KirchheimbolandenParkplatz am Gesundheitszentrum: Wo Patienten mit dem Auto in den Graben rutschen
Eng, enger, der Parkplatz am Gesundheitszentrum: Regelmäßig rutschen hier Autos in den Graben.
Autos fahren in den Graben, Patienten und Anwohner sind genervt: Es gibt zu wenige Stellplätze an Gesundheitszentrum und Klinikum. Doch 2026 soll es eine Lösung geben.
Lange dauert es nicht an diesem Vormittag Anfang September, dann passiert es: Ein älterer Herr versucht, mit dem Auto rückwärts seitlich einzuparken. Dabei stößt er mehrfach mit seinem Fahrzeug an den Holzzaun. Schließlich hat der Mann es geschafft – sein Auto steht in einer kleinen Parklücke am Gesundheitszentrum in Kirchheimbolanden und er kann seinen Termin beim Arzt wahrnehmen.
Zum Glück verhindert dieses Mal der Zaun schlimmeres und das Auto rutscht nicht in den Graben neben dem Parkplatz. Diesmal sind es nur kleine Dellen am Fahrzeug, der Abschleppdienst muss nicht anrücken. Denn: Trotz des Zaunes rutschen regelmäßig Pkw in den Graben, der Abschleppdienst ist mehrmals im Monat vor Ort.
Wenige Parkplätze und dann noch die Baustelle
Die Kombination aus wenigen Parkplätzen und vorwiegend älteren und kranken Menschen, die zum Arzt müssen, hat Konfliktpotenzial – das bestreitet hier niemand. Zusätzlich, zum ohnehin vorhandenen Parkplatzmangel, befindet sich am und im Krankenhaus gerade eine Großbaustelle. Parkplätze wurden verlegt, Baustellenfahrzeuge fahren ein und aus, Patienten und Besucher weichen zum Parken in die umliegenden Wohngebiete aus.
Jeden Tag das gleiche Bild: Patienten suchen einen Parkplatz. Bald soll es mehr Plätze geben – allerdings werden die Nutzer dann zur Kasse gebeten.
Auch Bernd Straub ist von der Situation genervt. Er wohnt am Kahlenbergring und bekommt selbst hier die Not der Patienten mit. „Das bereits deutlich erhöhte Verkehrsaufkommen in der Zufahrtsstraße ist eine echte Belastung – für Anwohner, Besucher, Patienten und nicht zuletzt für den Rettungsdienst. Hinzu kommt, dass alle immer häufiger in das angrenzende Wohngebiet Kahlenbergring ausweichen. Dort stehen Anwohner nun zusätzlich unter Parkdruck“, sagt er. Sein Wunsch: klare Verkehrsregeln und ein Parkraumkonzept mit ausreichend Kapazitäten, barrierefrei und sicher.
30 Parkplätze wurden dauerhaft verlegt
Oliver Dörr, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums, ist da ganz seiner Meinung: „Das Problem mit den Parkplätzen hatten wir eigentlich seit dem ersten Tag“, sagt er. Und dabei ist es nicht nur ein Problem des Gesundheitszentrums, sondern auch des Krankenhauses und der Anwohner dort.
Der Pressesprecher des Westpfalz-Klinikums beschwichtigt: „Wir haben 30 Parkplätze vom vorderen Bereich nach hinten zum Hubschrauberlandeplatz verlegt, die Anzahl der Parkplätze bleibt damit gleich. Es gibt weiterhin 80 Parkplätze, die vorne uneingeschränkt genutzt werden können“, sagt Dennis Kolter. Und in der Tat: An diesem Vormittag, als die RHEINPFALZ sich die Situation vor Ort anschaut, sind im vorderen Bereich der Klinik noch etliche Stellplätze frei. Allerdings: Von hier aus ist der Weg zum neuen Haupteingang der Klinik weit, zum Gesundheitszentrum noch weiter und der Weg führt vorbei an Baustellenfahrzeugen über Schotterwege. Für ältere und kranke Menschen, eventuell sogar mit Rollator, ist dieser Weg nicht nur sehr weit, sondern schlicht ungeeignet.
Der Außenbereich des Krankenhauses ist gerade eine einzige Baustelle. Und in dieser Woche beginnen zusätzlich noch Bodenbohrungen.
Und so ballt sich der Verkehr an der Straße hinter dem Gesundheitszentrum. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Das Problem: vielschichtig. „Könnten wir einen Parkplatz bauen, wie vor 20 Jahren, dann wären wir schon fertig. Nur so einfach ist das nicht, wir sind aber dabei, eine Lösung zu finden“, verspricht Oliver Dörr. Die Idee: Der Parkplatz soll von jetzt 60 auf dann 170 Parkplätze vergrößert werden, zudem soll der kritische Graben zugeschüttet werden. Und damit beginnen nun weitere, neue Probleme: Zunächst wird es in dieser Woche Probebohrungen geben, damit die Beschaffenheit des Bodens bestimmt werden kann.
Mit den gewonnenen Informationen kann der Belag des Parkplatzes bestimmt werden – es muss gewährleistet werden, dass das Abwasser gut abfließen kann. Solche Bestimmungen seien seit dem Hochwasser im Ahrtal Pflicht. Zudem gebe es die Vorgabe, dass bei einem Parkplatz mit mehr als 100 Stellplätzen auch eine PV-Anlage gebaut wird. „Mittlerweile bin ich nicht nur Arzt, sondern auch Experte in Sachen Parkplätze. Aber es sitzen alle in einem Boot: die Stadt, der Landrat und auch das Krankenhaus. Wir alle bemühen uns um eine Lösung“, versichert Dörr.
Der neue Parkplatz soll künftig Geld kosten
Allzu viel mag er nicht versprechen, aber er hofft, dass das Projekt Parkplatz im Jahr 2026 abgeschlossen und erledigt ist. Was allerdings jetzt schon klar ist: Kostenlos wird der neue Parkplatz nicht mehr sein. Zu hoch seien die Kosten der Baumaßnahme. Deswegen „wird der neue Parkplatz bewirtschaftet werden müssen“, kündigt der Geschäftsführer an.