Marnheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kinderansprecher sorgt für Unruhe – Polizeieinsatz am Abend

Ein Unbekannter mit Kastenwagen wurde überprüft, doch es werden keine Anzeichen für illegale Absichten gefunden.
Ein Unbekannter mit Kastenwagen wurde überprüft, doch es werden keine Anzeichen für illegale Absichten gefunden.

Ein fremder Mann bietet einem Kind Süßigkeiten an und wird von der Polizei kontrolliert. Trotzdem fahren die Beamten nicht verstärkt Streife. Das wirft Fragen auf.

Es ist eine Situation, vor der sich Eltern fürchten: Das Kind wird von einem unbekannten Mann (oder einer Frau) angesprochen und bekommt Süßigkeiten angeboten – oder süße Katzenbabys versprochen. In Marnheim hat sich am Freitagabend, 20. Februar, Folgendes ereignet: Ein Mann mit einem dunklen Kastenwagen und einem Kennzeichen einer nicht weit entfernten Großstadt stieg in der Dunkelheit aus dem Auto und bot einem Mädchen eine Handvoll Süßigkeiten an. Zudem sagte er, er müsse „einen Schrank holen“. Hinten am Kastenwagen waren Fahrräder befestigt.

So ist die Situation in einem sozialen Netzwerk zu lesen.

Polizei kontrolliert, Beschuldigter ist unauffällig

Die Polizei wurde verständigt; sie überprüfte den Mann. Das bestätigt Matthias Malinowski, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Kirchheimbolanden auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Am 20. Februar 2026 ging eine entsprechende Meldung über den Notruf ein. Das gemeldete Fahrzeug, inklusive Fahrer, konnte vor Ort angetroffen und einer Kontrolle unterzogen werden“, sagt Malinowski. Weil die Kontrolle des Mannes unauffällig war, er polizeilich nicht bekannt ist und auch sein Alibi bestätigt wurde – weshalb er im Donnersbergkreis unterwegs war –, durfte er seine Fahrt fortsetzen.

Kindern Süßigkeiten anzubieten ist keine Straftat. Die Polizei beruhigt die Eltern vor Ort: „Es gibt aktuell keinen Grund zur Besorgnis“, sagt der Polizeisprecher. Es werde nun auch nicht verstärkt in dem Bereich Streife gefahren. Denn die verdächtige Person hat keinen regionalen Bezug und auch sonst liegen keine aktuellen Hinweise auf weitere, ähnlich gelagerte Vorfälle vor.

Keine verstärkte Streife

Allerdings: „Die grundsätzliche Bestreifung des Dienstgebiets, im Sinne des präventiven Auftrags der Polizei, ist ein wichtiger Teil der täglichen Polizeiarbeit. Die Kolleginnen und Kollegen des Streifendienstes sind auch in Bezug auf das Thema sogenannter ,Kinderansprecher’ sensibilisiert“, sagt er weiter.

Wenn Eltern oder Kinder eine Beobachtung machen, die ihnen verdächtig vorkommt, sollten sie sich direkt an die örtliche Polizeidienststelle wenden oder den Notruf 110 wählen. „Wir prüfen jeden Hinweis mit aller gebotenen Ernsthaftigkeit und Sorgfalt und leiten bei geringsten Verdachtsmomenten Sofortmaßnahmen ein“, berichtet der stellvertretende Leiter.

Vorsicht bei Falschmeldungen

Nicht oft genug können Eltern mit ihrem Nachwuchs besprechen, was im Falle einer Situation wie in Marnheim zu tun ist. Nämlich: Niemals mit fremden Menschen mitgehen, nicht in Fahrzeuge steigen, auf sich aufmerksam machen, Hilfe holen. Generell sollten Eltern gegenüber ihren Kindern vor allem Ruhe bewahren, sachlich über den Vorfall sprechen, aber vermeiden, durch übermäßige Befragung wie „Hat er ein Kuscheltier gezeigt?“ oder „Hat er dir Süßigkeiten angeboten?“ die Basis für eine falsche Erinnerung zu schaffen.

Immer wieder gibt es auch Falschmeldungen über solche Vorkommnisse, was zu unnötiger Panik führen kann. Deswegen rät die Polizei: „Stoppen Sie die Kette: Teilen Sie keine Warnmeldungen über verdächtige Fahrzeuge oder Personen in Messenger-Gruppen, wenn diese nicht von einer offiziellen Behördenseite stammen.“ Allerdings sei das Erkennen von Falschmeldungen äußerst schwierig. Nicht jede (Falsch-)Meldung, die in Chats oder dem Internet geteilt wird, erreicht die Polizei. Daher ist eine Information der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Falschmeldungen schwierig. Nimmt eine Falschmeldung entsprechende Ausmaße an, wird die Öffentlichkeit informiert. Ansonsten kann im Zweifel auch bei der Polizei nachgefragt werden, ob an den Gerüchten etwas Wahres dran sei.

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