Donnersbergkreis Junge Menschen für Europa begeistern

Themen wie Ausbildung, Integration, Skepsis gegenüber der EU und anderes mehr sollen im Juli beim Besuch der Jugendlichen aus Ro
Themen wie Ausbildung, Integration, Skepsis gegenüber der EU und anderes mehr sollen im Juli beim Besuch der Jugendlichen aus Rognac (Frankreich), Glubczyce (Polen) und Krk (Kroatien) behandelt werden.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine beträchtliche Portion Skepsis gegenüber der EU sind Probleme, mit denen Europa seit geraumer Zeit zu kämpfen hat. Mit einer einwöchigen Jugendfreizeit im Rahmen seiner Städte- beziehungsweise Gemeinde-Partnerschaften will Rockenhausen im Juli mit 68 Jugendlichen aus drei Ländern – plus diejenigen des Gastgebers – eben diese Themen bearbeiten. Auch heimische Unternehmen sowie der Flüchtlings- und Kommunikationstreff „Komm“ wollen sich an dem von der Europäischen Union geförderten Projekt beteiligen.

68 Jugendliche aus den Partnerstädten Krk (Kroatien) und Rognac (Frankreich) sowie der VG-Partnergemeinde Glubczyce (Polen) sollen im Juli die Chance bekommen, im Laufe der Freizeit das Ausbildungssystem, die Integration und politischen Abläufe in Deutschland kennen zu lernen. Das Programm haben erster Stadtbeigeordnete Gerd Fuhrmann und Jugendreferentin Johanna Görzen vom Stadthaus kürzlich im Stadtrat vorgestellt. Beginnen soll die Begegnung am Sonntag, 22. Juli, mit einem gemeinsamen Essen, einem interkulturellen Kennenlernen und einem Filmeabend – gezeigt wird die deutsche Komödie „Fack Ju Göthe“. „Danach können sich die Jugendlichen über die Themen aus dem Film – also Jugendphase und Schule – austauschen und Unterschiede beziehungsweise Gemeinsamkeiten ausmachen.“, so Görzen. Für Montag ist geplant, dass die Gäste die Stadt bei einer Rallye entdecken. Außerdem lernen sie ortsansässige Vereine und deren Angebote kennen – dabei erhalten sie Einblicke, wie Jugendarbeit in Rockenhausen funktioniert. An Tag drei steht das Thema Ausbildung im Mittelpunkt: Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa ist zwar gesunken, beträgt derzeit aber noch immer 16 Prozent – in Kroatien und Frankreich ist sogar mindestens jeder fünfte unter 25 ohne Arbeit. Den Schülern wird in diesem Kontext das duale Ausbildungssystem in Deutschland vorgestellt sowie über Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten hierzulande informiert. Neben dem Jobcenter haben bereits einige Rockenhausener Arbeitgeber wie Adient, die Kindertagesstätten und das Diakoniewerk Zoar mit Führungen, Gesprächen mit Auszubildenden oder Vorträgen ihre Unterstützung zugesagt. Abends dürfen sich die Teilnehmer dann auf einen Besuch im Naturerlebnisbad freuen. Für Mittwoch ist eine Tagesfahrt nach Mainz geplant, wo nach einer Stadtbesichtigung der Landtag besucht und mit dessen Mitgliedern diskutiert wird. „So wollen wir die Jugendlichen politisch motivieren und ihnen zeigen, dass ihre Stimme zählt und sie etwas bewegen können“, erklärt Görzen. Am Donnerstag legt das Organisationsteam den Fokus zusammen mit dem „Komm“ auf Schlagworte wie Migration und Überfremdung. Geflüchtete erzählen, wie sie hier aufgenommen wurden und ihre erste Zeit in der Nordpfalz erlebt haben: „Ich denke, Rockenhausen hat das wirklich toll gemacht mit den Flüchtlingen und kann da ein Vorbild für andere sein. Und die Begegnung soll natürlich Angst vor dem Fremden abbauen“, sagte Görzen. Abgeschlossen wird die Fahrt mit einem ökumenischen Gottesdienst. Zum Programm insgesamt sagte Fuhrmann: „Wir wollen eine Mischung aus Information und gegenseitigem Kennenlernen anbieten.“ So ist etwa angedacht, landestypische Gerichte aus den jeweiligen Partnerstädten zu kochen. Außerdem soll jede Delegation eine Selbstpräsentation vorbereiten. Bezüglich ihrer Einstellung zur EU weisen die Regierungen der drei Partnerstädte beziehungsweise -gemeinden ein breites Spektrum auf: Während die Franzosen mit Emmanuel Macron einen überzeugten Europäer zum Präsidenten gewählt haben, ist Kroatien das jüngste Unions-Mitglied und Polen einer der Mitgliedsstaaten, in denen derzeit die größte Ablehnung gegenüber der EU herrscht. Laut Görzen ist vorgesehen, dass solche Freizeiten in den Folgejahren in den anderen Partnerstädten stattfinden. Zudem hoffe man, die Jugendlichen dadurch zu einem Engagement in den jeweiligen Freundeskreisen motivieren zu können. Gestemmt werden könne die Freizeit jedoch nur, wenn die EU dem Förderantrag zustimmt. Seebald ist optimistisch: „Es ist schließlich für ein gemeinsames Europa.“

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