Steinbach
Nach Schließung: PWV-Hütte steht vor möglicher Wiedereröffnung
Mit den steigenden Temperaturen werden endlich wieder die Wanderschuhe im Donnersbergkreis geschnürt und der Saisonauftakt auf den Pfälzerwald-Vereinshütten mit einer kühlen Schorle begrüßt. Wandersleute, die am Fuße des Donnersbergs unterwegs sind und in Steinbach einkehren möchten, müssen sich aber noch etwas gedulden, sagt Frank Molitor, Vorsitzender der PWV-Ortsgruppe Steinbach. Nach ihrer überraschenden Schließung im vergangenen Sommer könnte bald schon wieder Licht in der urigen Hütte brennen.
Bereits im vergangenen Sommer hatten sich gleich mehrere Interessenten gemeldet, nachdem sich das „ROK City Food Department“ zurückgezogen hatte. Doch genauso schnell wie sie gekommen waren, mussten einige von ihnen ihren Traum vom Hüttenbetrieb wieder aufgeben. Der Grund: „Oft haben sich ihre Vorstellungen nicht realisieren lassen. Es scheiterte meistens daran, dass ihnen das Personal fehlte“, erklärt Frank Molitor und weiß, von was er spricht. Immerhin gibt es im Innenbereich 70 Sitzplätze, 30 im Wintergarten und etwa 60 bis 70 weitere im Außenbereich: „Die Hütte braucht schon einen größeren Einsatz. Mit Thekendienst am Sonntag allein ist es da oft nicht getan“.
Mix aus Wanderhütte und „völlig anderem Touch“
Nun aber hätte sich ein Interessent durchgesetzt. „Wir sind derzeit in ernsthaften Gesprächen mit demjenigen, der die Hütte pachten möchte“, versichert Molitor. Zu viel wolle und könne er deswegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Aber: In den Gesprächen kläre der Verein zusammen mit dem möglichen Pächter gerade, welche seiner Ideen sich umsetzen ließen. „Natürlich soll sie auf der einen Seite ihren Wanderhütten-Charme mit Sonntagsöffnung behalten“, versichert Molitor. Gleichzeitig beinhalte das Konzept des Interessenten auch „einen völlig anderen Touch“. Dafür müsste vor allem die Nutzungsordnung unter der Woche im Verein geklärt werden.
Was genau damit gemeint ist, behält der Verein erstmal für sich. „Etwas gedulden müssen sich die Leute noch“, macht Molitor neugierig, „aber es handelt sich um eine interessante Variante aus einem gesunden Mix aus Hütten-Charme und der neuen Idee. Man muss dann einfach die Resonanz der Menschen abwarten“, so Molitor weiter. Wenn alles gut ginge, könnte die Hütte voraussichtlich ab Juni wieder ihre Türen öffnen. Das versuche der Pfälzerwald-Verein dem neuen Pächter schnellstens zu ermöglichen, „immerhin läuft die Saison schon und er soll auch noch etwas davon haben“.
Hütte könnte in Bürgerstiftung übergehen
Ursprünglich denkt die PWV-Ortsgruppe schon länger über den Verkauf der Hütte nach. Vor allem die Sanierungen am damals selbstgebauten Holzhaus belasten den Verein als Verpächter weiter, weil den Kosten für Reparaturen oft nur wenige Einnahmen entgegenstehen. Nun sei der Verkauf erst einmal kurzfristig vom Tisch, erklärt Molitor. Längerfristig sei weiterhin das Ziel, die Hütte in die Anfang des Jahres gegründete Bürgerstiftung Donnersberg, die sich in Steinbach mit sechs weiteren Ortsgemeinden formierte, zu geben. Übers Knie gebrochen werden soll diese Entscheidung im Verein aber nicht, sagt Molitor: „Darüber muss im Verein von den Mitgliedern erst noch abgestimmt werden.“ Einen negativen Einfluss müsse der künftige Pächter wegen dieser möglichen Entscheidung aber nicht befürchten, versichert Molitor: „Die Pachtverträge werden dann von der Bürgerstiftung übernommen werden.“
Molitor zeigt sich jedenfalls zuversichtlich, was die Zukunft der Hütte als Domizil für Wanderer und Ausflügler angeht – auch vor dem Hintergrund der reaktivierten Zellertalbahn, die ab Mai wieder über die Gleise im Donnersbergkreis rollt. „Sie macht nicht nur die Hütte wieder lukrativer, sondern ist für den Tourismus in der ganzen Region wichtig. Deswegen sprechen wir uns auch eindeutig für einen gemeinsamen Bahnhaltepunkt Börrstadt/Steinbach aus“, so Molitor.