Donnersbergkreis
Mehr Gewinn, mehr Personal: So lief 2025 für die Sparkasse Donnersberg
In finanziell unsicheren Zeiten sehnen sich auch Kreditinstitute nach Kontinuität, um ihren Kundinnen und Kunden Sicherheit zu gewährleisten. Entsprechend verweisen die Verantwortlichen der Sparkasse Donnersberg bei ihrem jährlichen Pressegespräch auf die Jahresbilanz aus dem Jahr 2025. Günther Bolinius, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Donnersberg, sagte im Pressegespräch: „Wir blicken auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurück. Wir verzeichnen seit Jahren einen stabilen Bilanzgewinn.“
Gegenüber dem Vorjahr stieg die Bilanzsumme von 1,552 Milliarden auf 1,569 Milliarden Euro an – das macht ein Plus von 17 Millionen Euro. Die Bilanzsumme meint hierbei die Summe aller Sparkassen-Vermögenswerte. Gleichzeitig verzeichnet das Kreditinstitut einen Bilanzgewinn von 1,8 Millionen Euro. Das bedeutet, dass die Sparkasse Donnersberg nach Abzug aller Kosten, Rückstellungen, Steuern und anderer Aufwendungen für das Jahr 2025 einen positiven Jahresüberschuss in dieser Höhe ausweist. Oder einfach gesagt: Die Sparkasse hat mehr eingenommen als ausgegeben und damit einen wirtschaftlichen Gewinn erzielt.
Sparkasse: Laufende Kosten gestiegen
Die sogenannte Cost-Income-Ratio – zu Deutsch: Aufwand-Ertrag-Verhältnis – ist dagegen deutlich angestiegen. Diese Kennzahl zeigt, wie viel von den Einnahmen einer Bank für ihre laufenden Kosten draufgeht. Der Anstieg von 63,41 Prozent auf 72,79 Prozent bedeutet, dass die Sparkasse Donnersberg 2025 deutlich mehr Geld aufwenden musste, um ihre Erträge zu erwirtschaften, als 2024. Grundsätzlich gilt: Je niedriger diese Kennzahl ist, desto besser. Bei 72,79 Prozent heißt es grob, dass von 100 Euro Ertrag fast 73 für den Betrieb gebraucht werden.
Bolinius erläuterte: „Wir haben im vergangenen Jahr viel investiert und einen starken Schwerpunkt auf Personalentwicklung und Digitalisierung gesetzt. Ein Großprojekt war die Digitalisierung der Kreditakten unserer Kundinnen und Kunden.“ Diese Investitionen seien im Anstieg der Cost-Income-Ratio zu sehen, wie Bolinius ergänzte.
Zum Jahresende 2025 waren bei der Sparkasse Donnersberg 228 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, neun Auszubildende und ein dualer Student beschäftigt – das sind acht Personen mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2023 hat die Sparkasse einen Zuwachs von insgesamt 26 aktiv Beschäftigten zu verzeichnen. Landrat Rainer Guth, der als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Donnersberg fungiert, sagte dazu: „Personell ist das Jahr 2025 gut gelaufen. Mehr Personal macht uns stärker.“ Die Sparkasse Donnersberg sei auf einem guten Weg, eine Balance zu finden und Betriebswege auf verschiedenen Ebenen mitzugehen. Konkret gemeint ist damit etwa das Bezahlsystem „Wero“, eine europäische Echtzeit-Zahlungslösung, die direkt in die App der Sparkasse integriert ist. Zum Thema Filialschließungen fügte Guth an: „Wenn eine Filiale nicht mehr gut besucht wird, überlegen wir, ob diese Filiale gehalten werden kann.“ Man unterliege da dem Markt, so der Verwaltungsratsvorsitzende. Ähnliches gelte auch für die Geldautomaten.
Sparkassen-Vorstand: Bolinius geht, Roth bleibt
Eine gravierende Veränderung für die Sparkasse Donnersberg steht im Jahr 2026 an – und wird sich bis in 2027 ziehen: Günther Bolinius steht vor der Rente. Seine Tätigkeit als Marktvorstand soll Norbert Leist übernehmen, der von der Sparkasse Rhein-Haardt an den Donnersberg wechselt. Geplant ist, dass Leist ab September zunächst als weiteres Vorstandsmitglied der Sparkasse Donnersberg bestellt wird – möglich ist dies dank einer Satzungsänderung. Danach soll Leist voraussichtlich zum 1. Juli 2027 Bolinius als Vorstandsvorsitzender beerben.
Matthias Roth ist weiter als zweiter Vorstand für die Marktfolge zuständig. Im Bankwesen bezeichnet man mit Markt und Marktfolge zwei organisatorisch getrennte Bereiche. Der Marktvorstand ist primär für vertriebliche Angelegenheiten und Kundenanliegen zuständig. Der Marktfolgevorstand nimmt eine kontrollierende Rolle ein und ist vor allem für Prüfung und Abwicklung verantwortlich. „Diese Trennung von Markt und Marktfolge hat sich bewährt“, betonte Bolinius.