Rockenhausen Rockie Games: So lief die vierte Auflage des Spielefests

Belebtes Rockenhausen: Bei den Rockie Games sind 50 Spielstationen in der Innenstadt verteilt.
Belebtes Rockenhausen: Bei den Rockie Games sind 50 Spielstationen in der Innenstadt verteilt.

Keine Motivation mehr so kurz vor den Sommerferien? Davon war bei der vierten Auflage der Rockie-Games in Rockenhausen nichts zu spüren. Rund 2000 Schüler und Kita-Kinder tummelten sich bei etwa 50 Spiel- und Spaß-Aktionen im gesamten Stadtgebiet. Trotzdem gab es eine Kleinigkeit, die von Groß und Klein schmerzlich vermisst wurde.

Im Rockenhausener Schwimmbad geht es am Mittwochvormittag schon wild her – allerdings nicht zu Wasser, sondern an Land. Mit Lanzen, Keulen, sogar einem Morgenstern gehen dort Schüler und Lehrer aufeinander los. „Herr Daum, ich krieg Sie!“, ruft ein Schüler, während Realschule-plus-Lehrer Daniel Daum in Verteidigungsstellung geht. Angst und bange muss bei dem Anblick aber niemandem werden: Die Lanzen und Keulen sind mit weichem Schaumstoff überzogen. Das Schüler-Lehrer-Gespann testet nämlich die Jugger-Station der Förderschule, eine von rund 50 Spielstationen der Rockie-Games.

„Bei Jugger geh es darum, einen Spielball in das gegnerische Tor zu bringen, während sich die anderen Spieler mit den gepolsterten Spielgeräten am Punkten hindern“, erklärt Pädagoge Max Krampe, der die Station betreut. Der Vorteil des Spiels sei sein selbstregulierender Charakter, findet er: „Weil alle so einen großen Spaß haben, haut niemand zu arg drauf.“ Selbst Mädels griffen dann gerne mal zum Sportgerät, scherzt er, „um Jungs oder Lehrer zu vermöbeln“.

Wieder Kind sein

Ebenfalls sportlich geht es nur wenige Meter weiter zu: Das DLRG bietet einen Erlebnis-Parcours und in der Sporthalle der Realschule plus können Vereinssportarten wie Basketball und Tischtennis ausprobiert werden. In der Turnhalle der Grundschule führen die Jugendtrainer der „Vikings Muay Thai“ aus Marnheim verschiedene Kampftechniken aus dem Thaiboxen vor und in der Donnersberghalle können große und kleine Teilnehmer eingehüllt in aufblasbaren Kugeln beim Bubble-Fußball bei vollem Körpereinsatz kicken. Anrempeln ist sogar ausdrücklich erlaubt!

Belebtes Rockenhausen: Bei den Rockie Games sind 50 Spielstationen in der Innenstadt verteilt.
Belebtes Rockenhausen: Bei den Rockie Games sind 50 Spielstationen in der Innenstadt verteilt.
An der Station des Golfclub Donnersberg wird auf eine Dartscheibe gezielt.
An der Station des Golfclub Donnersberg wird auf eine Dartscheibe gezielt.
Beim Rolli-Parcours schlängeln sich die Teilnehmer im Rollstuhl an Hindernissen vorbei.
Beim Rolli-Parcours schlängeln sich die Teilnehmer im Rollstuhl an Hindernissen vorbei.
Wasser marsch! An der Station der Freiwilligen Feuerwehr dürfen die Kleinsten das Löschen von Bränden üben.
Wasser marsch! An der Station der Freiwilligen Feuerwehr dürfen die Kleinsten das Löschen von Bränden üben.
Der siebenjährige Marlon testet bei der Gesangvereinskapelle Rockenhausen eine Tuba.
Der siebenjährige Marlon testet bei der Gesangvereinskapelle Rockenhausen eine Tuba.
Beim Spiel Juggers duellieren sich Lehrer und Schüler.
Beim Spiel Juggers duellieren sich Lehrer und Schüler.
Gut gesichert: Bei der evangelischen Jugend geht es hoch hinaus.
Gut gesichert: Bei der evangelischen Jugend geht es hoch hinaus.

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Manchem Nachwuchs ist das zu wild. Kein Problem – sofort findet sich ein Vater, der eigentlich als Begleitperson bei den Rockie-Games dabei ist und jetzt freudestrahlend den Platz des Kleinen einnimmt. Bei den Rockie-Games dürfen also auch Große noch einmal Kind sein. Mit einer Ausnahme: Für jede absolvierte Station erhalten die Kinder einen Stempel. Haben sie zehn Stempel auf ihrer Teilnahmekarte gesammelt, können sie an einer Verlosung teilnehmen. Insgesamt drei Preise verlost die Stadt Rockenhausen als Veranstalter.

