Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Krisenvorsorge für Anfänger: Warum Vorbereiten nicht schaden kann

Einen Atombunker muss niemand bauen, aber ein paar Dosen im Keller schaden sicherlich nicht.
Einen Atombunker muss niemand bauen, aber ein paar Dosen im Keller schaden sicherlich nicht.

Je komplexer die Krisen unserer Zeit, desto wichtiger wird die Vorbereitung. Einmal über den Ernstfall nachzudenken, kann helfen, die Ruhe zu bewahren.

Eine Katastrophe zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie sich nicht planen lässt. Denn wenn man sie vorhersehen und vermeiden könnte, dann wäre es keine Katastrophe.

Ich bin in den 1980er-Jahren in Süddeutschland geboren und habe in meiner Kindheit kaum große Krisen erlebt. Die einzige einschneidende Nachricht damals war die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986. 1991 wurde wegen des Golfkriegs einmal die Fasnacht abgesagt – ansonsten bin ich behutsam und sicher aufgewachsen. Der 11. September 2001 war dann der große Schock meiner Generation. 9/11 machte deutlich, dass die Welt plötzlich unsicherer wirkt.

Später kamen Krisen und Situationen, die sich bis dato kaum einer vorstellen konnte: die Corona-Pandemie mit Ausgangssperren und Einschränkungen. Seit Februar 2022 erleben wir wieder einen Krieg in Europa. Ereignisse, von denen viele geglaubt hatten, sie würden hier nicht mehr passieren.

Der Katastrophenschutz ist kein angenehmes Thema, und es ist nicht angenehm, sich mit „Was-wäre-wenn“-Fragen zu beschäftigen. Aber es lohnt sich, sich einmal bewusst damit auseinanderzusetzen – um im Ernstfall nicht in Panik zu geraten. Niemand muss gleich ein sogenannter „Prepper“ werden oder einen Bunker im Keller bauen. Aber mit der Familie kann man besprechen, wie man sich verhalten würde, „wenn etwas passiert“. Ein kleiner Vorrat an Wasser und haltbaren Lebensmitteln – wie vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfohlen – sorgt im Krisenfall für mehr Zeit und Ruhe, um sicher zu handeln und nicht in Panik zu verfallen.

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