Donnersbergkreis
Protesttag: Wieso Apotheken im Donnersbergkreis geschlossen bleiben
Apotheken sind ein fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Die Angestellten sorgen unter anderem für eine flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln und bieten zudem eine Fachberatung für die Menschen an. Am Montag, 23. März, werden sie dies vielerorts nicht tun. Denn: Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat zu einem Protesttag aufgerufen. Zahlreiche Apotheken in Deutschland bleiben daher an diesem Tag geschlossen – auch im Donnersbergkreis.
Eine der am Protesttag teilnehmenden Apotheken ist die Sonnenapotheke in Albisheim. Deren Inhaber Torben Schreiner findet deutliche Worte zu den Hintergründen des Protests: „Wir Apotheker betteln beim Gesundheitsministerium und bekommen seit 20 Jahren keine nennenswerte Lohnerhöhung, während die Kosten alleine in den letzten 13 Jahren um über 65 Prozent gestiegen sind.“
Apotheker: „Lebensqualität geht verloren“
Die Apothekerinnen und Apotheker erwarten deswegen schwerwiegende Folgen für den Donnersbergkreis – einige davon seien jetzt schon sichtbar. Dr. Marc Muchow, Inhaber der Muchow Apotheken, erläutert dazu: „Auf dem Land haben wir das große Problem, dass viele Apotheken in den kleinen Orten schließen, wie etwa in Gaugrehweiler vor wenigen Jahren. Wenn weitere kleine Orte ihre Apotheken verlieren, geht nicht nur ein großes Stück Lebensqualität für die Menschen verloren, die Entfernungen zwischen den Apotheken werden auch immer größer.“ Und Menschen, die nicht mobil, aber auf Apotheken angewiesen sind, bekämen dann künftig noch größere Probleme, an ihre Medikamente zu kommen.
Muchow betont: „Wir haben aktuell noch rund 16.000 Apotheken in Deutschland. Das ist zu wenig. Wir müssen das Apotheken-Sterben vor allem in den ländlichen Gebieten stoppen!“ Doch das sei eben nur möglich, wenn die Honorare entsprechend angehoben würden. „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten gerne in ihrem Beruf, aber sie müssen auch davon leben können“, so Muchow weiter. Aus diesem Grund fährt er am Protesttag zusammen mit mehreren Angestellten zu einer von mehreren bundesweiten Großdemos nach Düsseldorf.
Bundesverband: Notversorgung gesichert
Auch Nadja Eichler und Elena Weber, Inhaberinnen der Mercator Apotheke in Kirchheimbolanden, unterstützen den Protest. „Auch wir lassen geschlossen, weil wir es wichtig finden, den Zusammenhalt zu zeigen“, sagen sie.
Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde den Apotheken übrigens eine Erhöhung des sogenannten Apotheken-Fixums zugesichert. Also eine Erhöhung der Vergütung für die Apotheke, wenn ein rezeptpflichtiges Medikament über die Ladentheke geht. Im Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett Anfang des Jahres auf den Weg gebracht hat, war davon aber keine Spur – wie Muchow, Schreiner, Eichler und Weber kritisieren.
Zur Akutversorgung mit dringenden Medikamenten stehen am Protesttag rund um die Uhr über tausend Notdienstapotheken bundesweit bereit, teilt der Bundesverband mit. Muchow empfiehlt zudem, benötigte Arznei bis Samstag vorzubestellen.