Beliebte Station fällt aus

Weniger offensiv als beim Kampfsport oder Bubble-Fußball ist die Station der Freiwilligen Feuerwehr. Hier kommt es auf Schnelligkeit an. In einer riesigen Hüpfburg, die einem Feuerwehrauto gleicht, müssen die Kinder einen Parcours überwinden: Klettern, kriechen, rutschen ist gefragt. Die neunjährige Hannah kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus: „Das hat so einen Spaß gemacht. Das war bisher die beste Station.“ Die Klassenkameraden Derek und Emil sind ihrer Meinung. Einigkeit herrscht auch, welche Station unbedingt noch besucht werden muss: „Wir wollen noch das mit den Falken machen.“

Mit diesem Wunsch sind Hannah, Derek und Emil nicht allein. An jeder Station sind Kinder zu hören, die von Station 11 – dem „Falkner der Herzen“ – sprechen. Schließlich ist die Falknerei Häfner aus Bisterschied für ihre Therapiearbeit mit den Greifvögeln über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Entsprechend ist die Vorfreude groß. Im Schlosspark, wo die Falknerei mit ihren Tieren stationiert sein sollte, gibt es aber dann eine herbe Enttäuschung. Die Falknerei musste kurzfristig absagen. „Wegen Krankheit“, bestätigt Dieter Krücken, der zusammen mit Phillip Lichtenberger von der evangelischen Jugend, Carsten Michel von der IGS Rockenhausen und dem Organisationsteam „Team 6“ der Standortentwicklung der Stadt Rockenhausen die Rockie-Games organisiert hat.

Slackline und Golf-Darts

Die übrigen Stationen bieten reichlich Ablenkung: Im Schulgarten bei den Ponys Ava, Lilly und Emil kommen Tierfreunde dann doch noch zu ein paar Streicheleinheiten. Im Schlosspark hingegen schwingen Jungs und Mädels mit dem Karnevalsverein Rohau das Tanzbein und Schwindelfreie klettern mit der evangelischen Jugend Rockenhausen in Baumkronen. Von dort aus balancieren sie in luftiger Höhe über eine Slackline. Die sechsjährige Matilda will es ausprobieren, lässt sich von Stations-Betreuerin Julia die Sicherheitsgurte und Helm anlegen und Einzelheiten erklären. Matilda ist nämlich noch nicht groß genug, um sich an einer festgespannten Führungsleine festzuhalten, wenn sie über die Slackline balanciert. „Ich ziehe so fest an dem Seil, dass du das Gefühl hast, gleich abzuheben. Das bedeutet, dass ich dich sicher halte, falls du fällst“, erklärt Julia. Dann gehts hoch hinauf. Nach der Hälfte der Strecke rutscht Matilda allerdings ab und baumelt kichernd am Sicherungsseil. Zurück am Boden gibt sie zu: „Ich hatte am Anfang etwas Angst, dass mich die Frau nicht packt. Aber das Fallen war nicht schlimm.“

An der Station des Golfclubs Donnersberg geht es zwar wesentlich ruhiger, dafür aber nicht unbedingt uninteressanter zu. Mithilfe eines Golfschlägers manövrieren die Kinder aus einiger Entfernung mit Klett umwickelte Tennisbälle auf eine riesengroße Dartscheibe. Je nachdem, in welchem Feld der Ball hängenbleibt, sammeln die Teilnehmer Punkte. Golfclub-Präsident Michael Tschoepke freut sich über das rege Interesse: „Wenn ein solches Angebot in Rockenhausen gemacht wird und die Kinder dadurch die Gelegenheit haben, ihre motorischen Fähigkeiten auszutesten, sind wir gerne dabei.“

Fortsetzung geplant

Auch Mitorganisator Krücken ist zufrieden mit der vierten Auflage der Rockie Games. Bis auf zwei kurzfristige Absagen habe alles gut geklappt. Lob und positive Rückmeldungen an den Stationen hätten überwogen. Auch die 565 Stempellose, die von Teilnehmern eingereicht wurden, bestätigten den Erfolg, findet er. „Natürlich gibt es auch ein, zwei Kritikpunkte.“ Weil in diesem Jahr relativ wenig Aktivitäten am Marktplatz stattgefunden hätten, überlege das Organisatoren-Team schon jetzt, wie sie dieses Problem für die nächsten Rockie-Games beheben können. Denn eins steht fest: 2026 soll es eine Wiederholung geben.

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