Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Opas Traum: Rauschkolb will Landrätin werden

Blumen, Bahn, Begeisterung: Jaqueline Rauschkolb (2. von rechts) will am 2. Februar 2025 erste Landrätin des Donnersbergkreises
Blumen, Bahn, Begeisterung: Jaqueline Rauschkolb (2. von rechts) will am 2. Februar 2025 erste Landrätin des Donnersbergkreises werden. Und zu gern würde sie mal wieder mit der Zellertalbahn fahren.

Eindeutige Sache: 102 von 106 Stimmberechtigten wählten bei der SPD-Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Jaqueline Rauschkolb zur Kandidatin für die Landratswahl. Damit tritt die 37-Jährige am 2. Februar gegen Amtsinhaber Rainer Guth an.

Heinrich Rauschkolb, der Großvater von Jaqueline Rauschkolb, brachte die Politik in die Familie. Er war lange Stadt- und VG-Bürgermeister in Eisenberg – und er träumte davon, Landrat zu werden. Das Amt blieb ihm verwehrt; als Beigeordneter durfte er den Landrat nur vertreten. Nun will die Enkelin den Traum des Opas zu Ende träumen – und ihn Realität werden lassen. Rauschkolb, verheiratet, Mutter zweier Kinder, wohnhaft in Eisenberg, ausgebildete Hotelfachfrau, seit 2005 SPD-Mitglied, Stadt- und VG-Rätin und seit zehn Jahren SPD-Landtagsabgeordnete in Mainz, will die erste Landrätin am Donnersberg werden. „Wir brauchen einen Neustart im Kreishaus“, sagte sie am Sonntagmorgen vor den Delegierten im vollen Bürgerhaus in Steinbach. Sie habe einen „klaren Kompass“, so Rauschkolb. Ihre Zeiger: Solidarität und Gerechtigkeit. „Wir möchten, dass es allen Menschen im Kreis gut geht“, nannte Rauschkolb den Kernpunkt ihrer Agenda.

Bildung, Familie, Wohnen – und die Zellertalbahn

Sie wolle sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzen, für Bildung und Familienpolitik mit modernen Schulentwicklungsprogrammen und einer betreuten Ganztagsschule in weiterführenden Einrichtungen. Die Verwaltung solle bürgernah, serviceorientiert und endlich digital werden. Die Bedürfnisse aller Generationen müssten dabei berücksichtigt werden. „Außerdem brauchen wir eine praktische und bezahlbare Abfallentsorgung im Kreis, eine bessere Verkehrsanbindung an die Ballungsräume und ebenso Dörfer für die Zukunft, in denen die Menschen gern leben.“ Niemand dürfe sich abgehängt fühlen, auch wenn Rauschkolb weiß, dass manche Bürger so empfinden. Wenn sie auf dem Chefsessel im Kreishaus sitze, dann solle sich das ändern, dann sollen Engagement und Ehrenamt wertgeschätzt werden, Arbeitnehmer ihre Rechte vertreten wissen und Unternehmen Unterstützung bekommen. Haltung, ein großes Wort, sei ihr wichtig. Sie sei „kein Fähnchen im Wind“ ohne Parteibuch, das sich nur die Rosinen(themen) bei den anderen rauspicke. Die 37-Jährige stehe für die Werte der Sozialdemokraten. Der kurze Wahlkampf in einer kalten Jahreszeit werde „knackig“, kündigte Rauschkolb an. „Aber es ist Zeit für einen Wechsel an der Spitze der Kreisverwaltung.“

„Das Herz am rechten Fleck“

Aus Mainz war der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Sven Teuber nach Steinbach gekommen, um den Wahlkampfauftakt einzuläuten. Er bescheinigte ihr einen mutigen Weg, raus aus der Komfortzone und rein ins manchmal unbequeme Engagement für den ländlichen Raum. „Guth ist gut, aber Jaqueline ist besser“, sagte er. „Sie hat das Herz am rechten Fleck.“ Der Ex-Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog bescheinigte Rauschkolb „Hand, Herz und Haltung“ – und kritisierte unter anderem den aktuell schleppenden Glasfaserausbau im Kreis („das ist doch unsere Zukunft!“) und die fehlende Neu-Ansiedlung von Unternehmen.

Am 2. Februar 2025 wird ein neuer Landrat gewählt. Bisherige Kandidaten: Amtsinhaber Guth (parteilos) und Rauschkolb. Die Bewerbungsfrist endet am 2. Dezember 2024.

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