Sparen mit der Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Landfrauen geben Tipps, wie man gesund, lecker und trotzdem günstig kochen kann

„Hilfreich ist ein Saisonkalender, der über die jeweiligen Erntezeiten Aufschluss gibt“, sagt die im Zellertal lebende Petra Sei
»Hilfreich ist ein Saisonkalender, der über die jeweiligen Erntezeiten Aufschluss gibt«, sagt die im Zellertal lebende Petra Seitz.

Unser Leben ist in fast allen Bereichen teurer geworden. Das Thema Energie ist in aller Munde, doch auch bei Lebensmitteln sind die Preissteigerungen sehr stark spürbar. Zwei Landfrauen aus dem Kreis geben Tipps, wie man gesund, lecker und trotzdem vergleichsweise kostengünstig kochen kann.

Die Zeiten sind schwierig, unser Leben ist in fast allen Bereichen teurer geworden, die Aufforderungen zum Sparen zahlreich. Doch gerade bei Lebensmitteln bestätigt das Statistische Bundesamt eine erhebliche Teuerung im Vergleich zum Vorjahr: 16,6 Prozent waren es im August. Was können wir tun, wenn wir für unsere täglichen Mahlzeiten weniger Geld zur Verfügung haben und trotzdem gesund und lecker kochen wollen? Mit zwei Landfrauen, denen gehaltvolle und gesunde Ernährung besonders am Herzen liegt, haben wir uns darüber unterhalten.

Petra Seitz lebt im Zellertal und ist durch die Tatsache, dass ihr Mann und sie Wein anbauen und Landwirtschaft betreiben, auf spezielle Weise geerdet. Ein Nutzgarten mit Gemüse und Obst gehören natürlich dazu. Und gekocht wird in der Gutsküche jeden Tag – oftmals für viele Esser. Susanne Schneider aus Rockenhausen ist eine erfahrene und begehrte Leiterin von Kochkursen, die in der ganzen Region nachgefragt werden.

Kritische Situation als Chance sehen

Beide sehen die aktuelle Situation nicht nur negativ, sondern auch als Chance, den eigenen Umgang mit Lebensmitteln neu zu überdenken. „Das kann auch Spaß machen“, ist Petra Seitz überzeugt. „Es kostet zwar am Anfang etwas Zeit und ist vielleicht ungewohnt, aber es lohnt sich auf jeden Fall.“

Dass saisonal und regional einkaufen nachhaltiger und meist auch günstiger ist, weiß inzwischen fast jeder: kurze Wege, kein Transport um die halbe Welt, Erhalt von Vitaminen und anderen Inhaltsstoffen. Den Verzicht auf Spargel aus China und Erdbeeren aus Übersee im November kann man üben – und der meist mit Pestiziden versehene Paprika aus Peru ist ebenfalls entbehrlich. Susanne Schneider weist auf leckeres, regional angebautes Gemüse hin und schlägt vor, es beispielsweise einmal mit Spitzkohl zu probieren: „Er lässt sich variantenreich zubereiten und kostet gerade mal 1,70 Euro pro Kilo.“ – „Hilfreich ist da vielleicht auch ein Saisonkalender, den man sich problemlos im Internet herunterladen kann und der über die jeweiligen Erntezeiten Aufschluss gibt“, schlägt Petra Seitz ergänzend vor.

Auf Fertigprodukte verzichten spart bis zu 1000 Euro

Auch wenn es natürlich ein wenig aufwendiger ist: Es lohne sich, auf Fertigprodukte zu verzichten, betonen beide Landfrauen. Sie sind vier- bis fünfmal so teuer wie selbst zubereitete Gerichte und enthalten obendrein oft Zusatzstoffe und viel Zucker. Bis zu 1000 Euro lassen sich im Jahr sparen, wenn man selbst kocht, hat die Verbraucherzentrale in Hamburg errechnet.

Klingt gut, wäre da nicht ein Problem: Oft bleiben Reste übrig, die im Kühlschrank vergessen werden und vergammeln. Jeder Mensch in Deutschland wirft ungefähr 78 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg – und damit auch bares Geld. Apps wie „Restegourmet“ oder „Beste Reste“ helfen jedoch selbst Uninspirierten dabei, Übergebliebenes zu nutzen. Da kann man in einem Fenster seine aktuellen Vorräte eingeben und erhält Vorschläge, was sich daraus noch Leckeres zubereiten lässt.

Muss es immer Fleisch sein?

Fleisch ist immer noch zu billig, finden beide Landfrauen, und sei aus Massentierhaltung auch nicht essbar. Wer trotzdem nicht darauf verzichten will, sollte sich die Sache mit dem Sonntagsbraten, der in früheren Zeiten mal etwas Besonderes war, durch den Kopf gehen lassen.

„Bei früheren Zeiten fällt mir auch ein“, bemerkt Petra Seitz, „dass einige Haushalte einen Wochenplan mit Zuordnungen hatten: Also, Montag war Restetag, Dienstag Mehltag, Mittwoch Suppentag, Donnerstag Gemüsetag, Freitag Fischtag, Samstag Nudeltag und Sonntag eben Fleischtag.“

Familie in Plan einbeziehen

„Diese Einteilung ist zwar ein wenig old school, kann allerdings ganz reizvoll sein“, kommentiert Susanne Schneider. „Wichtig ist, dass es überhaupt einen Plan gibt, in den auch die ganze Familie einbezogen werden kann. Das macht ein bisschen Arbeit, verhindert aber unnötige Einkäufe und spart richtig Geld.“

Unnötige Einkäufe verhindere auch, wenn man satt in den Supermarkt geht, betonen beide Landfrauen am Schluss. Hunger wecke Begehrlichkeiten, die zu einem viel zu vollen Einkaufswagen führen. Das Fazit von Petra Seitz und Susanne Schneider lautet: Gesund und abwechslungsreich kochen und dabei noch Geld sparen – das geht!

„Wichtig ist, dass es einen Plan gibt, in den die ganze Familie einbezogen werden kann“, sagt Susanne Schneider aus Rockenhausen
»Wichtig ist, dass es einen Plan gibt, in den die ganze Familie einbezogen werden kann«, sagt Susanne Schneider aus Rockenhausen.
x