KIRCHHEIMBOLANDEN RHEINPFALZ Plus Artikel Lernpaten als Helfer und Wegweiser in der digitalen Welt

Bei der Übergabe der Geräte kurz vor Weihnachten im Foyer des Kreishauses (von links): Michael Kanoffsky von der Mach AG, Rudolf
Bei der Übergabe der Geräte kurz vor Weihnachten im Foyer des Kreishauses (von links): Michael Kanoffsky von der Mach AG, Rudolf Schweikart und Erika Steinert von der Integrationsinitiative und Landrat Rainer Guth.

Die Digitalisierung in den Schulen schreitet voran. Dass nicht jeder davon gleichermaßen profitieren kann, hat die Donnersberger Integrationsinitiative und ihr Projekt „Lernpaten“ auf den Plan gerufen. Für ihr Anliegen, sozial benachteiligte Schüler bei der häuslichen PC-Nutzung zu unterstützen, bekam sie nun Unterstützung aus der Wirtschaft.

Insgesamt 20 gebrauchte Laptops stellt die in Lübeck ansässige Firma Mach AG den Lernpaten zur Verfügung. Erika Steinert, Integrationsbeauftragte und Vorsitzende der Donnersberger Integrationsinitiative, und der Projektverantwortliche Rudolf Schweikart danken gemeinsam mit Landrat Rainer Guth insbesondere dem Bolander Michael Kanoffsky, der diese Spende seines Arbeitgebers vermittelt hat. Die Integrationsinitiative konnte zuvor bereits dank finanzieller Unterstützung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt und des Donnersbergkreises zehn I-Pads anschaffen für die Lernpaten. Die jetzt gespendeten PCs sind bedürftigen Schülern zugedacht – die Ausstattung über das Sofortprogramm innerhalb des Digitalpakts Schule lässt noch auf sich warten.

Digitalisierung erforderte zuhause Unterstützung

Ansatzpunkt ist, dass die Digitalisierung und die häusliche Nutzung der Endgeräte Unterstützung nötig macht, die viele Familien ihren Kindern nicht geben können. Es sei da ein Trugschluss, Kinder und Jugendliche seien bei solchen Themen der Älteren weit voraus, so Schweikart. Die Erfahrung beschränke sich oft auf Spielkonsolen und die Nutzung einzelner Handyfunktionen, doch könnten viele Kinder auch ihr Smart-Phone oft nicht produktiv nutzen und hätten kaum Erfahrung mit der Arbeit an einem PC und entsprechenden Peripheriegeräten. An dem Punkt sollen die Lernpaten ansetzen, die keine Nachhilfelehrer sein sollen, sondern Ansprechpartner, Helfer und Wegweiser.

Auch Lesepaten willkommen

Sieben solcher „Tandems“ aus Pate und Patenkind gebe es bereits, um weitere wird geworben. Interessierte können sich per E-Mail unter Lernpaten@donnersberg.org oder telefonisch unter 0172 6809571 mit Schweikart in Verbindung setzen, wenn sie Interesse haben, sich zu beteiligen. Die Initiative arbeitet hier auch mit den Schulen im Kreis zusammen.

Steinert schließt daran an, dass aus Lernpaten auch Lesepaten werden können, ein weiteres Projekt, das sie momentan auf digitaler Basis anbietet mit dem Ziel, Sprach- und Lesekompetenz zu erweitern. Pate und Patenkind stehen da via Internet in Kontakt und treffen sich virtuell zum Lesen und Vorlesen. Die Projekte seien im übrigen keineswegs begrenzt auf Flüchtlingskinder, sondern richten sich an alle, die Bedarf haben, betont Steinert.

Landrat Guth freute sich über die Initiative, die offenkundig schneller vorankomme als Bund und Land mit ihrem Sofortprogramm. Obwohl der Landkreis bei den ersten Antragstellern gewesen sei, habe die Geräteausstattung noch nicht begonnen.

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