Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Schloss-Jugendherberge: Die Entscheidung steht bevor

Im VG-Rat wird nun entschieden, ob das Hotel zur Jugendherberge wird – oder der Dornröschenschlaf weitergeht.
Im VG-Rat wird nun entschieden, ob das Hotel zur Jugendherberge wird – oder der Dornröschenschlaf weitergeht.

Am Dienstag tagt der Verbandsgemeinderat nochmals bezüglich eines möglichen Kaufs des Schlosshotels. Vertreter der Jugendherberge drängen auf eine Entscheidung.

Kaum ein Thema polarisiert im Nordpfälzer Land aktuell so sehr, wie die Zukunft des Schlosshotels in Rockenhausen. Nun wird sich am kommenden Dienstag wohl entscheiden, ob die bewegte Geschichte des Wahrzeichens zeitnah ein neues Kapitel bekommt oder der Dornröschenschlaf weitergeht. Nachdem der Rat der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land zuletzt eine Entscheidung über einen möglichen Kauf des Schlosses und eine Kooperation mit der Verband „Die Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und im Saarland“ vertagte, kommt das Gremium am Dienstag erneut zusammen. Wieder wird auch Jacob Geditz, Vorsitzender des Verbandes, anwesend sein. Und diesmal soll es auf jeden Fall eine Entscheidung geben.

Geditz hat zuletzt in einem Schreiben, das Verbandsbürgermeister Michael Cullmann bereits dem Haupt- und Finanzausschuss vorstellte, erklärt: „Wenn eine Entscheidung jetzt zeitnah erfolgt, können bis spätestens Herbst der Vertrag erstellt und zeitgleich der Bauantrag eingereicht werden. Dann könnte die Umsetzung der Maßnahme im Jahr 2027 erfolgen und die Inbetriebnahme spätestens Anfang 2028.“ Zudem ergänzte Geditz: „Unabhängig davon ist für uns wichtig, dass es jetzt zu einer Entscheidung kommt. Wenn positiv, können wir an der Umsetzung dieses Plans arbeiten. Wenn nein, können wir die Energie auf ein anderes Projekt lenken.“ Demnach haben die Vertreter der Jugendherbergen also wenig Interesse daran, dass das Vorhaben in Rockenhausen zum Geduldsspiel wird. Bürgermeister Cullmann kann das durchaus nachvollziehen. „Die Baupreise sinken in dieser Zeit ja nicht“, sagt Cullmann. Und der Betrag, den die VG an den nötigen Umbauarbeiten und Sanierungen am Schloss übernehmen würde, ist gedeckelt. Alles darüber hinaus zahlt die Jugendherberge.

Fördermittel könnten zum Knackpunkt werden

Grund für die jüngste Aufschiebung der Abstimmung über den Kauf des Schlosses war der Wunsch des VG-Rates, zunächst die Ortsgemeinden und deren Bürgermeister zu befragen. Das geschah zuletzt im Rahmen einer Bürgermeisterdienstbesprechung. „Die Reaktionen waren unterschiedlich. Man könnte ungefähr sagen, die eine Hälfte ist dafür, die andere dagegen“, sagt Cullmann. Er selbst wirbt weiterhin dafür, das Vorhaben umzusetzen. „Wer Tourismus machen will, muss auch Angebote machen“, sagt er. Und in Zeiten, in denen es der Industrie in der Region schlechter geht, sei es ratsam an anderer Stelle zu investieren, um für die Zukunft möglichst gut aufgestellt zu sein und als Verbandsgemeinde attraktiv zu bleiben.

Hauchdünne Entscheidung wird erwartet

Prognosen für die nun am Dienstag wohl folgende Abstimmung sind indes schwierig. Während die SPD-Fraktion bislang geschlossen für das Projekt zu sein scheint, lässt sich nur schwer vorhersagen, wie die Fraktion der Grünen und die Mehrheitskoalition aus CDU, FDP, FWG und Freie Liste Nordpfalz entscheiden wird. Knackpunkt könnte dabei die Aussicht auf mögliche Fördergelder sein. Zuletzt verfassten die fünf Fraktionen außer der SPD ein Schreiben an die Landesregierung, in dem sie um Unterstützung baten. Darin heißt es unter anderem: „Ziel muss es sein, eine Umlageerhöhung für die Ortsgemeinden möglichst zu vermeiden. Ohne eine deutliche Entlastung durch das Land wäre eine solche Umlageerhöhung allerdings nicht zu umgehen“. Im Schreiben ist von einem Eigenanteil von 1,4 Millionen Euro, zusätzlich zum Kaufpreis des Schlosses, die Rede. Diesen Anteil würden die Verfasser des Schreibens gerne auf unterhalb von 500.000 Euro drücken. Auch Verbandsbürgermeister Cullmann betont, zuletzt weiter Gespräche zu möglichen Fördermitteln geführt zu haben. Nach jetzigem Stand stehen allerdings keine Landesmittel zur Verfügung. Auch seitens des Landkreises stehen keine Fördertöpfe bereit. Diskussion und Abstimmung am Dienstagabend versprechen also Spannung und ein womöglich hauchdünnes Ergebnis. Klar ist aber auch: Gegen eine Jugendherberge in der VG Nordpfälzer Land hätte an sich keiner etwas einzuwenden. Auch das wird aus dem Schreiben der fünf Fraktionen deutlich.

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