Falkenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Neustart mit Burgblick: In der Burgstubb ist wieder Leben eingekehrt

Terrasse mit Burgblick und Pächterehepaar Carolin Schultz und Martin Göbel.
Terrasse mit Burgblick und Pächterehepaar Carolin Schultz und Martin Göbel.

Die Gaststätte neben der Burgruine Falkenstein stand lange leer. Jetzt gibt es einen Neustart. Das Pächterpaar kommt aus dem Ort und hat schon viele Ideen.

Wer zur Burgruine Falkenstein kommt, will nicht nur Geschichte und Aussicht genießen – viele Besucher möchten auch gemütlich einkehren. Genau das war zuletzt lange nicht möglich. Doch jetzt ist in die Burgstubb wieder Leben eingezogen. Vor einigen Wochen hat das Ehepaar Carolin Schultz und Martin Göbel das Lokal übernommen.

Für Falkenstein, aber auch für Ausflügler, ist das eine gute Nachricht. Nach 15 Jahren unter denselben Pächtern sorgte ein Wechsel Anfang 2022 für neuen Schwung. Doch dieser Neuanfang währte nur wenige Jahre. Seit Februar 2025 stand das Lokal wieder leer, die Ortsgemeinde suchte nach einer Nachfolge. Zwischenzeitlich schien schon einmal eine Lösung gefunden, doch sie zerschlug sich wieder. Entsprechend groß ist in Falkenstein nun die Hoffnung, dass der Neustart diesmal gelingt.

Neue Pächterin wuchs in Falkenstein auf

Der neue Anlauf kommt direkt aus dem Dorf: Carolin Schultz und Martin Göbel leben mit ihrem dreieinhalbjährigen Sohn in Falkenstein, Schultz ist hier aufgewachsen. Als die beiden nach einer Zwischenstation in Mainz, wo sie sich kennenlernten, in den Ort zogen, mussten sie feststellen, dass die Burgstubb inzwischen geschlossen war. „Das tat uns leid“, sagt Schultz. Also bewarb sich das Ehepaar kurzerhand selbst als Pächter – mit einem „bunten Konzept“, wie Schultz es nennt.

Die Burgstubb von der Burg aus gesehen.
Die Burgstubb von der Burg aus gesehen.

Für beide ist die Gastronomie eine Angelegenheit für Wochenenden und Feiertage, denn sie sind außerdem auch noch berufstätig. Schultz arbeitet im Qualitätsmanagement bei einem Bildungsanbieter, Göbel in der stationären Jugendhilfe. Dennoch bringen beide Erfahrungen mit, die ihnen jetzt zugutekommen: Schultz kennt den Servicebereich und hat auch schon bei Gemeindefesten angepackt. Göbel wiederum hat eine Jugendherberge mit 70 Betten am Lago Maggiore geleitet und zudem eine Ausbildung zum Assistant Sommelier am International Wine Institute in Ahrweiler absolviert.

Eher Wanderhütte als Speiserestaurant

Wer nun ein klassisches Speiserestaurant erwartet, liegt allerdings nicht ganz richtig. Schultz und Göbel wollen mit der Burgstubb bewusst einen etwas anderen Weg gehen. Das Angebot soll eher den Charakter einer Wanderhütte haben: unkompliziert, gastlich, passend zum Ausflugsziel direkt neben der Burgruine. Im Gebäude befindet sich übrigens auch die Falkensteiner Tourist-Information. Regulär geöffnet ist samstags, sonntags und an Feiertagen. Für besondere Gelegenheiten kann aber auch freitags geöffnet werden – etwa wenn im Ort etwas los ist oder ein Brückentag zusätzliche Gäste bringt.

Der Eingang.
Der Eingang.

Die Speisekarte ist aktuell noch klein gehalten. Vorgehalten werden unter anderem Flammkuchen, Vesperteller und Spinatknödel. Nach und nach soll das Sortiment erweitert werden. Daneben wollen die Pächter immer wieder wechselnde Extras anbieten, über die die Burgstubb auf ihrer Homepage und bei Instagram informiert. Überhaupt setzen Schultz und Göbel stark auf Abwechslung – auch das ist Teil ihres Konzepts. An ausgewählten Wochenenden sollen sogenannte Gastteams in der Burgstubb zum Zug kommen und ihre eigenen Spezialitäten mitbringen. Dazu kommen weitere Ideen, die schon in Vorbereitung sind: Ab Mitte August sind monatliche Weinproben geplant, ab November sollen Pubquiz-Abende stattfinden. Auch Kindergeburtstage mit vorbereitetem Programm sollen künftig buchbar sein. Zudem wollen die beiden die Burgstubb für geschlossene Gruppen öffnen.

Gelungener Start mit viel Zuspruch

Dass die Burgstubb wieder angenommen wird, zeigte sich schnell und wird auch seitens der Ortsgemeinde registriert: „Die Gäste kommen schon zahlreich, die Stimmung ist gut“, teilte Ortsbürgermeister Christoph Heuschkel mit. An den ersten Öffnungstagen sei bereits viel los gewesen, bestätigen Schultz und Göbel. Kurz vor dem RHEINPFALZ-Besuch hatten 35 Motorradfahrer die Burgstubb zur Rast genutzt.

Hier befindet sich auch die Tourist-Information.
Hier befindet sich auch die Tourist-Information.

Gleichzeitig wissen die neuen Pächter, dass sich ein gastronomischer Betrieb nicht über Nacht etabliert. „Gastro braucht zwei Jahre, bis es läuft“, sagt Schultz. Geduld, Ausdauer und ein klares Profil seien deshalb wichtig. Für einen Neustart wie diesen ist außerdem Rückhalt aus dem Ort ein wichtiger Faktor. Das Verhältnis zur Ortsgemeinde, zu den örtlichen Vereinen und auch zu den anderen Gastronomiebetrieben in Falkenstein beschreiben Schultz und Göbel als sehr gut. Sehr überraschend ist das nicht: Göbel ist Vorsitzender des Kulturvereins und im Dorf entsprechend gut vernetzt.

Ganz perfekt läuft es in der Burgstubb allerdings noch nicht. Was noch fehlt, ist schnelles Internet. „Das ist bei uns so langsam, dass Kartenzahlung noch nicht umsetzbar ist“, sagt Schultz. Wer in der Burgstubb einkehren möchte, sollte also vorerst besser Bargeld dabeihaben.

Die Burgruine Falkenstein ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Die Burgruine Falkenstein ist ein beliebtes Ausflugsziel.
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