Donnersbergkreis Sache des Anstands

Rockenhausen. Titel, Tore, Glanzleistungen – die meiste Anerkennung richtet sich im Fußball nach Erfolg. Wer spielt am besten, wer knipst am meisten, wer zeigt die schönsten Tricks? Oft bleibt dabei aber der Grundgedanke des Fairplay während der 90 Minuten auf der Strecke – obwohl gerade dieses den Kickern Respekt einbringt. Zum vierten Mal ehrten die Sparkassen Kaiserslautern und Donnersberg deshalb jetzt die fairsten Mannschaften des Fußballkreises Kaiserslautern-Donnersberg.

Fairplay ist eine Sache des guten Anstandes. Der Anerkennung seines sportlichen Kontrahenten, des Respekts ihm gegenüber. Das vor allem, aber eben nicht nur. Gesittetes Verhalten auf dem Rasen – sprich: weder rüde Fouls noch Beleidigungen, Tätlichkeiten oder Täuschungsversuche – sollte für jeden Sportsmann in erster Linie eine Selbstverständlichkeit sein. Und dazu der positive Nebeneffekt: Er poliert dazu sein Image gründlich auf. Wer fair ist, hat es meistens einfach gar nicht nötig, sich durch fiese Attacken den Sieg zu ergaunern. Günther Bolinius, Vorstand der Sparkasse Donnersberg, machte das am Donnerstag bei der Fairplay-Preisverleihung in Rockenhausen deutlich. Ein Blick auf die gerade vergangene Fußball-Weltmeisterschaft genüge. „Die deutsche Mannschaft hat sich außerordentlich sportlich präsentiert. Sie stand für ein offenes, tolerantes Deutschland“, befand Bolinius vor den Gewinnern. Seine Anspielung zielte auf das Halbfinale gegen Brasilien: Mit 7:1 deklassierte die Nationalelf den Gastgeber, machte ihn durch unnötige Mätzchen aber nicht lächerlich. Auch ansonsten geriet Jogi Löws Mannschaft nie durch unfaire Eskapaden in die Schlagzeilen. Sie wurde anerkannt, war beliebt – und stemmte letztlich den Weltpokal. Gewürdigt werden zumeist die fußballerischen Leistungen, weniger jedoch die Fairness – auch in den tieferen Spielklassen. Gut, dass die Sparkassen Kaiserslautern und Donnersberg einmal pro Jahr die sportlichsten Mannschaften der Saison prämieren. „Siege kann man auch erringen mit Anstand. Es geht um die Erziehung innerhalb der Vereine. Genau dort muss sich was bewegen. Wenn sich jeder benimmt, wie er will, wo wären wir dann?“, sagte Kreisvorsitzender Udo Schöneberger. Schließlich sei faires Verhalten nicht umsonst: Abgesehen von hohem Ansehen winkt den Siegern jeweils eine dreistellige Summe, die in Jugendarbeit oder neue Geräte investiert werden kann – „ein schöner Anreiz“, betonte der Vorsitzende. Insgesamt sieben Junioren- sowie 17 Aktiventeams, von Landesliga bis C-Klasse, ehrten die Sparkassenvorstände Bolinius und Werner Stumpf im Kahnweilersaal der Rockenhausener Filiale. Neben Dauergästen wie dem TuS Finkenbach-Waldgrehweiler oder dem FV Kriegsfeld – fast in jedem Jahr unter den Geehrten – ist bei den Herren besonders ein Klub hervorzuheben: der SV Gundersweiler. Seine Zweite kassierte in 22 Spielen der C-Klasse Süd nur 25 Verwarnungen. Den roten Karton sah sie nicht ein einziges Mal. Der Spitzenwert im ganzen Fußballkreis. Fakt ist: So viel Fairness muss somit auch belohnt werden. (ppp)

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