und für jeden nutzbar wäre, ist ihm ein Anliegen. Auf seinem Privathaus in Winnweiler hat Franzmann schon lange eine Photovoltaik-Dachanlage installiert. Vor zwei Jahren wurde diese ergänzt mit einer zweiten, kleineren Variante am Geländer des Balkones. Diese Art von „Mikroanlagen“ seien von ihm schon lange beworben worden, berichtet er.

Er produziere mit seinen beiden Anlagen das Dreifache des benötigten Strombedarfs des Hauses. Der Rest würde ins Netz zurückeingespeist. Die Balkonkraftwerke nennt er gerne „Balkon-Kraftzwerge“. Diese seien mit 1000 Euro Kosten pro Modul verhältnismäßig günstig in der Anschaffung und ohne größeren technischen Aufwand an fast jedem Balkongeländer installierbar. Das Einsparpotenzial durch den selbstgewonnen Sonnenstrom schätzt er auf 300 bis 400 Kilowattstunden. Dies entspreche damit gut zehn Prozent eines durchschnittlichen Jahresverbrauches. Die Module, die wahlweise auch auf einem Garagenflachdach oder im Garten installiert werden können, wiegen nach seinen Angaben zwölf Kilo und speisen die gewonnene Energie direkt ins hauseigene Stromnetz ein.

Zu Beginn Solarenergie noch exotisch

Franzmann, der mit seinem Sohn viele Jahre ein Unternehmen für Umweltanlagen geleitet hat, sieht sich immer schon als Vorreiter für alternative Energieformen. Bereits 1978 habe er sein Haus unter diesem Aspekt geplant, damals noch eine absolute Ausnahme. Ihm sei es aber schon immer darum gegangen, zu zeigen, dass man etwas verändern könne. Über 20 Jahre war er als Abgeordneter des Mainzer Landtages im Bereich Umweltschutz und alternative Energien tätig.

Seit 1987 ist er Mitglied des rheinhessischen Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS). Zu Beginn seines Engagements sei Solarenergie noch etwas Exotisches gewesen; vor allem weil Gas und Strom aus anderen Quellen zu dieser Zeit vergleichsweise günstig waren. Für ihn hätten schon immer der Umweltschutzaspekt und die Nutzung und der Ausbau alternativer Energien im Vordergrund gestanden.

Attraktiv für Bürger

Mit seinem Unternehmen habe er über 350 Photovoltaikanlagen gebaut. Er bedauere, dass nach dem „Bruch“ in der Photovoltaikbranche nur noch wenige Solar-Dachanlagen installiert würden. Mittlerweile würde es vorwiegend Solar-Großanlagen geben. Dafür gebe es im Donnersbergkreis noch großes Potenzial zur Erschließung weiterer Nutzungsfläche.

Für ihn persönlich noch wichtiger als die Förderung von Großanlagen sei der Bau von „Bürger-Solaranlagen“, wie es sie in Eisenberg bereits gebe. Initiativen dieser Art würden nicht nur die großen Investoren, sondern auch die Bürger direkt am Erlös, der mit dem produzierten Strom erwirtschaftet wird, beteiligen. Für die Gemeinden sei dies attraktiv; Winnweiler plane bereits ein solches Projekt.

Kombination mit Dachanlage sinnvoll

Für Franzmann zählt vor allem, dass man mit den „Bürger-Anlagen“ Umweltschutz und Nachhaltigkeit mit fairem, kosteneffizientem Denken verbinden könne. Für ihn und seinen Verband stünden drei Aspekte der Solarnutzung im Vordergrund: Einsparen von Energie, den Energiebedarf rationell planen und den Rest möglichst aus regenerativen Energien gewinnen.

Für Franzmann gilt: „Mit vielen Kleinanlagen käme in Summe doch eine Menge zusammen.“ In Kombination mit einer Photovoltaik-Dachanlage sei das Potenzial noch größer. An seinem Haus würde er alle 14 Tage eine Messung über die Einspeismenge vornehmen. Im Sommer käme er auf 1000 Kilowattstunden, im Winter – abhängig vom Bewölkungsgrad – auf 300 bis 400 Kilowattstunden im Monat.

Mehr zum Thema
x