Bayerfeld-Steckweiler
Neue Kerweborsch lassen „Bastler Kerb“ langsam wieder wachsen
Wenn an diesem Samstag in Bayerfeld-Steckweiler Kerwe gefeiert wird, könnte man auf den ersten Blick meinen, dass das Fest in der Gemeinde gerade am Aussterben ist. Nur einen Tag Programm, alles in vergleichsweise kleinem Rahmen. In Wahrheit ist allerdings genau das Gegenteil der Fall. Nachdem Bayerfeld-Steckweiler mehr als zehn Jahre gar keine Kerwe mehr hatte, haben sich zuletzt wieder junge Menschen gefunden, die dem Fest neues Leben eingehaucht haben. Die „Bastler Kerb“ ist also keineswegs am Ende, sondern soll sich wieder neu im Veranstaltungskalender etablieren – und wachsen.
Dennoch hätte auch Maja Janz gerne mehr als einen Tag gefeiert. Sie und die anderen Mitglieder der 2023 neu gegründeten Kerweborsch aus Bayerfeld-Steckweiler, hatten im vergangenen Jahr erstmals die Kerb auf Eigeninitiative durchgeführt. Aufgrund der Kommunalwahl, die man wegen notwendiger Absprachen abwarten musste, blieb der jungen Truppe damals nur noch sehr wenig Zeit – und doch brachten sie ein zweitägiges Kerweprogramm auf die Beine. 2023 waren sie gemeinsam mit dem damals nach aktiven Verein „Pro Bayerfeld-Steckweiler“ verantwortlich für die erste Kerwe nach mehr als einem Jahrzehnt Pause. Nun in 2025 folgt der kleine Rückschritt auf nur noch einen Veranstaltungstag. „In diesem Jahr läuft manches ein bisschen träge, was auch ein wenig enttäuschend ist“, sagt Janz selbstkritisch. Rund um die Kerwe und auch danach will sie aber weiter die Werbetrommel rühren, um weitere Mitstreiter für die Kerweborsch zu finden. „Das Ziel ist ganz klar, dass wir zwei Tage Kerwe veranstalten wollen und damit auch den Rahmen haben, um traditionelle Dinge, wie das Ausgraben der Kerwe und die Kerweredd am Leben zu halten“, sagt Janz. Dafür brauche es weitere Helfer und insgesamt viel Zeit, die aufgebracht werden müsse.
500 Euro Landesfördermittel flossen in die Kerwe
Vom kleinen Rückschritt in 2025 wollen sich die Kerweborsch Bayerfeld-Steckweiler aber auch keineswegs das bisher Erreichte kleinreden lassen. „Ich glaube, die Kerwe ist enorm wichtig für die Dorfgemeinschaft, und wir lernen ja auch jedes Jahr wiederum dazu, was wir in Zukunft besser machen können“, sagt Janz. Die Kerweborsch, die aktuell acht Mitglieder zählen, bringen sich entsprechend auch bei anderen Festen im Ort ein. Und zumindest lose Überlegungen für eigene Veranstaltungen gibt es bereits.
Für die Wiederbelebung der Kerb und die Anstrengungen erhielt die junge Gruppe Anfang des Jahres auch eine Landesförderung im Rahmen des Jugend-Engagement-Wettbewerbs des Landes Rheinland-Pfalz. Dort wurden Ideen aus Kategorien wie „Vielfalt, Toleranz, Respekt“, „Demokratie“, „Leben und Lernen in der Schule“ oder auch „Freizeit, Medien, Generationendialog“ geehrt. Zu letzterer Kategorie gehörte die „Bastler Kerb“, die den Preis und somit 500 Euro Fördergeld erhielt. Das Projekt sei im Ort überwiegend positiv angenommen worden und habe damit seinen Beitrag geleistet, dass Jung und Alt zusammenkamen und gemeinsam feierten, sangen, tanzten und lachten, hieß es in einer Pressemitteilung des Landes.
Kerweborsch an Karnevalsverein angegliedert
Als Unterstützung haben die Kerweborsch den Karnevalsverein an ihrer Seite, dem sie sich als Abteilung angeschlossen haben. „Beide Seiten profitieren davon“, freut sich Janz, die inzwischen zum Vorstand des Karnevalsvereins gehört. Gemeinsam hat man für nur einen Tag ein Programm organisiert, bei dem Jung und Alt auf ihre Kosten kommen sollen. Auch das Fördergeld vom Land wurde direkt in die Kerwe investiert. T-Shirts für die neuen Kerweborsch, Preise für die unterschiedlichen Wettbewerbe wurden damit ebenso finanziert, wie die Freigetränke, die für die Helfer bezahlt wurden. Damit will man sich bei allen bedanken, die mit anpacken. „Damals ist die Kerwe unter anderem deshalb verschwunden, weil irgendwann die Helfer gefehlt haben“, sagt Janz. Das wolle man möglichst vermeiden. Und das Fest stattdessen langsam aber sicher wieder wachsen lassen.
Kerweprogramm
Die „Bastler Kerb“ startet am Samstag, 9. August, ab 15 Uhr im und am Bürgerhaus in Bayerfeld-Steckweiler. Nachdem es zum Start Kaffee und Kuchen gibt, stehen im Anschluss ab 17 Uhr verschiedene Spiele für Kinder und Erwachsene an, ab 19 Uhr startet das Tischkicker-Turnier und der Barbetrieb, inklusive Partymusik von DJ Maja Janz.


