Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Kurz nach Eröffnung: Natur-Erlebnisbad bleibt bis auf Weiteres geschlossen

Sommerwetter und eine Abkühlung in der Grotte: Darauf müssen Badefreunde in Rockenhausen womöglich ein wenig warten.
Sommerwetter und eine Abkühlung in der Grotte: Darauf müssen Badefreunde in Rockenhausen womöglich ein wenig warten.

Zum Start der Badesaison wurden im Schwimmbad in Rockenhausen Mängel in einem der Becken festgestellt. Wie lange das Bad geschlossen bleibt, ist offen

Den Start der Badesaison hat man sich in Rockenhausen in jeder Hinsicht anders vorgestellt. Nicht nur, dass einen Tag nach der Saisoneröffnung im Natur-Erlebnisbad nach frühsommerlichem Sonnenschein nun ein grauer Himmel vorherrscht. Es wurden zum Auftakt der Badesaison auch erhebliche Mängel in einem der Schwimmbecken entdeckt. Wie die Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land am Montag bekanntgab, muss das Natur-Erlebnisbad daher bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Der Grund sei demnach eine „technische Störung und damit einhergehende Sicherheitsvorkehrungen“.

Auf RHEINPFALZ-Nachfrage erklärte Verbandsbürgermeister Michael Cullmann, dass in einem der Becken ein Riss in der Folie entdeckt wurde, der nun irgendwie behoben werden muss. „Wir prüfen aktuell, wie und was wir dagegen machen können“, so Cullmann. Natürlich sei man bemüht, dass Problem zeitnah zu beheben, um das Bad schnell wieder öffnen zu können. Prognosen könne er jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abgeben.

Millionenschwere Sanierung für Herbst geplant

Der Folienriss reiht sich damit in die Liste der Sanierungsfälle im Natur-Erlebnisbad ein. Der Rat der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land hatte bereits im vergangenen Dezember entschieden, dass in diesem Jahr wichtige Arbeiten im Bad erledigt werden – allerdings erst im Herbst, wenn die nun begonnene Freibad-Saison vorbei ist. Ganz oben auf der Liste soll dann eine Erneuerung der Folien in den Becken stehen. Eben jene Folie, die nun gerissen ist. Diese sei in der Vergangenheit bereits für einen steigenden Wasserverlust verantwortlich gewesen – was wiederum selbst Kosten verursacht hat. „Wir sind, was die Mängel angeht, allerdings im Zeitplan. Die Nutzungsdauer dieser Folie ist nach 25 Jahren erreicht“, erläuterte Verbandsbürgermeister Michael Cullmann (SPD) damals im Rat. Nun muss geklärt werden, inwiefern die Folie zumindest für die Dauer der Badesaison geflickt werden kann.

Ein Gutachten zum Zustand der Natur-Erlebnisbades kam im Vorjahr zudem zum Ergebnis, dass die beliebte „Grotte“ zurückgebaut und ersetzt werden müsste. Investiert werden soll außerdem auch in den Filter, die Pumpen, die Sanitärgebäude und in den Außenbereich des Bades – etwa in eine Beschattung des Kleinkindbereichs. Auch eine Photovoltaik-Anlage zur Eigennutzung ist Teil der Überlegungen. Als aktuelle Kostenschätzung nannte Cullmann im Rat einen Betrag von 1,5 Millionen Euro. Für die Finanzierung hofft er allerdings auf Fördermittel aus dem Sondervermögen des Bundes. 333 Millionen Euro sollen in einem ersten Projektaufruf gezielt in die Sanierung kommunaler Sportstätten fließen. „Die Mittel können für die umfassende bauliche Sanierung von öffentlich zugänglichen Sporthallen sowie Hallen- und Freibädern genutzt werden“, heißt es in der entsprechenden Presseerklärung des Bundesministeriums für Wohnen, Standortentwicklung und Bauwesen. Ein Förderprogramm, das perfekt zum Vorhaben in Rockenhausen passt.

Das Problem ist nur, dass nicht gesichert ist, ob und wann die Sanierung des Natur-Erlebnisbades ins Förderprogramm aufgenommen wird. Falls das im laufenden Jahr nicht geschieht, würde die Sanierung frühestens im Herbst beginnen. Die Folie müsste also womöglich diese und noch eine weitere Saison ihren Dienst tun.

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