Albisheim RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Unfall in der Pfalz: Mann sucht seine Lebensretter

Markus Hamm erlitt 2024 einen Herzstillstand während der Autofahrt. Jetzt sucht er seine Lebensretter.
Markus Hamm erlitt 2024 einen Herzstillstand während der Autofahrt. Jetzt sucht er seine Lebensretter.

Ein 61-Jähriger aus Osthofen erlitt im Oktober 2024 während der Autofahrt einen Herzstillstand. Mehrere Personen retten ihm das Leben – zwei davon sind ihm noch unbekannt.

Am 6. Oktober 2024 hängt das Leben von Markus Hamm aus Osthofen am seidenen Faden. Der 61-Jährige ist gegen 17 Uhr mit seinem Auto auf der B47 bei Albisheim in Richtung Worms unterwegs, als er während der Fahrt einen plötzlichen Herzstillstand erleidet. Mehrere Ersthelfer ziehen ihn an der Unfallstelle aus seinem Auto und beginnen mit der Reanimation in Form einer Herzdruckmassage – insgesamt rund eine halbe Stunde lang, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Rund anderthalb Jahre später sucht der Osthofener nach seinen Lebensrettern. Denn eins weiß er heute ganz sicher: „Ohne die vier Ersthelfer hätte ich nicht überlebt“, erzählt er im RHEINPFALZ-Gespräch. Lange weiß Hamm nur, dass es sich bei seinen Rettern, um zwei Pärchen handelt. Er startete – unterstützt von Bekannten – einen Aufruf in den sozialen Netzwerken, um die Ersthelfer zu finden. „Ich möchte mich gerne mit ihnen treffen und einfach Danke sagen“, erläutert der 61-Jährige.

Erste Lebensretterin über Facebook gefunden

Ende Februar dann ein erster Erfolg: Unter einem Facebook-Post meldete sich eine Frau, die mit ihrem Mann zusammen zu den Ersthelfern gehörte. Eines der beiden Pärchen war somit gefunden. Anfang März fand dann sogar ein Treffen zwischen der Frau und Markus Hamm statt, bei dem sich der Osthofener bedanken konnte. Gleiches will er auch mit dem zweiten Pärchen machen – zu dem ihm bislang aber noch jede Spur fehlt.

Ich möchte mich gerne mit ihnen treffen und einfach Danke sagen.

– Markus Hamm

„Ich weiß von den beiden gar nichts. Nur, dass sie wohl nicht aus der Region kommen.“ Die Polizei konnte Hamm leider nicht helfen. Diese hatte zwar alle Personalien aufgenommen, nach sechs Monaten mussten diese jedoch gelöscht werden. Wie die bereits identifizierte Ersthelferin in einem Facebook-Kommentar schreibt, ist die noch unbekannte Helferin von Beruf Altenpflegerin. Weitere Infos sind aber nicht bekannt.

Markus Hamm hat außerdem versucht, über die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern Kontaktinformationen seiner Lebensretter zu erhalten. Aus Datenschutzgründen hat er über diesen Weg bisher noch keinen Erfolg gehabt – eine endgültige Entscheidung, ob er vonseiten der Staatsanwaltschaft Auskunft erhält, steht laut Hamm noch aus.

Unfallopfer: „Herzleistung bei 30 bis 35 Prozent“

Rund 18 Monate nach seinem Herzstillstand hat der 61-Jährige weiter mit den Folgen des Vorfalls zu kämpfen. Erst kürzlich sei er als Folge des Herzstillstandes zum wiederholten Mal am Herzen operiert worden. „Gesundheitlich geht es mir aktuell nicht so gut“, sagt Markus Hamm. Er leide an einer chronischen Herzinsuffizienz, auch als Herzschwäche bekannt. Bei dieser Erkrankung pumpt das Herz nicht mehr genug Blut, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. „Meine Herzleistung liegt noch bei 30 bis 35 Prozent“, so der 61-Jährige. Als Folge dessen fühle er sich oft schnell müde und habe keine Kraft, um alltäglichen Dingen nachzugehen.

Welche Ursache den Herzstillstand herbeigeführt hat, kann Hamm derweil nur mutmaßen. „Eine genetische Erklärung haben die Ärzte ausgeschlossen. Man vermutet, dass es ein stressbedingter Auslöser wegen meines stressigen Berufs gewesen sein könnte.“ Markus Hamm arbeitete vor dem Unfall als selbstständiger Heizungsbauer. Doch danach musste er sich arbeitsunfähig melden. „Ich befinde mich stetig in Behandlung. Weil ich körperlich so schnell erschöpft bin, kann ich bis auf Weiteres meinen Beruf nicht mehr ausüben.“

Trotzdem spürt der 61-jährige Osthofener eine große Dankbarkeit, die er gerne mit den weiter unbekannten Ersthelfern teilen möchte – denn ohne sie, wäre er wohl nicht mehr am Leben.

x