Steinbach RHEINPFALZ Plus Artikel Schnell, nachhaltig, regional: Das ist das neue Feuerwehrhaus aus Holz

Das Feuerwehrhaus in Steinbach. Am Gebäude finden aktuell die letzten Arbeiten statt.
Das Feuerwehrhaus in Steinbach. Am Gebäude finden aktuell die letzten Arbeiten statt.

Nach neun Monaten Bauzeit ist das neue Steinbacher Feuerwehrhaus bezugsfertig – ein Vorzeigeprojekt für modularen Holzbau mit Modellcharakter.

In Steinbach weiht die Verbandsgemeinde Winnweiler am kommenden Samstag das neue Feuerwehrhaus ein. Bezugsfertig ist der Neubau bereits, die drei Stellplätze in der Fahrzeughalle stehen zwar noch leer, das liegt aber daran, dass der Raum für die Einweihungsfeier benötigt wird. Die Spinde in den Umkleideräumen sind jedoch schon belegt. Der moderne Neubau ganz aus Holz ist ein echtes Vorzeigeprojekt der Verbandsgemeinde und steht beispielhaft für ein innovatives und nachhaltiges Baukonzept, das die VG vor einigen Jahren in Angriff genommen hat. Identische, nur leicht verkleinerte Gebäude entstehen derzeit in Breunigweiler und Börrstadt.

Alle drei Feuerwehrhäuser folgen einem modularen Baukastenprinzip, das eine schnelle und kosteneffiziente Bauweise ermöglicht und flexible Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft bietet. Bürgermeister Rudolf Jacob selbst brachte die Idee aus einem Seminar des Holzbau-Clusters Rheinland-Pfalz in die Verwaltung. Neben der ansprechenden Optik sah Jacob auch wirtschaftliche Vorteile sowie die Chance, die Ortswehren künftig gleich zu behandeln.

Das eigentliche Konzept wurde danach vom damaligen stellvertretenden Bauamtsleiter Sascha Leib entwickelt: Vorgefertigte Funktionsmodule, etwa für Fahrzeughallen, Schulungsräume und Umkleiden, lassen sich je nach örtlichem Bedarf flexibel kombinieren. Ein weiterer Vorteil ist die kurze Bauzeit. In Steinbach betrug sie gut neun Monate – grundsätzlich könnten Feuerwehrhäuser dieser Art aber auch in sechs Monaten realisierbar sein, wie Jacob anmerkt.

Überwiegend heimische Hölzer verwendet

Ausgeschrieben wurde das Ganze so, dass die gesamte Gebäudehülle – Bodenplatte inklusive Anschlüsse, Holzbau, Tore, Dach und Fenster – in einem Gewerk enthalten war. Für die Ausführung war die Kirchheimbolander Holzbau-Firma Schauss zuständig, die sich je nach Bedarf Subunternehmen ins Boot holte und auch die weitere Planung begleitete. Für die Holzarbeiten wurden überwiegend heimische Hölzer verwendet. Im Innenausbau dominieren Materialien, die sowohl funktional als auch wirtschaftlich sind: Die Wände sind mit Fichtenholz verkleidet und teils mit Gipskartonplatten ergänzt, um eine glatte und feuerbeständige Oberfläche zu schaffen.

Ideengeber Rudolf Jacob in der bereits belegten Umkleidekabine.
Ideengeber Rudolf Jacob in der bereits belegten Umkleidekabine.
In der Gerätehalle haben drei Fahrzeuge Platz.
In der Gerätehalle haben drei Fahrzeuge Platz.
Holzwände sorgen für eine gute Optik.
Holzwände sorgen für eine gute Optik.
Der helle, moderne Schulungsraum.
Der helle, moderne Schulungsraum.
Nach einem anstrengenden Einsatz braucht man manchmal auch etwas Süßes.
Nach einem anstrengenden Einsatz braucht man manchmal auch etwas Süßes.
Fabian Dall, Chef der Holzbaufirma Schauss, brachte beim Bau öfter seine Drohne zum Einsatz. Hier hat er ein Gruppenfoto mit Bü
Fabian Dall, Chef der Holzbaufirma Schauss, brachte beim Bau öfter seine Drohne zum Einsatz. Hier hat er ein Gruppenfoto mit Bürgermeister Rudolf Jacob sowie Wehrleiter Füllert und den Planern und Ausführern gemacht.

Foto 1 von 6

Das fertige Gebäude umfasst 254 Quadratmeter; neben der großen Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen gibt es geschlechtergetrennte Umkleideräume und Sanitärbereiche, einen Schulungsraum mit integrierter Küchenzeile, diverse Lagerräume, einen Hausanschlussraum und ein Stuhllager. In der Fahrzeughalle bestehen die Wände aus Holzfaserplatten – dadurch bleibt die Oberfläche strapazierfähig. Der Boden ist mit einem robusten Kunststoff auf Epoxidharz-Basis versiegelt, der keinen Estrich benötigt und im Vergleich zu Fliesen eine deutlich günstigere Alternative darstellt.

Punktlandung bei den Baukosten

„Den Lagerraum haben wir mit 28 Quadratmetern bewusst größer geplant als die sonst üblichen zwölf. Damit können wir in der Verbandsgemeinde zentral benötigte Ausrüstungsgegenstände lagern und bei Bedarf abrufen“, erklärt Jacob. Auch die technische Ausstattung des Gebäudes wurde modern konzipiert: Die Luft-Wärmepumpe in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage sorgt für Energieeffizienz und geringe Betriebskosten.

Die Kosten für den Bau wurden bei der Planung auf 1,2 Millionen Euro geschätzt – und diese Summe wurde auch eingehalten. Finanziert wurde das Projekt durch Zuschüsse des Landes Rheinland-Pfalz, darunter 150.000 Euro aus dem Holzbaucluster-Programm sowie weitere 130.000 Euro. Den Großteil der Mittel hat jedoch die Verbandsgemeinde Winnweiler selbst aufgebracht. Das Grundstück für das neue Feuerwehrhaus wurde zudem von der Ortsgemeinde Steinbach unentgeltlich zur Verfügung gestellt; im Gegenzug geht das alte Feuerwehrhaus im Besitz der Ortsgemeinde über.

Auch auf die Optik Wert gelegt

Bei der Fassadengestaltung wurde nicht nur Wert auf das Funktionale, sondern auch auf die Optik gelegt: Der Eingangsbereich ist mit Lärchenplanken verkleidet. „Dieses Holz muss nicht behandelt werde und bildet beim Verwittern eine zusätzliche Schutzschicht“, erklärt Jacob.

Mit diesem Projekt hat die VG Winnweiler gezeigt, wie Infrastrukturmaßnahmen in kleinen Gemeinden effizient und nachhaltig umgesetzt werden können. Das Konzept der modularen Feuerwehrhäuser hat über Winnweiler und Steinbach hinaus Aufmerksamkeit erregt. „Um die zehn Verbandsgemeinden haben sich bereits informiert, und zwei, die VG Simmern-Rheinböllen und die VG Baumholder, haben beschlossen, das Konzept eins zu eins zu übernehmen“, berichtet Jacob.

x